Stadt lässt sieben Bäume am ZOB entfernen – Platz für Neubau Die Linden sind gefällt

Lübbecke (WB/vw). Es knackt und knirscht und schon hat der große Greifarm einen weiteren Ast entfernt. Am ZOB sind Donnerstagmorgen sieben Linden gefällt worden. Diese müssen dem neuen Busbahnhof weichen, der im Zuge des Baus des Westertorprojekts entsteht.

Mit einem großen Greifarm werden die Äste entfernt. An den gefällten Bäumen sind noch die bunten Protestbänder zu sehen.
Mit einem großen Greifarm werden die Äste entfernt. An den gefällten Bäumen sind noch die bunten Protestbänder zu sehen. Foto: Niemeyer

Der Bauausschuss hatte am 22. Januar den Entwurf für die entsprechende Straßenbauplanung mehrheitlich gegen drei Stimmen von Grünen und CDU beschlossen. Weitere zwei CDU-Fraktionsmitglieder hatten sich enthalten. Das Fällen der Bäume ist das erste sichtbare, bauliche Zeichen im Zusammenhang mit dem Westertor. In der Planung für den neuen Busbahnhof sind sieben neue Baumanpflanzungen vorgesehen, wie Baudezernent Ingo Ellerkamp in der Sitzung vorstellte.

„Die gesetzlichen Bestimmungen sind so, dass wir nach dem Beginn der Vegetationsphase am 1. März keine Bäume mehr fällen dürfen“, sagte Stadtsprecher An­dreas Püfke. Mit dem Fällen sei ein politischer Beschluss umgesetzt worden, dafür sei kein rechtskräftiger Bebauungsplan notwendig. In der Annahme und mit dem Ziel, dass es im Frühjahr mit dem Abriss des Parkhauses sowie der Verlegung des ZOB losgeht, sei das Fällen der Linden in Auftrag gegeben worden. Erledigt wurden die Arbeiten von der Firma Drinkuth aus Hille.

Nächster Schritt: Abriss des Parkhauses West

Die sieben Linden wurden zunächst gestutzt, dann gefällt und anschließend wurden die Wurzeln weggefräst. Das Holz wurde auf einen großen Anhänger geladen. Noch beim Fällen waren die Linden mit bunten Bändern und Kreuzen versehen, die die Bürgerinitiative Pro ZOB angebracht hatte. Diese hatte am vergangenen Samstag mit der erneuten Kennzeichnung der betroffenen Bäume wiederholt ein sichtbares Zeichen gegen diese planungsbedingte Maßnahme gesetzt. „Lübbecke verliert mit diesen Bäumen nicht nur seine einzige Allee im Innenstadtbereich, sondern auch ein Erscheinungsbild, das an den Ursprung dieser Straße und ihres Quartiers erinnert“, heißt es von Seiten der Bürgerinitiative.

Nächster baulicher Schritt ist der Abriss des Parkhauses West, die erste Maßnahme von Investor HBB. „Für die HBB ist das Vorliegen der Baugenehmigung sicherlich der Maßstab, um mit dem Abriss zu beginnen. Auch wenn die Baugenehmigung keine formale Grundlage dafür ist“, sagte Baudezernent Ingo Ellerkamp auf Anfrage. Ob inzwischen der Bauantrag von HBB bei der Stadt eingegangen ist, wollte Ellerkamp nicht kommentieren. „Darüber wird zunächst der Bauausschuss informiert“, sagte er. Die Ausschreibung für den Bau des neuen ZOB soll nach Beginn des Parkhaus-Abrisses erfolgen. Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich über sechs bis sieben Monate hinziehen. Bis zur Fertigstellung soll der alte ZOB nutzbar bleiben.

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