Weitere Forderung: Auch Nachtwache soll wieder eingerichtet werden
CDU will Kripo zurück nach Lübbecke holen

Lübbecke (WB/fs). Bereits seit Juli 2017 gibt es in der Lübbecker Polizeiwache keinen Nachtwachehabenden mehr. Die Wache ist somit nicht mehr 24 Stunden am Tag besetzt. Nachts müssen Bürger seitdem die Dienststelle in Minden aufsuchen, den Notruf 110 wählen oder eine Online-Anzeige aufgeben.

Freitag, 03.01.2020, 06:00 Uhr
Die Lübbecker CDU fordert, dass die Polizeiwache an der Osnabrücker Straße wieder 24 Stunden besetzt sein soll. Zudem sollen die im Jahr 2017 abgezogenen Kriminalbeamten wieder nach Lübbecke zurückversetzt werden. Foto: Arndt Hoppe

Die CDU Lübbecke fordert nun, dass diese Regelung wieder rückgängig gemacht werden soll. Außerdem solle das Kriminalkommissariat Lübbecke schnellstmöglich wieder besetzt werden. In einer Mitteilung begründen der Lübbecker CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus-Jürgen Bernotat und der Stadtverbandsvorsitzende Matthias Werneburg die Forderung folgendermaßen: „Durch die Zentralisierung ausschließlich in Minden wird eine persönliche Anzeigenerstattung erschwert. Vorladungen zu Vernehmungen, sei es als Geschädigter, Zeuge oder Beschuldigter, beziehen sich auf den Mindener Standort. Das bedeutet, dass gerade Personen, die nicht mobil sind oder schon älter, bei solchen Voraussetzungen schnell auf eine Anzeige verzichten. Dieses führt wiederum zu einer Verfälschung der Kriminalstatistik.“

Zusätzlich, so schreiben die Christdemokraten, biete ein örtliches Kommissariat einen viel direkteren Bezug zu den anfallenden Themen in Lübbecke und einen einfacheren Informationsaustausch mit den Beamten der Wache. „Die Räumlichkeiten sind nach wie vor vorhanden und könnten zeitnah bezogen werden“, meinen die CDU-Politiker.

Zur Forderung, dass die Polizeiwache Lübbecke wieder rund um die Uhr mit einem Wachhabenden besetzt werden soll, erklären sie: „Das bedeutet, dass hilfesuchende Bürger jederzeit einen Polizeibeamten auf der Wache antreffen können. Es muss nicht erst ein Streifenwagen angefordert werden, der möglicherweise gerade in Stemwede einen Unfall aufnimmt. Anzeigenerstattungen und andere Hilfeersuchen können sofort persönlich bearbeitet werden.“

Die CDU-Lübbecke will zeitnah Unterschriftenlisten auslegen, damit die Bürger in Lübbecke diese Forderung unterstützen können.

Die Polizei sieht das anders

Die von der CDU geschilderten Probleme weist die Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke auf Nachfrage dieser Zeitung zurück. Seit der Zusammenlegung der Kriminalkommissariate sei keine Verschlechterung der Ermittlungstätigkeiten festgestellt worden. „Eher das Gegenteil ist der Fall, die Aufklärungsquote weist sogar leichte Verbesserungen auf. Die Bündelung der Kriminalbeamten an einem Standort haben die Effektivität und die Flexibilität bei der Bekämpfung aktueller Kriminalitätsphänomene gesteigert“, erklärt Pressesprecher Ralf Steinmeyer.

Interne Abstimmungsprobleme oder ein erschwerter Informationsaustausch untereinander seien nicht entstanden. Zudem seien weiterhin Vernehmungen von Zeugen oder Beschuldigten durch Kripobeamte in Lübbecke durchgeführt worden. „Dies wird auch zukünftig der Fall sein“, sagte Steinmeyer. Da sich die Zentralisierung der Kriminalpolizei bewährt habe und sich die personelle Ausstattung der Direktion Kriminalität seit dem Sommer 2017 nicht wesentlich verändert habe, sei eine Widerbesetzung des Kriminalkommissariats in Lübbecke keine Option.

Auch die Auflösung der Nachtwache in Lübbecke habe sich als richtig erwiesen, da so die Personalressourcen kreisweit besser eingesetzt werden könnten. Die Möglichkeit zu einer Anzeigenerstattung sei zudem angepasst worden und würde von den Bürgern auch rege genutzt. „Für das Sicherheitsgefühl ist nicht entscheidend, ob die kriminalpolizeilichen Ermittlungen von Lübbecke oder Minden geführt werden. Wichtig für die Opfer von Straftaten ist vielmehr die Aufklärung des Deliktes“, meint Steinmeyer.

Zum Hintergrund

Grund für die Änderung der Öffnungszeiten der Lübbecker Wache war seinerzeit das Projekt „Perspektive Minden-Lübbecke 2023“. Damit sollte im Kreisgebiet die Leistungsfähigkeit der Polizei in Anbetracht der Pensionierungswelle mit einem zu erwartenden Personalrückgang von etwa zehn Prozent in den kommenden Jahren sichergestellt werden.

Statt der einzelnen Stadtwachen ist seit dem nur noch die Dienststelle in Minden rund um die Uhr besetzt. Auch die Rufnummern der Wachen werden für die Nachtstunden umgeschaltet und in Minden entgegengenommen.

2017 wurden zudem die Beamten der Kriminalpolizei, die bis dahin von der Lübbecker Wache aus gearbeitet haben, nach Minden versetzt und die Kriminalpolizei dort zentral zusammengefasst.

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