Bauhof hat noch 60 Tonnen Streugut auf Lager – rund um die Uhr in Alarmbereitschaft
Das Salz ist da, der Winter fehlt

Lübbecke (WB). Derzeit herrschen Temperaturen, wie sie sonst eigentlich erst im März seien sollten. Von Schnee oder Frost ist weit und breit nichts in Sicht. Die Mitarbeiter des Bauhofes Lübbecke lassen sich davon aber nicht beirren und sind weiterhin mit einem Winterdienst in Alarmbereitschaft.

Montag, 03.02.2020, 08:09 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 18:12 Uhr
Der Lübbecker Winterdienst ist vorbereitet, sowohl was das eingelagerte Salz als auch den Fuhrpark angeht. Torsten Günther zeigt, wo die Lauge zugeleitet wird, die in Kombination mit dem Streusalz die effektivste Tauwirkung zeigt. Foto: Freya Schlottmann

Erst drei Einsätze

60 Tonnen Streusalz liegen auf dem Betriebsgelände des Bauhofes an der Alsweder Straße noch vorrätig rum. Für insgesamt 150 Tonnen wäre dort Platz. Sollte sich der Winter nicht mehr von seiner frostigen und schneereichen Seite zeigen, wird der Salzberg aber vermutlich auch im kommenden Jahr noch in ähnlicher Höhe dort liegen. „Wir hatten nämlich insgesamt erst drei Einsätze und haben nur wenig von dem Salz bisher gebraucht“, berichtet Torsten Günther, technischer Betriebsleiter des Bauhofes in Lübbecke.

Von Ende Oktober bis Ende März halten er und seine Kollegen den Winterdienst für große Teile der Stadt vor. „Den Rest haben wir an die Firma Nedderhoff und mehrere Subunternehmer abgegeben“, sagt Günther. Sollte es tatsächlich nämlich noch mal einen starken Wintertag geben, könnten die insgesamt 24 Mitarbeiter des Bauhofes, die sich die Winterdienstbereitschaft in zwei Schichten abwechselnd zu zweit teilen und im Ernstfall die anderen diensthabenden Kollegen alarmieren, nicht bewältigen.

Einsatznachricht per SMS

Das letzte Mal, dass die Kolonnen „bis an die Substanz“ beim Winterdienst gehen mussten, sei laut Günther im Winter 2010/2011 gewesen. In dieser Saison ist in Sachen Winterdienst bislang dagegen so gut wie nichts zu tun gewesen. Trotzdem ist Torsten Günther stets in Habacht-Stellung und kontrolliert regelmäßig die Wettervorhersage.

Den aktuellen Bericht bekommt er über ein Straßeninformationssystem täglich per E-Mail zugeschickt. Darin stehen unter anderem die vorhergesagten Tages- und Nachttemperaturen und eine Niederschlagsübersicht. „Das ist immer sehr detailliert für den Abend und den Folgetag“, erklärt Günther. Sollten sich die Temperaturen in den 1-Grad-Bereich begeben und Niederschlag anstehen, werden die diensthabenden Mitarbeiter automatisch per SMS benachrichtigt. Diese können dann bereits am Abend vorher die Fahrzeuge zu Streumobilen umbauen und sie mit Streusalz und einer Lauge befüllen, die im Glättefall kombiniert zum Einsatz kommen.

Persönlicher Check der Bergstrecken

„Wochentags geht es dann ab 4 Uhr spätestens los, wenn wir streuen oder räumen müssen“, sagt Torsten Günther. Am Wochenende beginne der Dienst samstags um 6 Uhr und sonntags um 6.30 Uhr und müsse bis 21 Uhr ermöglicht werden. „Wenn sehr schlechtes Wetter ist und es zum Beispiel Eisregen gibt, geht es natürlich auch mal länger“, sagt der technische Betriebsleiter.

Ausschließlich verlassen sich die Mitarbeiter des Bauhofes aber nicht immer nur auf die Wettervorhersage und checken die tatsächlichen Straßenverhältnisse deshalb auch schon mal mitten in der Nacht selbst. „Die Bergstrecken können sehr schnell mal gefroren sein. Wir hatten es auch schon, dass nichts angesagt und es dann doch glatt war und umgekehrt“, sagt der 52-Jährige.

Mitarbeiter übernehmen andere Aufgaben

Vier große Fahrzeuge und zwei Kleinschlepper hat der Bauhof für den Winterdienst im Repertoire. Zusätzlich gibt es noch zwei Fußtruppen, die im Einsatzfall per Hand Geh- und Radwege abstreuen können, die mit den Fahrzeugen nicht zugänglich sind. Momentan sind sowohl die meisten dieser Fahrzeuge als auch die Mitarbeiter aber mit anderen Arbeiten als Schneeschippen und Salzstreuen beschäftigt. „Die Winter waren in den letzten Jahren meistens überschaubar“, meint Günther. Die Mitarbeiter hätten deshalb jetzt Zeit, beispielsweise noch übrige gebliebene Sträucher zurückzuschneiden.

Dass der Winter in diesem Jahr aber so mild ist, hält Torsten Günther trotzdem für auffällig. Erklären könne er sich das nicht. „Man hat keine Glaskugel um zu gucken, wie der Winter wird. Ich rechne aber damit, dass wir im Februar und März noch ein paar Einsätze bekommen“, sagt er. Das sei nämlich auch im vergangenen Jahr so abgelaufen. Bestens vorbereitet ist das Team vom Bauhof dann auf jeden Fall. Und sollte es mit dem Salz dann doch nicht mehr reichen, kann Torsten Günther beim Kreis noch Streugut nachordern. Platz sei dafür ja allemal, sagt Günther.

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