Interkommunaler Verein soll gegründet werden – Landesförderung wieder offen Gemeinsam mehr Touristen locken

Lübbecke (WB). In Preußisch Oldendorf gibt es eine Stabstelle Tourismus, in Rahden und Stemwede Tourismusbeauftragte, in Lübbecke ist der Tourismus beim Stadtmarketing angesiedelt. Jede Stadt, jede Gemeinde im Altkreis kocht auch inhaltlich beim Thema Tourismus ihr eigenes Süppchen: Mal steht mehr die Werbung für die Innenstadt im Fokus, mal mehr der Gesundheitstourismus, die Sehenswürdigkeiten oder Freizeitangebote. Um das Thema grundsätzlich anzugehen und gemeinsam möglicherweise mehr zu erreichen, wollen nun sieben Städte und Gemeinden einen Tourismusverein für das Lübbecker Land gründen. Der Name steht schon fest: „Sieben“.

Von Friederike Niemeyer
Das Lübbecker Land hat viel zu bieten, mehr als die Mühlen – hier die Struckhof-Mühle. Ein Verein soll helfen, die sieben westlichen Kommunen gemeinsam stärker im Tourismus aufzustellen.
Das Lübbecker Land hat viel zu bieten, mehr als die Mühlen – hier die Struckhof-Mühle. Ein Verein soll helfen, die sieben westlichen Kommunen gemeinsam stärker im Tourismus aufzustellen. Foto: Oliver Schwabe

Dauerhafter Effekt erwünscht

„Sieben“, das ist kein Versehen. Denn zu den sechs Kommunen des Altkreises Lübbecke will sich auch Hille gesellen. Laut Peter Schmüser, als Geschäftsführer von Lübbecke Marketing in Lübbecke mit Tourismusaspekten betraut, passt die Nachbargemeinde mit ihrer ländlichen Struktur gut dazu: „Zudem gibt es auch durch das Große Torfmoor eine enge Verbindung“, sagt Schmüser. Der Verein wolle sich zudem nicht wie Mühlenkreis oder Wiehengebirgsregion einen weiteren rein landschaftlichen Namen geben. Das könnte verwirren. Zudem ließe sich mit der Bezeichnung „Sieben“ in der Werbung spielerisch viel machen, erläutert Schmüser.

Erste Planungen für eine interkommunale Tourismusarbeit hat es bereits im vergangenen Jahr in Bürgermeisterrunden gegeben. denn jede Gemeinde, jede Stadt im Altkreis hat nur begrenzte Mittel für den Tourismus zur Verfügung. Gemeinsam ließen sich bessere Angebote bei Freizeit- und Mobilität entwickeln, so dass es einen dauerhaften Effekt für die Region geben könnte, waren sich die Verwaltungen einig. Die anderen Kreiskommunen Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Minden und Petershagen gingen hier bereits eigene, professionell unterstützte Wege.

Projekt auf drei Jahre angelegt

In einem auf drei Jahre ausgelegten Projekt wollen die sieben Kommunen nun testen, was sich gemeinsam bewegen lässt. Peter Schmüser von Lübbecke Marketing: „Wir wollen unsere jeweiligen Besucher-Potenziale stärker heben als bisher, beispielsweise was Tages- und Kurzreisen angeht. Für die meisten unserer Kommunen ist das im Alleingang nicht möglich, mit Ausnahme vielleicht von Preußisch Oldendorf.“

Über das Vital-NRW-Projekt bestehe außerdem die Möglichkeit, sich Personal- und Sachkosten zu 65 Prozent finanzieren zu lassen, lautete ein weiterer Impuls für das Kooperationsprojekt. Ein Verein, dem Lübbecke, Espelkamp, Hille, Rahden, Stemwede, Hüllhorst und Preußisch Oldendorf angehören, soll diese Phase begleiten, eine Projektleitung und eine Assistenz als „Kümmerer“ (insgesamt anderthalb Stellen) sollen eingestellt werden. Im Anschluss werde dann entschieden, in welchem Rahmen die Kooperation weiterlaufen kann.

Förderung nicht mehr ganz sicher

Bürgermeister Frank Haberbosch berichtete jetzt im Haupt- und Finanzausschuss, dass durch die Corona-Krise die Fördermittel des Landes noch nicht freigegeben worden seien. Bei Gesamtkosten von 385.000 Euro sollten dies 250.000 Euro sein. Für die restlichen 135.000 Euro sollten die sieben beteiligten Städte und Gemeinden jeweils 19.285 Euro aufbringen. Ob, wann und wieviel Geld vom Land käme, sei zurzeit offen. Dennoch plädiere er dafür, jetzt im Jahr 2020 mit der Vereinsgründung zu starten, sagte Haberbosch. „Die Kommunen stehen dahinter. Es gibt nur ein Fragezeichen, was ist, wenn gar keine Fördermittel kommen“, sagte der Bürgermeister.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses folgten nun der Empfehlung der Verwaltung und bevollmächtigten den Bürgermeister einstimmig, die nächsten Schritte zur Gründung des Tourismusvereins und zur Umsetzung des Drei-Jahres-Projekts zu gehen.

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