Krimitage machen Station im Schäppchen: Klaus-Peter Wolf liest aus „Ostfriesenhölle“ Unter Freunden

Lübbecke (WB). Es ist immer schön, alte Bekannte wiederzutreffen. Und Klaus-Peter Wolf ist in Lübbecke ein guter, alter Bekannter. Zum vierten Mal trat er am Samstagabend vor Lübbecker Publikum auf. Und er kam nicht alleine. Er brachte seine Frau Bettina Göschl und seinen neuen Roman „Ostfriesenhölle“ mit.

Von Eva Rahe
Klaus-Peter Wolf macht es sich bei seinen Lübbecker Fans bequem. Dabei ist sein erneuter Auftritt bei den Krimitagen nur dem Zufall zu verdanken gewesen.
Klaus-Peter Wolf macht es sich bei seinen Lübbecker Fans bequem. Dabei ist sein erneuter Auftritt bei den Krimitagen nur dem Zufall zu verdanken gewesen. Foto: Eva Rahe

Dass die Lübbecker Fans Klaus-Peter Wolf kennen und lieben, war sofort klar. Dementsprechend gut gelaunt wurde der Krimiautor von Andreas Oelschläger von der Bücherstube begrüßt: „Corona ist heute Abend kein Thema, Full House in Lübbeckes guter Stube.“ Aber nicht nur das um sich greifende Coronavirus hätte die Lesung fast verhindert, erklärte Andreas Oelschläger.

Fast abgesagt

Eigentlich sei die Lesung aus einem anderen Grund schon fast abgesagt gewesen. Die Stadthalle sei nämlich für diesen Tag ausgebucht. So hatte Andreas Oelschläger schweren Herzens eine E-Mail an Klaus-Peter Wolf verfasst, um abzusagen. Diese kam aber wohl nie an. Denn drei Monate später habe man ihn angesprochen, wie toll es wäre, dass Klaus-Peter Wolf wieder in Lübbecke lesen würde. Stände ja schon im Internet. Da musste schnell eine gute Alternative her, erzählte Oelschläger, und die war mit dem Schäppchen dann gefunden.

In Lübbeckes ‚gute Stube’ passen zwar nur rund 180 Personen. Diese hatten dafür aber einen umso gemütlicheren Krimi-Abend. Hier fehlte eigentlich nur noch das knisternde Kaminfeuer, um die Sofa-Stimmung perfekt zu machen. Klaus-Peter Wolf eröffnete die Lesung in gewohnt lockerer Manier mit Anekdoten und kleinen Geschichten aus seinem Krimiautoren-und Filmemacher-Alltag. Da seine Bücher mittlerweile erfolgreich verfilmt werden, und diese Filme bei ihm vor Ort an Original-Locations gedreht werden, sei bei ihnen eigentlich immer was los – in Norden, Ostfriesland. Das sei ja mittlerweile zu einem ‚Klein-Hollywood’ mutiert. Aber die ostfriesischen Bewohner würden den Film-Trubel mit einem entspannten „Joah, da sind se wieder“ abtun.

Musikalische Begleitung

Ob Geschichten von der Locationsuche zusammen mit Regisseur, Produktionsleiter und Kameramann – bei der die Gruppe dann tatsächlich einen Polizeieinsatz auslöste – oder von seinen treuen Fans, die alles daran setzten, um die Einschaltquoten hoch zu halten: Klaus-Peter Wolf wusste zu unterhalten, und das nicht nur gut, sondern sehr gut. Mit dabei und immer an seiner Seite ist seine Frau, Liedermacherin Bettina Göschl. Mit seidiger Stimme begleitete sie den ostfriesischen Abend. Ihre kantig, liebenswürdigen Lieder gehören fest ins Repertoire der Ostfriesenkrimi-Abende.

Und dann wurden endlich auch die guten alten Freunde aller Wolf-Fans aus dem Gepäck geholt: Weller, Rupert und Lieblings-Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen. Auch in dieser Geschichte, der 14. in der Romanreihe, werden Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen, ihr Mann Frank Weller und Kollege Rupert in einen pikanten Mordfall verwickelt. Pikant deshalb, weil ein junger Youtube-Star und der niedersächsische Innenminister darin verwickelt sind.

„Lassen Sie uns diesen Virus verbreiten“

Kurzweilig, amüsant und spannend gestaltete Klaus-Peter Wolf diesen Abend, der viel mehr war als eine Lesung. Und am Ende machte der Autor auf sein Kinderbuch-Projekt aufmerksam. „Wir machen Leseförderung, soviel es nur geht“, erklärte er. Aus Angst, dass es irgendwann eine Generation geben könnte, die gar nicht mehr liest, würden seine Frau und er schon in den Kindergärten anfangen und dort Vorlese-Nachmittage veranstalten. „Lassen Sie uns diesen Virus verbreiten, und eine Pandemie auslösen“, erklärte er.

Natürlich schreibt das Künstlerpaar auch die passende Lektüre. Unter dem Titel „Die Nordseedetektive“ werden schon die ganz Jungen dazu verführt, Fachleute in puncto Nordsee-Krimi zu werden.

Zum Abschluss gab es für die Fans noch eine Rupert-Geschichte rund um den beliebten Assistenten von Hauptkommissarin Klaasen. Das wussten die eingefleischten Wolf-Leser zu schätzen und bedankten sich mit viel Applaus und lieben Worten bei ihrem Krimi-Idol.

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