Ambulanter Hospizdienst bietet alternative Möglichkeit an
Gesprächsangebot per Telefon

Lübbecke (WB). Die aktuellen Maßnahmen zur Regelung der Besuche in den Krankenhäusern und in den stationären Alten- und Pflegeheimen zum Schutz der Patienten vor dem Coronavirus haben fatale Folgen für die Situation schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Zugehörigen.

Montag, 06.04.2020, 10:00 Uhr
Patienten in Krankenhäusern sowie in stationären Alten- und Pflegeheimen dürfen derzeit nicht besucht werden. Der Ambulante Hospizdienst steht deshalb ab sofort telefonisch zur Beratung und Begleitung zur Verfügung. Foto: dpa

Denn Besuche und Begleitungen sind derzeit gar nicht oder nur stark reglementiert möglich. Der Ambulante Hospizdienst in Lübbecke hat deshalb nun ein neues Angebot. Er steht telefonisch zur Beratung und Begleitung zur Verfügung. Beim Ambulanten Hospizdienst werden Menschen begleitet, die an einer schweren und rasch fortschreitenden Erkrankung leiden sowie deren Angehörige und Freunde, unabhängig von ihrer konfessionellen Grundhaltung und Herkunft.

Persönliches Miteinander sehr eingeschränkt

Anteilnahme, Abschiednehmen, Trost und Fürsorge können aufgrund der momentanen Lage nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt im persönlichen Miteinander geschehen. Eine Versordnung der Bundesregierung vom 23. März verbietet es derzeit, dass alle Personen, die keine Mitarbeiter im pflegerischen oder medizinischen Bereich sind oder aus Rechtsgründen Zugang erhalten müssen, die Einrichtungen zu betreten. Bestehende Unterstützungsangebote wie Begleitungen, Trauergruppen und ähnliches fallen aufgrund dementsprechend ebenfalls aus.

Auch die Begleitungen durch die ehrenamtlichen Mitarbeitenden des ambulanten Hospizdienstes der Parisozial in Lübbecke können nicht mehr so intensiv stattfinden wie gewohnt. Und das geht nicht nur zu Lasten der Angehörigen, sondern primär der Patienten.

„Nicht auszuhalten“

„Dieser Zustand ist fast nicht auszuhalten,“ sind sich die Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes in Lübbecke Ortrud Schwenker-Steen, Sabine Wüppenhorst und Christine Fahrinsland einig. Deshalb haben sie sich dazu entschlossen, eine Beratungshotline für alle Betroffenen, Angehörigen und Trauernden anzubieten, um so zumindest etwas die derzeit erforderliche persönliche Distanz zu überbrücken.

Die drei Frauen sind ab sofort jeweils von 10 bis 16 Uhr telefonisch unter der Hospizbüronummer 05741/8096239 zu erreichen und stehen allen Anrufern sowohl für Beratungen, als auch für Gespräche zur Verfügung und haben ein offenes Ohr für ihre Ängste und Sorgen.

„Wir wünschen uns sehr, dass es uns mit diesem Angebot gelingt, Betroffenen – wenigstens aus der Ferne – beizustehen. Und zugleich hoffen wir, unsere gewohnte Arbeit so bald als möglich wieder aufnehmen zu können,“ sagen die Koordinatorinnen.

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