Autor Lars Amend begeistert Publikum in Lübbecke mit Bestseller »It’s all good«
Perspektivwechsel

Lübbecke (WB). Zwischen Frankfurt und Berlin passt immer noch Lübbecke. Lars Amends Lesetermine sind rar. Andreas Oelschläger konnte den Bestseller-Autor trotzdem für eine Lesung im Rahmen der »Woche unabhängiger Buchhandlungen« gewinnen und landete damit einen Volltreffer.

Donnerstag, 07.11.2019, 22:00 Uhr
Wenn Lars Amend erzählt, dann ist es, als wenn man mit einem Freund in einer Kneipe sitzt. Er redet ohne Skript und erzählt aus seinem Leben. Dabei gibt der Live-Coach immer wieder Tipps und gute Ratschläge aus seinem Buch »It’s all good«. Foto: Eva Rahe

Aus Essen, Twistringen und Lüneburg waren die Gäste angereist, um Lars Amend zu sehen. Viele hatten ihre eigenen Bücher zum Signieren dabei und warteten gespannt, als Lars Amend um Punkt 20 Uhr die Bühne betrat. Er hatte sein neues Buch »It’s all good« dabei, aus dem er eigentlich lesen wollte. Tat er aber nicht. Stattdessen fing er an zu erzählen.

Er erzählte, wie alles anfing, als er mit Mitte 20 immer noch nicht wusste, was er eigentlich mit seinem Leben anfangen sollte. Als sein Vater ihm den guten Rat gab, das möglichst nicht zu Hause herauszufinden, sondern raus in die Welt zu gehen. Er ging nach London und arbeitete in der Musikbranche. Dann verschlug es ihn nach Frankfurt und er machte als Moderator beim hessischen Rundfunk Karriere. Es schien so, als habe sich ein Traum erfüllt: »Ich habe all die berühmten Menschen getroffen, die ich treffen wollte, von Bruce Springsteen bis Rihanna.« Doch dann wurde er plötzlich arbeitslos.

Neuanfang in Berlin

Lars Amend erging es in diesem Moment wie vielen anderen Menschen. Er dachte, nun sei alles zu Ende. Er musste wieder von vorne angefangen, sei nach Berlin gegangen, musste wieder an unzählige Türen klopfen, um einen Job zu finden. Da habe sich die Süddeutsche Zeitung gemeldet und ihn gefragt, ob er ein Wochenende mit Bushido verbringen und darüber schreiben wollte. Aus dem einen Wochenende seien zwei Jahre geworden und aus dem Artikel ein Buch.

Wenn Lars Amend erzählt, hängen die Menschen an seinen Lippen und lauschen. Sie verfolgen Wort für Wort, was er ihnen mit auf den Weg geben möchte, nämlich Mut. Mut, das Leben zu leben, wie sie es sich wünschen. Für dieses Credo hat er unzählige Beispiele parat. Er erzählt zum Beispiel, dass er noch nie ein Buch geschrieben hatte, er habe ja noch nicht einmal studiert. »Aber ich glaubte, dass ich das könnte, ein Buch zu schreiben, und deshalb habe ich es gemacht.«

Elf Bücher in elf Jahren

Aus diesem einen Buch wurden elf Bücher in elf Jahren. Zwei davon wurden verfilmt. Das letzte sogar mit Elyas M’Barek in der Hauptrolle. Als Lars Amend von seinen Erlebnissen mit Daniel erzählt, die Grundlage für den Film »Dieses bescheuerte Herz« wurden, sind alle mucksmäuschenstill. Mit Daniel, diesem todkranken Jungen, lernte Lars Amend, jeden Tag tatsächlich wie ein Geschenk zu behandeln. Er lernte, dass man sich immer wieder Zwischenziele setzen muss, wenn man einen schweren Weg vor sich hat. Und er lernte, einen Perspektivwechsel vorzunehmen, wenn es nicht weiterging. Daniel habe zum Beispiel den Dalai-Lama-mäßigen Satz herausgehauen: »Wenn du nicht fragst, ist die Antwort immer Nein!«

»Manchmal braucht es eben einen Arschtritt von einem 15-Jährigen«, meint Lars Amend und lacht. Mittlerweile ist es 21.20 Uhr und er schaut auf die Uhr. »Okay, also ihr könnt gehen, wenn ihr wollt, ihr müsst nicht hierbleiben«, sagt er. Natürlich steht keiner auf. Alle wollen bei Lars bleiben. So wird die gesetzte Deadline von 22 Uhr auch nicht eingehalten. Aber Andreas Oelschläger ist nicht böse drum. »Auch ich musste lernen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen, damit es weiterging«, sagt er. Die Bücher von Lars Amend hätten ihm damals weitergeholfen. Er bedankt sich herzlich bei dem Autor und lädt alle zur Signierstunde ein. Diese Stunde macht ihrem Namen alle Ehre. Fast alle Gäste lassen ihre Bücher signieren und nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Plausch oder ein Foto mit ihrem persönlichen Alltagshelden. Und die Bücherstube wird einmal mehr zu einem Ort für das persönliche Erlebnis in einer Welt voller Geschichten.

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