Acht Gastronomien beteiligen sich an der Lübbecker Kneipennacht – Veranstalter nicht zufrieden Deutlich weniger Partygänger

Lübbecke (WB/ria). Sieben Bands und ein DJ haben am Samstagabend in acht Lübbecker Lokalen für Stimmung gesorgt. Die Kneipennacht hat sich in den vergangenen Jahren zur festen Größe im Veranstaltungskalender der Stadt entwickelt, Sie lockte jedoch – wohl aufgrund der aktuell spürbaren Verunsicherung vieler Menschen durch das Coronavirus – deutlich weniger Partygänger an als in der Vergangenheit.

Bianca (vorne rechts) genießt den Abend mit Schlagersänger Denny Storm in der “Alten Backstube” in vollen Zügen: „Nirgendwo ist die Stimmung so gut wie hier.“ Die Veranstalter zogen jedoch ein verhaltenes Fazit zur diesjährigen Kneipennacht.
Bianca (vorne rechts) genießt den Abend mit Schlagersänger Denny Storm in der “Alten Backstube” in vollen Zügen: „Nirgendwo ist die Stimmung so gut wie hier.“ Die Veranstalter zogen jedoch ein verhaltenes Fazit zur diesjährigen Kneipennacht. Foto: Ria Stübing

Der Start

Um die etwas außerhalb gelegenen Gaststätten „Barres Brauwelt“ und „Wiehenkrug“ ins Geschehen einzubinden, gab es einen kostenlosen Fahrservice. „Ein Besuch in der Brauwelt ist ein guter Einstieg“, fand Friederike aus Hamburg. Die gebürtige Lübbeckerin und sechs ihrer Freunde nutzten den Abend für ein Wiedersehen, da es sie nach dem Abitur am Wittekind-Gymnasium alle in verschiedene Städte verschlagen hat.

Bei rockigen Rhythmen der Band Cato stimmte sich die Gruppe auf eine lange Partynacht ein. Cato rockte das stimmungsvoll beleuchtete Gewölbe mit einer unvorhersehbaren Mischung aus fulminanten Eigenkompositionen sowie Klassikern aus Rock und Pop der vergangenen 30 Jahre.

Im „Wiehenkrug“ war die Besucherzahl am frühen Abend noch überschaubar, was der Stimmung der Anwesenden aber keinen Abbruch tat. Die X.O. Band indes erfüllte bereitwillig jeden Musikwunsch.

Zeitreise

In der Innenstadt lud DJ Goscha die Gäste auf eine Zeitreise durch die Jahrzehnte der Popmusik ins „Ührken“ im Burgmannshof ein. Vom Marktplatz aus fiel bereits das fröhliche Treiben hinter den Fenstern des „Kiz“ ins Auge. Dort hatten es sich die Akustik-Helden zum Ziel gesetzt, das Publikum mit ihren Interpretationen bekannter Titel in Stimmung zu bringen. Neue Textpassagen in bekannten Stücken überraschten und begeisterten gleichermaßen und animierten zum Tanzen, Lachen und Mitsingen.

Gesundheitstipps gab es gratis obendrein: „Bitte in den Ärmel niesen, das haben wir letzte Woche auf unserer China-Tour gelernt“, scherzte einer der drei Musiker. Um in Lübbeckes älteste Kneipe „Zur alten Backstube“ zu kommen, durften die Besucher keine Berührungsängste haben. Man musste sich einen Weg durch das Partyvolk bahnen, das sich dicht an dicht in der Gaststube von Sonja Picker Lorenzen drängte, um mit Schlagersänger Denny Storm auf Tuchfühlung zu gehen. Bereits zum sechsten Mal brachte die Stimmungskanone den Boden der „Backstube“ im Rahmen der Kneipennacht zum Beben.

Bianca aus Lübbecke verbrachte dort mit ihrer Tochter den ganzen Abend. „Denny ist ein Mega-Schlagersänger, die Stimmung ist unfassbar gut“, schwärmte sie.

Keine Stimmung

In der „Lobby“, einem noch recht jungen Lokal in der Niedernstraße, hörte man zwar Musik beim Eintreten, musste die Band aber erst suchen. Im Obergeschoss gaben sich „Real Spirit“ redlich Mühe, Stimmung in den Laden zu bringen, doch schien das Publikum immun gegen jegliche Art von Beats zu sein. Schade, denn die Band hatte von Oldies über Charthits der 80-er und 90-er Jahre bis hin zu den aktuellen Top 40 alles drauf.

Wenige Meter weiter, im „Mäng“, hatte „Dr. Beat“ keine Probleme, dem Publikum einzuheizen und Wirtin Brigitte ließ es sich nicht nehmen, auf ihrer Mundharmonika eine musikalische Einlage zu liefern.

An einem Tisch gönnten sich Ute, Lia, Karola und Gabi eine kurze Verschnaufpause. Das Quartett war unter anderem im Wiehenkrug, „weil dort im vergangenen Jahr die Stimmung am besten war“ und startete im Mäng zur Runde durch die Innenstadt. Das vorläufige Fazit der vier Damen aus Hüllhorst und Bünde lautete: „Je später der Abend, desto voller die Kneipen.“ Mit Granufunk konnten die Besucher im „Blue Mojo“ ein wirksames Mittel gegen Tanzschwäche testen.

Angst

„Wir sind nicht zufrieden, die Leute haben Angst und bleiben zu Hause“, so das erste Fazit am Abend von Veranstalter Adam Ruta. Mit seiner Gastro Event GmbH setzt er die Bandnacht seit 20 Jahren in vielen Städten um. Auch in Lübbecke läuft sie seit Jahren, wurde jedoch dieses Mal schlechter angenommen, was mutmaßlich auf die Furcht vor dem Coronavirus zurückzuführen sei.

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