Folgen des „fehlerhaften Parkraumkonzeptes“ seien in Lübbecke jetzt schon spürbar
Westertor: Initiative will Runden Tisch

Lübbecke (WB). Die Bürgerinitiative „Lübbecke Lebenswert“ setzt sich im Vorfeld der Bauausschuss-Sitzung am Mittwoch, 22. April, (17 Uhr, Stadthalle Lübbecke) erneut mit der Parkraumsituation auseinander und macht in einer Stellungnahme Vorschläge zur Linderung „der aktuellen Parkraumnot“.

Mittwoch, 22.04.2020, 09:00 Uhr
Das Parkhaus West ist zum 1. April geschlossen worden. Das Bürgerforum „Lübbecke Lebenswert“ meint, dass vollständiger Ersatz für die weggefallenen Parkplätze zu schaffen ist. Foto: Tipp

Die Erklärung im Wortlaut: „Was nun, Herr Bürgermeister?! Die Bauarbeiten zum Westertor stehen vor der Tür – nach dem Motto ‚Jetzt oder Nie!‘. Ungeachtet aller Bürgerproteste und Einwendungen wird der Ausverkauf eines wertvollen Filetstücks der westlichen Lübbecker Innenstadt weiter vorangetrieben. Ein Termin für den dringend notwendigen Runden Tisch zur Behebung von Planungsfehlern ist nach wie vor offen – wie lange noch?!

Fakt ist: Durch das Beharren auf einmal gefällten Entscheidungen bei Rat und Verwaltung ist bei den Bürgern die Stimmung umgeschlagen. Die jetzige Planung des Westertor-Projekts trifft auf zunehmende Skepsis oder Ablehnung. Auch aus der heimischen Industrie werden Sorgen laut. Teile der Politik haben diese Entwicklung aufgegriffen und die Forderung nach Rundem Tisch und Parkraumkonzept aufgenommen. Betroffene Bürger sind in konkreten Klagevorbereitungen.

Die Käufer müssen zurückgewonnen werden

Durch Corona hat sich die Gesamtlage für die Geschäfte in der Innenstadt zusätzlich gewandelt: Käuferströme sind ins Internet abgewandert. Sie müssen zurück gewonnen werden. Dazu wird in der Innenstadt naher Parkraum benötigt und keine weiten Wege! Die Folgen des fehlerhaften Parkraumkonzeptes der Verwaltung sind schon jetzt in der Innenstadt hautnah spürbar: Trotz coronabedingter Schließung aller Läden sind derzeit tagsüber innerhalb der Woche die Niedernstraße, Gerichtsstraße und auch der Busbahnhof täglich vollgeparkt – und das jetzt schon. Wie soll das erst nach der Öffnung der Läden werden? Nennenswerter Ersatzparkraum steht nicht zur Verfügung.

Der Bedarf an Parkraum lässt sich nicht einfach wegzählen! Inzwischen werden weitere Fehler des Parkraumkonzeptes offenbar. Neben privaten Flächen, die für die Kalkulation des nötigen öffentlichen Parkraumes hinzugezogen wurden, wurden nicht offiziell ausgewiesene Parkflächen zahlenmäßig erst gar nicht erfasst. Die Parkpalette Weingarten wird laut Bauausschuss-Protokoll erst im Mai/Juni komplett fertiggestellt. Es geht an der Sache vorbei, rein rechnerisch auf entfernt liegende Parkflächen zu verweisen, den Betroffenen Privilegienorientiertheit zu unterstellen und die Benutzung von Fahrrad, Fußwegen und ÖPNV zu empfehlen.

Die Stadtverwaltung sollte ein Vorbild werden

Es braucht nicht viel Phantasie, welchem Parkchaos die Innenstadt entgegensieht, wenn die Geschäfte wieder voll geöffnet sind. Von gegenwärtig 81 Parkplätzen auf der Parkpalette sind 20 fest vergeben, dazu 30 Dauerparkertickets, damit bleiben lediglich 31 Parkplätze übrig. Den Inhabern von Dauertickets gelingt es nur punktuell, einen Parkplatz zu finden, bei Ein- und Ausfahrten während des Tages ein zeitaufwändiges und erfolgloses Unterfangen. Im übrigen beabsichtigt die Stadt offenbar gar nicht, die Parkpalette Weingarten vollständig den Bürgern zur Nutzung zur Verfügung zu stellen, egal ob Dauer- oder Kurzparker. Der überdachte Bereich soll ausschließlich als Parkraum für Dienstfahrzeuge der Stadt reserviert werden – ein krasser Gegensatz zu den teilweise weit entfernten Ersatzpark-„Angeboten“ für Bürger und Gewerbetreibende, zum Beispiel die Königsmühle.

Ein guter Beginn für die Umsetzung eines ökologischen und vor allem bürgerfreundlichen Parkraumkonzeptes wäre es, wenn die Stadtverwaltung jetzt selbst in die Vorreiterfunktion ginge und die ihr nahe Königsmühle als Parkraum für die städtischen Mitarbeiter nutzen würde. Damit würde die Verwaltung mit gutem Beispiel voran gehen. Die Parkpalette kann dann voll und ganz den Bürgern und Kunden der Innenstadt zur Verfügung stehen und brächte wenigstens etwas Linderung des Parkplatzproblems. Das wäre bürgerfreundlich!

Eine Verbandsklage steht wohl ins Haus

Die tatsächlichen Realisierungsmöglichkeiten für den von der WBL beschlossenen Ersatzparkraum durch Umwandlung des Sportplatzes der Grundschule ‚Im kleinen Feld‘ in einen Großparkplatz sind eher als vage zu beurteilen. Allein schon wegen der wohngebietsrelevanten Lärmwerte. Der geplante Abriss des Busbahnhofes dürfte zum weiteren Ärgernis werden: Zum Thema Busbahnhof steht der Stadt nun wohl eine Verbandsklage ins Haus. Auch der Bund der Steuerzahler ist wohl auf das Thema ZOB Lübbecke aufmerksam geworden. Eine konstruktive Lösung des Dauerbrenner-Problems Westertor ist dadurch zu erreichen, wenn jetzt alle Beteiligten mitziehen und kurzfristig alle Entscheidungsträger, Betroffene und Beteiligte (IHK/Handelsverband) am runden Tisch das Westertor-Konzept zeitnah modifizieren.

Es muss ausreichender Parkraum nicht nur für den Ankermieter Edeka entstehen, sondern vollständiger Ersatz für das Parkhaus West geschaffen werden. Sonst ist das Projekt als Frequenzbringer für die gesamte Stadt zum Scheitern verurteilt. HBB und Edeka können sich dieser Verantwortung kaum noch entziehen. Wenn sich auch der Bürgermeister entschließen könnte, an diesem Runden Tisch teilzunehmen, bevor der Mai und Abrissbagger kommen, hätte Lübbecke gewonnen und bliebe dauerhaft lebenswert.“

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