Andreas Winkelmann gestaltet zweite Veranstaltung der Krimitage in der Lübbecker Bücherstube Leichenteile im Bus versteckt

Lübbecke (WB). Auch die fünfte Auflage der Lübbecker Krimitage „Mord am Wiehen“ hat sich als Publikums-Magnet erwiesen. Mit der erfolgreichen Veranstaltungsreihe hat Buchhändler Andreas Oelschläger den Geschmack der Krimifans in und um Lübbecke getroffen. Nach dem diesjährigen Auftakt im ausverkauften ehemaligen großen Kinosaal des Schäppchens , fand die zweite Lesung in der Bücherstube statt.

Von Ria Stübing
Bei der zweiten Veranstaltung der diesjährigen Lübbecker Krimitage las Bestsellerautor Andreas Winkelmann, alias Frank Kodiak, in der voll besetzten Bücherstube vor.
Bei der zweiten Veranstaltung der diesjährigen Lübbecker Krimitage las Bestsellerautor Andreas Winkelmann, alias Frank Kodiak, in der voll besetzten Bücherstube vor. Foto: Ria Stübing

Als Mann mit gespaltener Persönlichkeit stellte sich dabei am Mittwochabend Andreas Winkelmann, auch bekannt unter dem Pseudonym „Frank Kodiak“, dem Publikum in der voll besetzten Buchhandlung vor. Kodiak, um dessen neuen Roman „Das Fundstück“ es an diesem Abend ging, habe er zu Hause gelassen: „Er ist depressiv und betrunken, wäre sicher unflätig geworden“, erklärte der Bremer Schriftsteller.

Mit erheiternden Anekdoten rund um Fernbusreisen und die dabei möglichen Unannehmlichkeiten, wie beispielsweise einem knurrigen Fahrer, der stets um die Sauberkeit der Bordtoilette besorgt ist und diese deshalb zwischen zwei Stopps niemals mehr als drei Passagieren zugänglich macht, startete die Reise für die Zuhörer an diesem Abend. Mit „YouBus“ hat Winkelmann ein noch junges Unternehmen erfunden, welches dem großen Konkurrenten mit den allseits bekannten grünen Fahrzeugen Paroli bieten will. Mit einem bizarren Fund im Gepäckraum eines dieser neuen Busse beginnt die Ermittlungsarbeit des Bremer Kommissars Olav Thorn. In dem zurückgebliebenen Koffer befinden sich fein säuberlich verpackte Leichenteile und ein Zettel mit der rätselhaften Botschaft „Ich packe meinen Koffer und auf die Reise geht…?“

Publikum mit einbezogen

Eine weitere Szene: Ein dunkler Winterabend in Berlin. Eine junge Frau fühlt sich auf dem Heimweg verfolgt, schafft es schließlich doch, ihr vermeintlich sicheres Zuhause zu erreichen und erwacht mitten in der Nacht von Geräuschen, die nichts Gutes verheißen…

Beim Lesen der sorgsam ausgewählten Passagen seines neuen Buches bezog der Thrillerautor das Publikum immer wieder mit ein. Romanfiguren erhielten Vornamen einzelner Zuhörer und so wurde man bei Kodiak ganz schnell selbst zum Teil der haarsträubenden Handlung.

„Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, nach einer Lesung im Hellen nach Hause zu gehen“, erklärte der Autor seine Frage, wann denn in Lübbecke die Straßenbeleuchtung erlöschen würde. Nach den Ideen für seine blutrünstigen Geschichten gefragt, erfuhr das Publikum, dass häufig Rachegelüste den Grundstein für eine neue haarsträubende Handlung legen. Ein Buch habe er nur geschrieben, weil er sich an seiner Schwiegermutter rächen wollte. „Nur, damit Sie nicht auf die Idee kommen, ich könnte ein netter Typ sein“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Zwei Stunden bester Unterhaltung vergingen wie im Flug, auch zu einer Runde des beliebten Spiels „Ich packe meinen Koffer…“ lud Winkelmann die Krimifreunde ein, doch war Lübbecke hier bereits nach sechs Begriffen aus dem Rennen. Andere sollen es besser gemacht haben. Zum Signieren der zahlreichen Exemplare seiner Bücher, die er sowohl unter seinem bürgerlichen Namen als auch unter den Pseudonymen „Frank Kodiak“ und „Hendrik Winter“ veröffentlicht hat, nahm sich der Autor sowohl in der Pause als auch nach der Lesung Zeit und schrieb so manchen „abgründigen Gruß“ auf die erste Seite.

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