Diebstahl auf Parkplatz am Torfmoor in Lübbecke – Bestohlener schreibt an Täter
Lösegeld für einen Laptop

Lübbecke/Rahden (WB). Diebe haben in den vergangenen Tagen Autos auf Wanderparkplätzen in Lübbecke, Gehlenbeck und Nettelstedt aufgebrochen. Dabei entwendeten die Täter unter anderem einen Laptop. Der Besitzer will ihn zurück. Er hat Zettel aufgehängt, in denen er sich direkt an den Dieb wendet.

Freitag, 01.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 10:54 Uhr
Der Wanderparkplatz P 3 an der Moorbadstraße: Ein Autoknacker hat hier einen Laptop aus einem Skoda gestohlen. Jetzt wendet sich der Besitzer direkt an den Dieb (kleines Schild, links) und bietet ihm bei Rückgabe eine »großzügige Belohnung« an. Foto: Kai Wessel

Der bestohlene Mann war am Donnerstag vor einer Woche mit Frau und Verwandten zu einem Ausflug ins Torfmoor gestartet. Den Wagen stellte er nach Polizeiangaben gegen 15.30 Uhr am Parkplatz P 3 an der Moorbadstraße ab. Im Skoda befand sich der Laptop des Mannes. Vor dem Spaziergang durchs Moor wurde das Gerät kurzerhand unter dem Beifahrersitz versteckt.

Besitzer des Laptops verspricht »großzügige Belohnung«

Als der Rahdener gegen 17.15 Uhr vom Spaziergang zurück auf den Parkplatz kam, hatte ein unbekannter Täter den Wagen geöffnet und durchsucht. Der Laptop war verschwunden, das Entsetzen groß. Auf dem Gerät befanden sich wichtige Daten. Für den Dieb ist das Material zwar völlig wertlos, nicht aber für den Besitzer. Er hat am Parkplatz Zettel aufgehängt, auf denen geschrieben steht: »An den Dieb«. Der Besitzer verspricht auf dem Zettel eine »großzügige Belohnung«, wenn ihm der Laptop ausgehändigt wird. Als Kontakt ist die extra eingerichtete E-Mail-Adresse laptop-belohnung@web.de angegeben.

Dass Lösegeld für einen Laptop gezahlt werde, ist für Polizeisprecher Ralf Steinmeyer in Minden neu: »Ich kann mich nicht an einen ähnlichen Fall erinnern.« Autoaufbrüche an den Wanderparkplätzen rund ums Torfmoor und im Wiehengebirge würden allerdings seit Jahren bei der Polizei gemeldet. Steinmeyer spricht von einem »Dauerbrenner«. In den vergangenen Tagen seien vermehrt Anzeigen eingegangen. Dabei nahmen die Kriminellen nicht nur Autos an der Moorbadstraße ins Visier, sondern auch am Aspel in Nettelstedt, am Strubbergparkplatz an der B 239 und am Parkplatz P 1 am Moordamm. Hier hatte eine Lübbeckerin (42) am Samstag ihren Fiat Punto abgestellt. Als sie vom Spaziergang zurückkehrte, war die Beifahrertür aufgebrochen. Aus dem Handschuhfach fehlten 50 Euro Tankgeld.

Schilder, die auf Diebe hinweisen, sind nicht vorhanden

Ob der Autoknacker ermittelt werden kann, ist ungewiss. Die Polizei ist vor allem auf Zeugen angewiesen. Eine Observation der Wanderparkplätze ist nach Auskunft von Polizeisprecher Steinmeyer schwierig. »Die Täter kommen mal morgens, mal mittags, mal abends. Und manchmal vergehen nach einer Tat mehrere Wochen, bevor sie wieder zuschlagen.« Eine Videoüberwachung der Parkplätze sei auch keine Option. »Da gibt es hohe rechtliche Hürden«, sagt Steinmeyer. Zudem könnten sich die Täter einfach maskieren, um sich so der Strafverfolgung zu entziehen.

Der Polizeisprecher rät daher zu erhöhter Wachsamkeit und erinnert daran, keine Wertsachen im Wagen zurückzulassen: »Die Täter kennen jedes Versteck, Taschen locken sie an, auch wenn vielleicht nur Sportsachen darin sind.« Steinmeyer empfiehlt, das Handschuhfach demonstrativ zu öffnen, um den Tätern auf diese Weise zu zeigen, dass nichts zu holen ist. Kommt es zu einem Diebstahl, müssten Betroffene nicht nur den Verlust ihrer Wertsachen hinnehmen, sondern auch Zeit für Behördengänge und Werkstätten aufwenden, beispielsweise wegen einer zertrümmerten Scheibe.

Am Parkplatz P 1 waren am Donnerstag Wanderer aus Bünde. »Ich hätte nicht gedacht, dass sich hier Diebe rumtreiben«, sagte Dirk Kleinlanghorst. Schilder, die vor Langfingern warnen, gibt es weder am Parkplatz P 1 noch an den anderen Tatorten.

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