Lübbeckes Bürgermeisterkandidatin Kathrin Böhning widerspricht Haberbosch-Aussagen
„Ohne Parklösung keine Belebung“

Lübbecke (WB). Die Parkplatzsituation in der Innenstadt führt immer wieder zu Diskussionen. Nun nimmt die Bürgermeisterkandidatin von CDU und Grünen, Kathrin Böhning, Stellung. Sie reagiert auf eine Aussage von Bürgermeister Frank Haberbosch im WESTFALEN-BLATT vom Freitag, 24. April.

Samstag, 02.05.2020, 11:00 Uhr
Kathrin Böhning sieht Handlungsbedarf in Sachen Parkraum.

Seinem Zitat „Es gibt ausreichend Parkraum“ könne sie aufgrund ihrer Kenntnisse und Recherchen nicht zustimmen. „Obwohl es nicht einfach ist, aus den unterschiedlichen Aussagen die exakten Zahlen zu Parkplätzen zu ermitteln, bin ich zu den folgenden Schlüssen gekommen: Die Planungen der Wirtschaftsbetriebe Lübbecke von 2018 sind offenbar nicht mehr aktuell und berücksichtigen Flächen, auf die die Stadt keinen Zugriff hat.“

Anschließend kommt Böhning auf Einzelheiten zu sprechen: „Das Parkhaus West, das Kaufhaus Deerberg und umliegende Flächen, die durch den Neubau des Einkaufszentrums wegfallen, verfügen über mehr als 300 Parkplätze. Allein 159 Parkplätze waren an Dauerparker vergeben. In der Parkpalette am Weingarten entstehen etwa 200 Parkplätze, wovon etwa 70 für städtische Bedienstete, kommunaleigene Fahrzeuge und Dauerparker reserviert und so für die Besucher der Innenstadt nicht zur Verfügung stehen werden. Auf dem Gelände des jetzigen ZOB entstehen etwa 140 Parkplätze. Nach vorgenannter Berechnung kommt der Gutachter der Stadt zu dem Schluss, dass 16 Plätze mehr als die rechnerisch gekürzte Anzahl (124 Stellplätze) zur Verfügung stehen. Eigentlich fehlen aber letztendlich am Ende etwa 160 Parkplätze durch den Abriss des Parkhauses West.“

Vier Alternativen

Als direkte Anliegerin mit ihrer Naturheilpraxis in der Niedern­straße habe sie in den vergangenen Wochen seit Schließung des Parkhauses West eine erhebliche Verschlechterung der Parksituation in der Niedernstraße, der Gerichtsstraße und am Busbahnhof beobachten können. „Wie soll sich das erst entwickeln, wenn alle Geschäfte und die Gastronomie nach der Corona-Krise wieder öffnen dürfen?“

Kathrin Böhning bringt aus ihrer Sicht gute Alternativen ins Spiel: 1. Erweiterung der noch nicht fertig gestellten Parkpalette Weingarten; 2. Aufstockung des Parkhauses Ost (vorbehaltlich der Statik); 3. Kooperation mit der Sparkasse zur Errichtung eines Parkdecks auf deren Parkgrundstück; 4. Errichtung eines „Park & Ride“-Platzes außerhalb der Innenstadt. „Die Kosten muss dann die Stadt Lübbecke tragen, da es versäumt wurde, den Investor des Einkaufszentrums in der Innenstadt zu verpflichten, auf seine Kosten Ersatz-Parkraum zu schaffen. Wenn es nicht gelingen sollte, hier mit allen Beteiligten und für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung zu finden, steht zu befürchten, dass die Lübbecker Innenstadt keine Belebung und keinen Aufschwung erleben wird.“

Dieses Problem hätten viele Geschäftsleute und Anwohner erkannt und Karl-Ernst Hunting von der Zweigstelle der IHK in Minden und Dr. Axel Berger vom Handelsverband OWL aufgefordert, tätig zu werden. Diese hätten sich auch dazu geäußert und Dr. Berger habe die Stadt gebeten, das Parkraumkonzept zu veröffentlichen und ein Gesamt-Verkehrskonzept zu entwickeln. Böhning: „Auch andere Lübbecker Unternehmer sowie die Bürgerinitiative ‚Lübbecke lebenswert‘ haben das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht, bisher leider alles ohne Erfolg.“

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