Toningenieur Eduard Meyer erzählt – zweites Thema Innenstädte
Bohnen und Bowie

Lübbecke (WB). Mit Eduard Meyer hatte Rainer Döring einen waschechten Gehlenbecker im Gepäck, der mit launigen Geschichten aus seinem Leben im Dunstkreis von David Bowie zu unterhalten wusste. Auch daran haben die Gäste des 33. Fitzebohnenessens erkennen können, dass der Chef von Expert Döring der Stadt Lübbecke mehr als nur geschäftlich verbunden ist – auch wenn er in Löhne lebt. Und warum das so ist, erklärte der Sponsor des diesjährigen Traditionsessens im Verlauf des kurzweiligen Abends.

Freitag, 07.02.2020, 07:00 Uhr
Beim Fitzebohnenessen wird gesungen, miteinander geredet und natürlich gegessen. An diesem Abend refeierten von links) Thomas Kunz, Eduard Meyer, Rainer Döring und Gerhard Bösch. Foto: Friederike Niemeyer

Etwa 130 Gäste konnte Gerhard Bösch, Vorsitzender des Gehlenbecker Fitzebohnenvereins, am Mittwoch im Gewölbe der Brauwelt begrüßen. An den langen Tischen und bei kühlem Bier und herzhaftem Eintopf fiel es leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Über Partei- und Ortsteilgrenzen hinweg. „Etwas zu wenig Flüssigkeit, dafür besonders mild im Geschmack“, lautete das Urteil der Fitzebohnen-Kenner in diesem Jahr zu ihrem Leibgericht. Und das wurde einmal mehr mit dem Fitzebohnenlied gefeiert. Ingeborg Renz übergab den Staffelstab für die Gitarrenbegleitung an ihren Bruder Ulrich.

2019 wurden 6200 Euro gesammelt

Die Kosten für die Verpflegung übernimmt jeweils ein Sponsor, so dass das gespendete Kost-Geld vollumfänglich für Bildungs-, Naturschutz- oder Landschaftspflegeprojekte vorzugsweise in Gehlenbeck und Eilhausen eingesetzt werden kann. Die im vorigen Jahr eingesammelten 6200 Euro hat der Verein an die Grundschule, die Kindergärten in Gehlenbeck und Eilhausen sowie für die Gehlenbecker 900-Jahr-Feier gespendet.

Seit 1953 ist die Firma Döring mit einer Unterbrechung in Lübbecke präsent. Heute gehören neben dem Verkauf von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik auch Smart Home, Photovoltaik und Firmen-Lösungen zum Angebot, erläuterte Rainer Döring. Einer der vielen Auszubildenden sei in den 60ern der Gehlenbecker Eduard Meyer gewesen. Und auch daran, dass sich die Firma Döring überhaupt im nördlichen Ostwestfalen ansiedelte, hatte ein Lübbecker seine Finger im Spiel, wie Rainer Döring erzählte. „Der Künstler Otto Piene war ein Kriegskamerad meines Vaters.“ Als es darum ging, dass die Brüder Hans und Rolf Döring mit ihrem 1946 in Chemnitz gegründeten Radiogeschäft in den Westen wollten, folgten sie dem Werben Pienes und siedelten sich in Löhne-Mennighüffen und mit einer Filiale in Lübbecke an. Inzwischen hat das Unternehmen mit 85 Mitarbeitern auch Geschäfte in Herford und Bad Salzuflen.

Eduard Meyer erzählt von den Hansa-Studios

Eduard Meyer wiederum berichtete, dass er nach Abitur und Ausbildung als Tontechniker die Technik stärker mit dem Musikmachen verbinden wollte. Und so folgten nach Studium und Zwischenstation in Köln ab 1976 viele aufregende Jahre als Tonmeister in den Hansa-Studios nahe der Berliner Mauer. Dort lernte er nicht nur Zarah Leander oder Paul Kuhn, Reinhard Mey oder Frank Zander kennen, sondern auch jenen in den 70er Jahren schon legendären David Bowie. „Mit Kaffeekochen habe ich bei ihm angefangen, später durfte ich auch Aufnahmen machen“, erzählt Meyer. Schließlich ist er sogar mit einem Cello-Spur auf einer LP verewigt. „Dafür habe ich nicht einen Pfennig bekommen“, sagte Meyer augenzwinkernd. Was einer Verbundenheit zu dem Ausnahmekünstler aber keinen Abbruch tat, wie zahlreiche Fotos dokumentierten.

„Innenstädte erhalten die Note drei plus“

Aus der Vergangenheit ins Heute brachte die Gäste der Vortrag von Thomas Kunz, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands OWL. Er widmete sich den Auswirkungen des Online-Handels. Bis 2025 prognostizierte er weitere Umsatzrückgänge des klassischen Einzelhandels, Geschäftsschließungen und in der Folge mehr Leerstände. „Die Verbraucher geben unseren Innenstädten im Schnitt die Note drei plus. Das ist aus unserer Sicht zu wenig“, sagte er. Um die Städte lebendig zu halten sei es notwendig, Einkaufserlebnis und Bequemlichkeit für Kunden zu verbessern. Durch die Zunahme an Transportverkehr seien die Verkehrsadern schon heute an ihren Grenzen, sagte Kunz. Bevor es nicht entsprechend ausgebaute Alternativen gebe, dürfe der Individualverkehr nicht benachteiligt werden. Er plädierte für verlässliche, unbürokratische Sonntagsöffnungen an maximal acht Terminen und forderte die Immobilienbesitzer auf, mit den Geschäftsmieten auf die sinkenden Umsätze zu reagieren.

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