Corona-Auflagen verunsichern Lübbecker Ortsgemeinschaften beim beliebten Brauch Das Problem mit dem Maibaum

Hüllhorst/Lübbecke/Lashorst (WB). Die Kontaktbeschränkungen bleiben in ganz Deutschland vorerst bestehen. Das heißt: Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit sind weiterhin verboten. Außerdem gibt es ein deutschlandweites Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August. Die Maifeierlichkeiten „Tanz in den Mai“ finden also nicht statt. Das ist soweit klar. Aber was passiert mit den Mai- und Zunftbäumen?

Von Andreas Kokemoor
Mehrere Helfer bringen in Hüllhorst 2018 den mächtigen Maibaum in Position. Ob das 600-Kilo-Prachtstück auch in diesem Jahr aufgestellt wird, ist wegen der immer noch geltenden Corona-Auflagen offen. Die übliche Feier ist ohnehin schon gestrichen.
Mehrere Helfer bringen in Hüllhorst 2018 den mächtigen Maibaum in Position. Ob das 600-Kilo-Prachtstück auch in diesem Jahr aufgestellt wird, ist wegen der immer noch geltenden Corona-Auflagen offen. Die übliche Feier ist ohnehin schon gestrichen. Foto: Kokemoor

Weihnachtsbaum statt Maibaum in Hüllhorst

Viele Maibäume bleiben diesmal liegen und werden nicht aufgestellt. Denn auch ganz ohne Fest drumherum ist das Platzieren der kunstvollen Stücke problematisch. „Bei uns in Hüllhorst steht sogar noch der Weihnachtsbaum in der Verankerung“, sagt Günter Heidenreich, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Nachtigallental Hüllhorst. Die kurzfristig erlassenen Corona-Auflagen hätten das Abbauen verhindert. Gerne würde Hüllhorst wieder den lieb gewonnenen Brauch pflegen und sein Schmuckstück im Ortskern präsentieren. Offiziell seien im Moment aber keine Veranstaltungen erlaubt. „Aber, was ist denn ein Zunftbaum-Aufstellen?”, fragt Heidenreich.

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Unser Baum wiegt 800 Kilo. Wir müssen mindestens acht Personen sein, um den in die Halterung zu setzen.

Günter Heidenreich, Dorfgemeinschaft Nachtigallental

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Derzeit dürften zwei Personen zusammen arbeiten. „Unser Zunftbaum wiegt mehr als 600 Kilogramm. Wir müssten mindestens acht Personen sein, um den Baum in die Halterung zu setzen“, erklärt Heidenreich.

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Ich warte jeden Moment auf ein Okay, dass zumindest das Aufstellen des Maibauzms genehmigt wird.

Norbert Gerling, Dorfgemeinschaft Nettelstedt

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„Ich warte jeden Moment auf ein Okay, dass zumindest das Aufstellen des Maibaums, ohne Öffentlichkeit und Feier genehmigt wird“, sagt Norbert Gerling, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Nettelstedt. Dafür sei das Ordnungsamt zuständig. Dies könne kurzfristig geschehen. Sobald er grünes Licht habe, wolle er mit ein paar Helfern den Baum aufstellen. Der Baum sei nicht der allergrößte und schwerste.

In der Jahreszeit vertan? In Hüllhorst steht derzeit noch der Weihnachtsbaum. Foto: Kokemoor

Inzwischen hat das Ordnungsamt der Stadt Lübbecke reagiert und die Aktion der Nettelstedter genehmigt – unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln versteht sich.

Kein Maibaum in Lashorst, viele Fragen in Obermehnen

Auf dem Lashorster Dorfplatz wird es in diesem Jahr hingegen wohl keinen Maibaum geben. Andrea Meier, Vorsitzende des Heimatvereins Singgemeinde Lashorst, sagt: „Wir halten uns an die Vorgaben und werden dieses Jahr keinen Maibaum aufstellen.“ Auch für einen späteren Zeitpunkt sei noch nichts geplant. So würden auch noch keine Proben des Chors veranstaltet werden können.

Marita Meier, Vorsitzende der Sportschützen Obermehnen, erklärt, dass ihr Verein, der Oldie-Club sowie der Heimatverein zu einem früheren Zeitpunkt tatsächlich geplant hätten, den Obermehner Maibaum, der zu den größten der Region gehört, zumindest ohne Feierlichkeiten aufzustellen. „Wir wissen aber im Moment noch gar nicht, was wir dürfen. Alles ist in der Schwebe.“ Sie rechnet vor, dass mindestens 15 Personen anpacken müssten, um den Baum aufzustellen.

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