Vorstand der Sparkasse Minden-Lübbecke präsentiert Jahresbilanz
Drei-Milliarden-Marke geknackt

Minden/Lübbecke (WB). Ziel erreicht. Auf der Agenda der Sparkasse Minden-Lübbecke stand für das Geschäftsjahr 2019 das Knacken der Drei-Milliarden-Marke. Am 31. Dezember stand fest: das betreute Kundenvermögen liegt bei 3,1 Milliarden Euro (2018: 2,85 Milliarden Euro).

Freitag, 07.02.2020, 20:00 Uhr
Die Sparkassen-Vorstände Wolfgang Kirschbaum (links) und Volker Böttcher blicken auf ein sehr gutes Geschäftsjahr. Foto: Amtage

Diese Zahl präsentierten am Freitag der Vorstandsvorsitzende des kommunalen Kreditinstituts, Wolfgang Kirschbaum, und Vorstand Volker Böttcher bei der Jahresbilanz in der Sparkassen-Hauptstelle in Minden. Das Kundengeschäft weise „hervorragende Zahlen“ aus. „In unseren drei Kerngeschäftsfeldern Kredit-, Einlagen- und Dienstleistungsgeschäft konnten wir im vergangenen Jahr erneut kräftig und überdurchschnittlich wachsen“, erklärte Kirschbaum.

So beträgt die Bilanzsumme 2,69 Milliarden Euro (2018: 2,56). Die Kundeneinlagen liegen bei zwei Milliarden (1,87), die Kundenwertpapiere bei 1,1 Milliarden Euro (0,98). Auch die Kreditbestände wuchsen: die Geschäftsentwicklung weist 1,74 Milliarden Euro (1,69) aus. Davon stammen 0,78 Milliarden Euro (0,74) aus dem Firmenkundengeschäft.

Wirtschaft brummt nicht

Allerdings bekommt auch die Sparkasse Minden-Lübbecke zu spüren, dass die Wirtschaft im Mühlenkreis nicht mehr ganz so brummt. Besonders im vierten Quartal sei die Zurückhaltung der Unternehmen bei der Investitionsbereitschaft zu spüren gewesen, schilderte Wolfgang Kirschbaum. Dennoch bewege man sich noch auf sehr hohem Niveau.

Blickt der Vorstand positiv auf die Zahlen des Jahres 2019, so sieht er bei der Ertragslage aber doch „die ein oder andere Bremsspur, die wir umschiffen müssen“. Das Problem bilde das niedrige Zinsniveau, das im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreichte. In diesem Umfeld habe sich der Zinsüberschuss als Hauptertragsquelle der Sparkasse noch einmal um 2,8 Millionen Euro reduziert. „Durch das hervorragende neue Kundengeschäft sowie durch interne Kosteneinsparungen konnte dieser Rückgang jedoch erfolgreich kompensiert und der Ertrag damit stabil gehalten werden“, sagte Kirschbaum. Das vom Kreis und den Städten Minden und Petershagen getragene Geldinstitut wies zum 31. Dezember einen Jahresüberschuss von 4,9 Millionen Euro aus.

Einlagen steigen

Auch wenn das Deponieren von Geld auf den Girokonten praktisch keinen Gewinn bringt, stiegen die Einlagen um etwa 128 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro an. „Das ist das größte Wachstum, das jemals erreicht wurde“, bilanzierte der Vorstandsvorsitzende. Bei den Kundenkrediten habe die Sparkasse an die sehr guten Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen können. Mit einem Anstieg von 49 Millionen Euro habe sich der Wachstumspfad fortgesetzt.

In einem harten Wettbewerbsumfeld befindet sich das heimische Kreditinstitut bei den Wohnungsbaufinanzierungen. Dabei konnte die Sparkasse Minden-Lübbecke neue Wohnungsbaudarlehen in Höhe von mehr als 106 Millionen Euro zusagen. Baugrundstücke seien deutlich zu wenige auf dem Markt. Zudem zögen die Preise weiterhin an.

Während die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr leicht von 589 auf 562 schrumpfte, blieb die Zahl der Geschäftsstellen mit 21 und neun SB-Standorten stabil. 39 Auszubildende zählt die Bank.

Bedeutender Sponsor

Starken Zuwachs erfuhren erneut die telefonischen Kundenanfragen im Privatkundencenter. Die rund 20 Mitarbeiter im Callcenter griffen 2019 mehr als 229.000 Mal zum Telefonhörer (2016: 155.000).

Beim Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr erwartet der Vorstand ein stabiles Ergebnis. Zurückhaltender zeigt sich Wolfgang Kirschbaum bei der Frage nach einer Fusion mit anderen Sparkassen vor dem Hintergrund des stärker werdenden Finanzdrucks und der zunehmenden Regulatorik. Momentan sei eine Fusion kein Thema. Ende 2021 werden die Träger der Sparkasse ohnehin über etwas anderes nachdenken müssen. Denn Wolfgang Kirschbaum wird Ende 2022 in den Ruhestand gehen, sein Mitstreiter Volker Böttcher Ende 2023. Beide sehen die Sparkasse für einen solchen Übergang gut aufgestellt. „Wir haben hervorragende eigene Leitungskräfte, aber auch für externe Führungskräfte sind wir ein sehr interessantes Kreditinstitut.“ Das mag auch an der überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote von aktuell mehr als 18 Prozent liegen.

Das kommunale Kreditinstitut erweist sich als bedeutender Steuerzahler und Sponsor mit fast 800.000 Euro an Spenden, Stiftungsmitteln und Sponsoringleistungen für die Region.

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