Gebäude nicht mehr zugänglich – Bürgerforum kritisiert Stellplatzsituation
Parkhaus West ist dicht

Lübbecke (WB). Das Parkhaus West ist geschlossen. Bauzäune sind errichtet und die 225 Parkplätze des maroden Gebäudes sind bereits von der Internetseite des Betreibers, der Wirtschaftsbetriebe Lübbecke WBL, gelöscht. Wie angekündigt, soll das Gebäude demnächst abgerissen werden, um Platz für das Westertor-Einkaufszentrum zu machen. Autofahrer müssen ab sofort auf andere Parkflächen ausweichen.

Dienstag, 31.03.2020, 20:04 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 20:08 Uhr
Das Parkhaus West (hier ein Archivfoto) ist nicht mehr nutzbar. Foto: Kai Wessel

Seit Mittwochmorgen, 1. April, ist die Einfahrt in das Parkhaus nicht mehr möglich. Sollten einzelne der 140 Dauerparker ihre Autos stehen gelassen haben, werden sie von der WBL informiert, sagte deren Geschäftsführer Dirk Raddy. Kurzzeitparker, die ihr Auto nicht abgeholt hätten, müssten damit rechnen, dass ihr Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt wird. In Einzelfällen sei das Parkhaus zuletzt schon missbraucht worden, um Schrottautos loszuwerden, berichtete der Geschäftsführer.

Öffentliches WC auch geschlossen

Wie Dirk Raddy ausführte, würde in den nächsten Tagen die Technik aus dem alten Parkhaus ausgebaut werden. „Es gibt dann keinen Strom und kein Wasser mehr“, sagte Raddy. Die öffentlichen Toiletten sind abgeschlossen. „Die Busfahrer haben deshalb Schlüssel für das Alte Amtsgericht erhalten.“ Wann dann tatsächlich die Bagger für den Abriss anrollen, stehe noch nicht fest.

Als Ausweichmöglichkeit stehen Kurzzeitparkern das Parkhaus Ost und die Parkplätze Weingarten, Gänsemarkt und Königsmühle zur Verfügung. Dauerparker haben Karten für ihre neuen Parkplätze erhalten, sagte Raddy. „Wir versuchen, den Übergang so gut wie möglich hinzubekommen.“

Bürgerforum fordert Weiterbetrieb

Kritik kommt vom Bürgerforum „Lübbecke lebenswert“ . 72 Mitglieder und Unterstützer wollen sich mit der Parkplatzsituation nicht zufrieden geben und fordern, Schließung und Rückbau des Parkhauses zu stoppen: „Das Parkhaus West muss vollends nutzbar bleiben, bis ein zeitnah umsetzbares, realistisches, auf aktuellen Bedürfnissen beruhendes Parkraumkonzept erstellt und umgesetzt ist.“ Weiter sind 68 Unterstützer des Bürgerforums dafür, das 2018 von der WBL erstellte Parkraumkonzept komplett zu überarbeiten und einen Runden Tisch mit verschiedenen Interessengruppen dazu einzurichten. Wie die Initiative Pro ZOB lehnt auch das Bürgerforum einen „Großparkplatz auf dem Gelände des Grundschulsportplatzes“ an der Jahnstraße ab.

Um die Situation speziell für die Anwohner aber auch für Kunden der Geschäfte und Gaststätten im Bereich Niedernstraße zu verbessern, hat das Bürgerforum Alternativvorschläge: Aufstockung des Parkhauses Ost, eine Parkpalette oder Tiefgarage auf dem Gänsemarkt oder eine Tiefgarage unter, beziehungsweise ein Parkdeck auf dem Westertor.

„Behindertenparkplätze fehlen”

Die vom Bürgerforum befragten Unterzeichner halten das angebotene Königsmühlen-Gelände – auch für Kurzparker – für zu weit von der Innenstadt entfernt. Auch die Parkpalette Weingarten sei kein adäquater Ersatz, heißt es. Umsatzeinbußen für die Händler seien zu befürchten. Kritisiert wird zudem die Situation in der Niedernstraße, wo eine Be- und Entladezone fehle.

Mitinitiator des Bürgerforums Eckart Heidenreich aus Espelkamp sieht behinderte Mitbürger in ihrer Teilhabe eingeschränkt: „Ich kann ab jetzt noch nicht einmal meine Immobilie aufsuchen, weil kein Behindertenparkplatz in der Nähe ist.“ Deshalb wende er sich jetzt mit einer Petition an den NRW-Landtag.

Wenn die Notwendigkeit bestehe, zusätzlich Behindertenparkplätze in Niedern- und Gerichtsstraße auszuweisen, werde dies getan, sagte WBL-Geschäftsführer Dirk Raddy hierzu. Weiteren Spielraum in Form von freien Flächen für andere Ersatzparkplätze sieht er in der Innenstadt allerdings nicht.

Stadt weist Forderungen zurück

Stadtsprecher Andreas Püfke weist die Forderungen des Bürgerforums zurück: „Es gibt ein aktuelles Parkraumkonzept, dass das Projekt Westertor berücksichtigt. Wir haben in Lübbecke ein sehr gutes Stellplatzangebot und werden es auch zukünftig haben.“ Auch ein Runder Tisch würde nichts an der Tatsache ändern, dass die Umsetzung des Westertors im gegenwärtigen Projektzuschnitt, das heißt mit Verlegung des ZOB und Abriss des Parkhauses, beschlossene Sache sei.

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