Rolf Kleffmann und Eyke Blöbaum sind neue Schiedsleute in Lübbecke Vermittler in der Not

Lübbecke (WB). Streiten will gelernt sein: Wer bei Pro­blemen oder Auseinandersetzungen nicht weiter weiß und einen Streitschlichter braucht, kann sich an sogenannte Schiedsleute wenden. In Lübbecke sind kürzlich zwei neue Schiedspersonen vereidigt und langjährige Freiwillige verabschiedet worden.

Von Freya Schlottmann
Als neuer Schiedsmann ist Rolf Kleffmann (von links) von Obmann Dieter Lange sowie Amtsgerichtsdirektor Thomas Beimann (2. von rechts) und Bürgermeister Frank Haberbosch (rechts) begrüßt worden. Sie verabschiedeten zudem Klaus Bergermann, Axel Grothe und Rainer Tempelmeier. Auf dem Foto fehlen: Eyke Blöbaum und Friederike Hoffmeier.
Als neuer Schiedsmann ist Rolf Kleffmann (von links) von Obmann Dieter Lange sowie Amtsgerichtsdirektor Thomas Beimann (2. von rechts) und Bürgermeister Frank Haberbosch (rechts) begrüßt worden. Sie verabschiedeten zudem Klaus Bergermann, Axel Grothe und Rainer Tempelmeier. Auf dem Foto fehlen: Eyke Blöbaum und Friederike Hoffmeier. Foto: Freya Schlottmann

Als ehrenamtliche Schiedspersonen sind künftig Rolf Kleffmann für den Bezirk Lübbecke West (Bezirk 3) und Eyke Blöbaum für den Bezirk Lübbecke Mitte im Einsatz. Die beiden Männer übernehmen damit die Arbeit von Axel Grothe, Rainer Tempelmeier und Klaus Bergermann, die nach elf Jahren Schiedstätigkeit ihr Ehrenamt nun ebenso abgeben, wie Friederike Hoffmeier, die seit 2014 Schiedsfrau war. Bei einer kleinen Feierstunde im Amtsgericht Lübbecke wurden die scheidenden Schiedsleute von Direktor Thomas Beimann verabschiedet.

Als unparteiische Schlichter vermitteln Schiedspersonen in den meisten Fällen zwischen zerstrittenen Nachbarn und klären Angelegenheiten, die nicht unbedingt vor Gericht ausgefochten werden sollen. Dazu zählen beispielsweise Unstimmigkeiten über Bewuchs, der zu weit auf ein fremdes Grundstück ragt oder Laub, das nicht entfernt wurde. »Jedes Verfahren ist anders. Die Themen sind dabei aber häufig die selben«, erklärte Axel Grothe.

Grundsätzlicher Vermittler

Die Schlichter müssen häufig aber nicht nur die aktuellen Streitigkeiten regeln, sondern fungieren des Öfteren auch als grundsätzliche Vermittler zwischen allen Beteiligten. »In den Schiedsverhandlungen kommt nämlich oft heraus, dass das Problem eigentlich ein anderes ist und häufig viel weiter zurückliegt als das, was aktuell geklärt wird. Viele Leute sprechen einfach nicht richtig miteinander«, sagte Klaus Bergermann.

In Lübbecke gibt es pro Jahr im Durchschnitt vier offizielle Schiedsverfahren. »Die Kompromissbereitschaft für eine Einigung ist dabei relativ hoch«, sagte Axel Grothe. Etwa zehn Fälle könnten zudem »zwischen Tür und Angel« geklärt werden und benötigten kein richtiges Verfahren, berichtet Amtsgerichtsdirektor Thomas Beimann.

Freiwilliger Einsatz

Bürgermeister Frank Haberbosch bedankte sich bei den Schiedsleute für ihren freiwilligen Einsatz. »Sie verkörpern diese Arbeit zu 100 Prozent und haben das immer sehr gut gemacht«, sagte Haberbosch. Das könne er auch deshalb beurteilen, weil sein Vorzimmer direkt neben dem Raum für die Schiedsverfahren liege.

Es sei allerdings nicht leicht, geeignete Personen für dieses Ehrenamt zu finden, meinte Haberbosch. »Man muss dafür Personen finden, die den passenden Hintergrund haben und das auch wirklich wollen«, bestätigte Rolf Kleffmann. Ein Schiedsverfahren sei nämlich nicht immer nur mit einem Gespräch getan. »Das kann mal zehn Minuten, mal zwei Stunden dauern. Und oft treffen wir uns auch mit den Beteiligten vor Ort«, ergänzte Axel Grothe.

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