Lübbecker Werbeagentur reagiert auf die Corona-Krise
Digitale Alternativen sind die Zukunft

Lübbecke (WB). Was macht eine Werbeagentur, wenn die meisten Kunden durch die Corona-Krise ihre Werbebudgets eindampfen und Aufträge stornieren? Bei der Lübbecker Werbeagentur Handmade Interactive arbeiten 15 kreative Leute, und so ließen alternative Ideen zu Marketingkonzepten und Messekatalogen nicht lange auf sich warten. Unter anderem fertigt Handmade Interaktive Abstandsaufkleber und konzipiert virutelle Präsentationen. Ja, Holo-Projektionen. Wie im Science-Fiction-Film. Sozusagen mit Technik von Morgen durch die Krise.

Samstag, 04.04.2020, 06:00 Uhr
Sieht aus wie ein Gaskamin fürs Wohnzimmer, ist aber eine virtuelle Projektion. Werbefachmann Christian Joseph bietet seinen Kunden jetzt holographische Displays an, die Show rund um ein Produkt machen und so die menschliche Präsentation ersetzen. Für immer mehr Firmen sei das eine willkommene neue Möglichkeit, um trotz Messeverbot Aufmerksamkeit zu wecken, sagt Joseph. Foto: Ria Stübing

„Wir haben uns gefragt, was unsere Kunden jetzt für ihr Geschäft brauchen“, erläutert Handmade-Geschäftsführer Christian Joseph. Dazu gehören Lösungen für den Online-Verkauf, den jetzt auch viele Firmen neu anbieten wollen. Und dazu gehören Produkte, mit denen ein Ladenlokal rasch für die Abstandspflicht ausgestattet werden kann.

Handmade bietet dafür standardisierte Aufkleber an, die auch in kleinen Stückzahlen geordert werden können. Für den größeren Bedarf wird individuell designt, erläutert Joseph. „Die Fußboden-Aufkleber haben eine als rutschfest zertifizierte Oberfläche“, sagt er. „Da gibt es Vorschriften für den öffentlichen Raum. Es darf nicht jedes Material auf den Boden geklebt werden.“ Handmade habe damit Erfahrung, weil die Agentur auch Hallenboden-Werbung für den Handball produzierte.

Der Bedarf für kontaktlose Produktpräsentation wächst

Ein wichtiger Geschäftsbereich von Handmade sind Messen. Dafür ordern Firmen Prospekte, Kataloge und Präsentationsmaterial. Doch diese Messen finden nun nicht statt, und Geschäftsführer Christian Joseph rechnet auch nicht damit, dass es in diesem Jahr noch irgendeine internationale Messe geben wird. „Möglicherweise könnte es im Jahresverlauf aber wieder Regional- oder Hausmessen geben“, sagt er. Dort könnte in kleinem Rahmen und mit der Möglichkeit, Abstand zu wahren, über Neuheiten informiert werden.

Rutschfeste Aufkleber mahnen zum Abstand halten.

Rutschfeste Aufkleber mahnen zum Abstand halten. Foto: Ria Stübing

In jedem Fall wachse bei den Firmen der Bedarf, ihre Produkte kontaktlos zu präsentieren. So wünschen sich etliche Betriebe Möglichkeiten, dass sich ihre Kunden beispielsweise im Foyer des Unternehmens die Produkte ansehen können, ohne dass ein Mitarbeiter diese vorführt. Deshalb sieht Christian Joseph die Chance, dass die Holo-Systeme, die er seit 2017 als eines von zwei Unternehmen in Deutschland anbietet, in eine Marktlücke zielen und mehr Kunden finden. Bislang waren sie eher ein exotischer Hingucker an Messeständen.

Und in der Tat hat es etwas exotisches – besser: futuristisches – an sich, wenn etwa rund um einen Lautsprecher, der Tiere beruhigen soll, virtuelle Hunde und Katzen aufploppen und Schriftzüge und Musik die Neuheit für den Hundefreund in Szene setzen. Man denkt unwillkürlich an „Star Wars“-Filme, wo sich die Protagonisten Holo-Botschaften schicken und mit einem Mal die Drei-D-Projektion eines Jedi-Ritters im Raumschiff schwebt. „Mixed-Reality-Erlebnisse“ nennen das die Entwickler der Holo-Displays, die wie eine durchsichtige Pyramide in einem Schaukasten aussehen. Der Sinn dahinter in der Geschäftswelt: „Das Produkt erklärt sich sozusagen selbst“, sagt Christian Joseph. Er vertreibt die Systeme und passt sie auf die Bedürfnisse der Firmen an. Er glaubt, dass sich durch die Corona-Krise dieser Trend, wie auch die Digitalisierung insgesamt, beschleunigen wird.

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