Dienstag nach Ostern wird Lange Straße aufgerissen – Tonstraße folgt
Innenstadt wird zur Baustelle

Lübbecke (WB). Die Corona-Krise schüttelt vieles durcheinander, nicht aber die Baupläne der Stadt Lübbecke für die nächsten Wochen und Monaten. Auch unabhängig von den Projekten Westertor-Einkaufszentrum und ZOB-Verlegung steht bei Baudezernent Ingo Ellerkamp da einiges auf dem Zettel. Los geht es schon am Dienstag nach Ostern, 14. April, mit der Sanierung der Langen Straße.

Dienstag, 07.04.2020, 08:00 Uhr
Die Pflastersteine in der Lübbecker Fußgängerzone lösen sich immer wieder aus dem eigentlich gedachten Verbund. Der Untergrund wird jetzt erneuert.

Bau in Abschnitten

In Langer Straße und Bäckerstraße soll das Problem mit lockeren, hochstehenden Pflastersteinen grundlegend behoben werden. Wie berichtet, hatte sich die Stadt über die Schadensbeseitigung mit den beteiligten Baufirmen juristisch auseinandergesetzt und am Ende einen Vergleich geschlossen. Dieser sieht vor, dass die ausführenden Firmen auf ihre Kosten das komplette Großpflaster aufnehmen, die Drainageschicht erneuern und die Steine wieder verlegen. Weil auch eine ganz neue Schicht Spezialbeton eingezogen werden muss – dies gilt nun als höherwertige Ausführung – muss die Stadt einen Eigenanteil von 185.000 Euro leisten.

Die Baustelle beginnt am Deerberg-Kaufhaus und bewegt sich in sieben oder acht 50-Meter-Abschnitten in Richtung Osten, also Bäckerstraße, erläutert Baudezernent Ingo Ellerkamp. „Wie lange die Bauzeit für solch einen Abschnitt sein wird, werden wir erst wissen, wenn der erste Teil abgeschlossen ist“, sagte er. „Es handelt sich um eine nicht ganz übliche Baustelle.“ Fest steht allerdings, dass zum Bierbrunnenfest Mitte August alles fertig sein soll. „Um jetzt die corona-bedingt schwachen Besucherzahlen in der Fußgängerzone auszunutzen, hatten wir einen früheren Baubeginn nachgefragt“, sagte Ellerkamp. Dies sei der bauausführenden Firma aufgrund ihrer Auftragslage leider nicht möglich gewesen.

Die Anlieger sind bereits informiert, wie sie ihre Immobilien erreichen können und werden dazu jeweils kurz vor Beginn des jeweiligen Bauabschnitts aktuelle Informationen erhalten, etwa auch zum Anlieferverkehr. „Zunächst bleibt die Lange Straße ja über die Bäckerstraße befahrbar“, sagte Ellerkamp.

Tonstraße schließt sich an

Kaum sind die Bagger vom westlichen Ende der Fußgängerzone einen Abschnitt weitergerollt, werden die Anwohner eine neue Baustelle vor ihrer Haustür haben: die Sanierung der Tonstraße. Der nächste Teil der Innenstadtsanierung nach dem sogenannten ISEK, dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, soll von Mitte Mai an umgesetzt werden. Beginn ist an der Ecke Tonstraße/Lange Straße, und dann geht es in südlicher Richtung, sozusagen die Tonstraße hinauf. „Trotz Corona stehen die Bauunternehmen für diese Maßnahme bereit“, sagt der Baudezernent. Das Kostenvolumen beträgt 580.000 Euro.

Weitere Projekte

Weitere Bauprojekte sind aktuell in der Vorbereitungsphase: Für die Umgestaltung des alten Freibades Obernfelder Allee in einen Bürgerpark sind die vorbereitenden Grünarbeiten bereits erledigt. Nun werden die vorbereitenden Arbeiten am Becken geplant, die Ausschreibungen hierfür laufen. Dann geht es an den Sprungturm und schließlich an die Spiel- und Wegeflächen. Die Kosten belaufen sich auf 3,5 Millionen Euro: 1,3 Millionen davon als Eigenanteil der Stadt. „Ziel ist es, in diesem Jahr mit den Arbeiten zu beginnen und diese Ende 2021 abzuschließen“, sagte Ingo Ellerkamp.

Ebenfalls in der Planung im Baudezernat ist die vierte Reinigungsstufe für die Kläranlage. Dazu gehören zunächst energiesparende Maßnahmen, die demnächst beginnen, und dann die eigentliche Installation der neuen Reinigungsstufe, Zeitpunkt noch offen. Die Stadt kann auch bei dieser Investition mit öffentlicher Förderung rechnen.

Finanzierung steht

Weil es sich bei diesen ganzen baulichen Maßnahmen um Investitionen handelt, gilt die Finanzierung auch trotz Corona als gesichert. „Die von der Stadt zu erbringenden Anteile sind im Haushalt eingestellt“, sagte Ellerkamp. Dennoch sei natürlich klar, dass die Krise auch Auswirkungen auf den Lübbecker Haushalt haben werde, nur seriös einschätzbar sei dies zum jetzigen Zeitpunkt speziell in seinem Ressort noch nicht. Bemerkbar machen werde sich dies voraussichtlich vor allem im Haushalt für das neue Jahr, sagte Ellerkamp.

Noch hat die Corona-Krise das Baugewerbe nicht erwischt. Kein Wunder, die Auftragsbücher waren voll und werden jetzt von den Firmen gewissenhaft abgearbeitet. Auch unter den erschwerten Bedingungen der Krise. Denn auch die Bauunternehmen wissen: Mit zeitlicher Verzögerung werden wohl auch sie von der wirtschaftlichen Flaute ergriffen werden, werden Investitionen bei öffentlichen Auftraggebern, Privatleuten oder Kunden aus der Wirtschaft nicht mehr so locker in Angriff genommen.

Kommentar

Für Lübbecke und seine Bürger ist es gut, dass in den vergangenen Jahren so intensiv geplant und gebaut worden ist. Getreu dem Motto „Was man hat, hat man“, ist ein großer Teil der Innenstadt erneuert, sind Schulen energetisch saniert worden und Sportstättenprojekte angeschoben und vielfach verwirklicht worden. Jetzt ist die Stadt auch durch die in diesem Jahr noch rege Bautätigkeit gut aufgestellt. Und die Frage, was bei einbrechenden Steuereinnahmen und Fördermitteln in Bund, Land und Kommunen noch möglich sein wird an Bautätigkeit, die muss in Lübbecke deshalb nicht ganz so besorgt gestellt werden. Friederike Niemeyer

 

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