Tierheim in Lübbecke vermittelt weiterhin Haustiere an neue Besitzer
Regeln fürs Gassigehen

Lübbecke (WB). Anja Tekampe wartet vor der geschlossenen Tür des Tierheims. Sie hat einen Termin, um sich einen Hund anzuschauen. Dafür ist sie extra aus Herford angereist. Auch im Tierheim gelten coronabedingt für die Vermittlung nun geänderte Regeln.

Montag, 27.04.2020, 06:00 Uhr
Anja Tekampe (rechts) ist aus Herford gekommen, um ihren Wunschhund Oscar kennen zu lernen. Für das Treffen musste sie einen Termin vereinbaren. Tierpflegerin Nina Bergmann (links) erklärt die Regeln fürs Kennenlern-Gassigehen. Foto: Eva Rahe

Als sie an der Reihe ist, wird sie von Tierpflegerin Nina Bergmann eingelassen und zum Besuchertisch geführt. Hier muss sie einen Gassigeher-Bogen ausfüllen und wird über die wichtigsten Details ihres Hundemeetings aufgeklärt. Anja Tekampe hat sich vorher auf der Internetseite des Tierheims informiert. Sie sucht einen neuen Hund als Haustier.

Ihr Wunschkandidat Oskar ist ein Deutschdrahthaar-Labrador-Mischling, anderthalb Jahre alt und voller Energie. Anja Tekampe darf ihn heute auf einen Spaziergang mitnehmen, damit sie ihn kennen lernen kann. Nachdem sie noch ihren Personalausweis als Pfand hinterlegt hat, dürfen die beiden los.

Tierheim für normale Besucher geschlossen

Seitdem das Coronavirus ausgebrochen ist, musste auch das Tierheim Lübbecke neue Rahmenbedingungen schaffen, um den Kundenkontakt möglichst gering zu halten. „Wir müssen vor allem Sorge dafür tragen, dass sich unsere Mitarbeiter nicht anstecken“, sagt Sarah Dewert, Vorsitzende des Tierschutzvereins Lübbecke und Umgebung. Deshalb sei das Tierheim zur Zeit für normale Besucher und Gassigeher geschlossen, und auch ehrenamtliche Mitarbeiter seien nicht zugelassen.

Vor Ort seien jetzt noch die Tierpfleger. Aber auch die müssten den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten, so Dewert. Das falle jedoch nicht schwer, da die Tierpfleger meistens in unterschiedlichen Bereichen tätig seien. Für die Tiere hätte sich eigentlich kaum etwas geändert, erklärt Sarah Dewert. Weil jetzt nicht mehr so viele Besucher im Tierheim seien, hätten die Pfleger mehr Zeit zum Gassigehen und Trainieren. Was jedoch leider komplett wegfalle, wäre die Möglichkeit, sich auf Veranstaltungen zu präsentieren und um Spenden zu bitten.

„Wir merken schon, dass die Spendenbereitschaft nachlässt“, so Dewert. Die Leute seien einfach generell verunsichert, was ihre Zukunft betreffe. Größere Spenden würden nur noch vereinzelt eingehen, die Futterspenden wären aber weiterhin gut. Auch die Vermittlung von Tieren laufe zur Zeit sehr gut. „Die Leute haben jetzt einfach mehr Zeit oder machen Homeoffice, da passt die Anschaffung eines Haustiers gut in den Tagesablauf“, so Dewert. Trotzdem würden die angehenden Tierbesitzer alles sehr gründlich planen. „Dass jetzt plötzlich spontan Tiere angeschafft werden, das sehen wir eigentlich nicht.“ Es sei eher so, dass länger aufgeschobene Pläne umgesetzt werden würden.

Die Menschen haben mehr Zeit für die Tiere

Auch Tierpflegerin Nina Bergmann bemerkt, dass die Menschen jetzt mehr Zeit für Tiere haben. Streicheln, Kuscheln, Gassigehen, das sei alles kein Problem, sagt sie und nimmt einen Hund entgegen, der von einem Interessenten ausgeführt wurde. Eigentlich möchte sich der Mann gar nicht von seinem Tier trennen. Aber eine gewisse Kennenlernphase muss eingehalten werden. Regeln sind Regeln. Weitere Infos online unter www.tierheim-luebbecke.de.

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