46. Maibock-Anstich in Lübbecke: Brauerei Barre bewirtet 350 Gäste
Altes Pils, neues Bier und eine schicke Kiste

Lübbecke (WB). Wenn der liberale Bundestagsabgeordnete mit dem grünen Landratskandidaten anstößt, wenn der Unternehmer mit dem Kneipier plauscht und die Mindener mit den Lübbecker Bürgerschützen eine Gulaschsuppe löffeln – dann ist Maibock-Anstich. Zum geselligen Austausch im stilvollen Ambiente von Barres Brauwelt haben sich am Freitag 350 geladene Gäste aus Politik (allein 35 Bürgermeister), Wirtschaft und Gesellschaft eingefunden. Die Gastgeber Christoph Barre und Thomas Holle von der Privatbrauerei hatten nicht nur ihre Starkbier-Spezialität anzubieten, sondern auch Neuigkeiten aus ihrem Unternehmen.

Montag, 02.03.2020, 06:00 Uhr
Mit dem frisch gezapften Maibock: Thomas Holle (von links), Christoph Barre mit den Töchtern Clara und Paula, Frank Haberbosch und „Brauer Bernhard“. Foto: Freya Schlottmann

Bevor Bürgermeister Frank Haberbosch mit zwei kräftigen Hammerschlägen das Warten auf frisch gezapftes Maibock vom Fass beendete, verblüffte Brauereichef Christoph Barre mit einer ganz neuen Sicht auf die Corona-Epidemie. „Ich freue mich, dass Sie trotz der Diskussionen gekommen sind“, spielte er auf so manche Warnung vor größeren Menschenansammlungen an und zitierte einen Bekannten. „Aber das ist ja auch der Traum eines jeden Mannes – zwei Wochen in einer Brauerei in Quarantäne zu sitzen.“

Maibockanstich bei Barre

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  • Maibockanstich bei Barre
Foto: Freya Schlottmann/Friederike Niemeyer
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Dann knüpfte Barre an den Maibock-Anstich im Jahr zuvor an. Da hatte er eine tolle Entdeckung präsentiert, nämlich die 1977 wieder aufgetauchte und nun gründlich untersuchte alte Bierflasche aus dem Jahr 1885. Nun ist die Untersuchung an der Technischen Universität München-Weihenstephan abgeschlossen, und ein Film (gedreht von Ilex-Media) präsentierte den gespannten Gästen das Ergebnis: Ja, die Bierflasche enthält 135 Jahre altes und noch voll genießbares Bier. „Ein schönes, schlankes, elegantes Bier“, urteilte der Wissenschaftler Dr. Martin Zarnkow. Und bis dato tatsächlich die älteste voll erhaltene Bierflasche Deutschlands. Weitere Untersuchungen zeigten, dass es sich um ein typisches Lager-Pils handelt, dass von der Brauerei damals schon mit untergäriger Hefe für den Übersee-Export produziert wurde. Und ein Beleg, dass die Brauerei als eine der ersten eine Kältemaschine im Einsatz hatte, um auch solch ein Bier lagern zu können.

Leichtes Cherry-Aroma

Im Laufe des Abends konnten sich die Besucher selbst ein Urteil über dieses alte Barre-Lagerbier machen, denn die Lübbecker Braumeister hatten anhand der Proben die Rezeptur nachgebraut. „Sehr süffig und mit leichtem Cherry-Aroma“, meinten die Kenner nach einem Schluck.

Doch die Barre-Brauerei schaut keineswegs nur zurück. Mit einem neuen Produkt im Sortiment soll der Trend zu naturtrüben Bieren aufgegriffen werden. „Keller 1842“ heißt das neue Kellerbier aus Lübbecke – ein Verweis auf das Gründungsjahr der Brauerei. Dazu soll im Mai ein neuer Design-Bierkasten auf den Markt kommen – eine Investition, mit der die Privatbrauerei ein deutliches Zeichen pro Mehrweg setzen will. „Wir sind gut beraten, dieses System zu pflegen und auszubauen“, sagte Christoph Barre. Regionalität und kurze Transportwegen seien für immer mehr Verbraucher ein wichtiges Kriterium.

Begleitet von Live-Musik-Klängen von Modern Walking verteilten sich die Gäste schließlich in den 13 Gewölben von Barres Brauwelt. An einem Stehtisch hielt Autor Alexander Hoffmann eine Signierstunde. Sein Roman „Hopfen, Malz und Blut“ rund um einen mysteriösen Todesfall in der Lübbecker Brauerei hat sich so gut verkauft, dass eine zweite Auflage in Vorbereitung ist. Und ein weiterer Roman mit dem „Tatort Barre-Land“ ist in Arbeit. „Ich werde die nächsten zwei Tage nutzen, mich weiter in der Umgebung umzuschauen“, sagte Hoffmann. „Wenn ich über etwas schreibe, das ich nicht gesehen habe, merken das die Leser.“ Veröffentlicht wird der neue Krimi voraussichtlich im Oktober.

Historische Figur

Spargel- oder Heideköniginnen in ihren typischen Trachten sind kein ungewöhnlicher Besuch beim Maibock-Anstich. Diesmal mischte sich auch „Colon Johann Sültemeyer“ mit Tracht und Gitarre unter die Gäste. Friedrich Obermeier verkörpert die historische Figur aus Bad Oeynhausen, die 1745 die erste kalte Solequelle entdeckt haben soll.

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