Sportschwimmer benötigen keine 50-Meter-Bahnen
SV Neptun begrüßt Bad-Pläne

Lübbecke (WB). Attraktiver, wirtschaftlicher, sicherer: Der Schwimmverein Neptun steht hinter dem Ratsbeschluss, das Freibad Gehlenbeck künftig mit 25-Meter-Bahnen auszustatten. Nach hitzigen Diskussionen hatte sich die heimische Politik für eine Umbau-Variante entschieden, die das Bad nicht nur moderner werden lassen soll, sondern auch die Abschaffung der 50-Meter-Bahnen vorsieht.

Donnerstag, 03.10.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 16:48 Uhr
Jerome Haake, Schwimmwart des SV Neptun, begrüßt die Entscheidung des Lübbecker Rates, im Gehlenbecker Freibad künftig nur noch 25-Meter-Bahnen anzubieten.

Das rief Kritiker auf den Plan, die Sportschwimmer in Zukunft benachteiligt sehen. Ausgerechnet der SV Neptun hat aber kein Problem mit einer Verkleinerung des ­Beckens – im Gegenteil. »Wir würden als Verein immer die kurze Bahn präferieren«, betont Schwimmwart Jerome Haake und verweist auch auf den Sicherheitsaspekt: »Eine 25-Meter-Bahn ist leichter zu beaufsichtigen als eine 50-Meter-Bahn. Da ist man mit zwei Trainern fast nur damit beschäftigt, zu gucken, ob alle Köpfe über Wasser sind.«

Acht Gruppen mit jeweils 15 bis 25 Kindern und Jugendlichen trainieren im Sommer beim SV Neptun unter professioneller Aufsicht. Auch Anfänger lernen hier die Grundlagen. Ein bis zwei Übungsleiter stehen pro Einheit am Beckenrand. Jerome Haake sieht 50-Meter-Bahnen auch in sportlicher Hinsicht als überholt an. »Unsere Sportschwimmer trainieren 70 Prozent auf Kurzbahn. Fast alle Wettkämpfe finden auf Kurzbahn statt«, so der Schwimmwart. Eine Ausnahme seien die Olympischen Spiele. »Aber dafür bewirbt sich Lübbecke ja glaube ich nicht«, sagt er grinsend.

Freibad soll familienfreundlicher werden

Das Gehlenbecker Freibad soll sich nach dem millionenschweren Umbau familienfreundlicher präsentieren. Der Nichtschwimmerbereich wird vergrößert, die Wasserfläche insgesamt aber verkleinert. Der SV Neptun war frühzeitig in die verschiedenen Pläne eingeweiht. Im Frühsommer besuchten Vertreter des Schwimmvereins eine Fraktionssitzung der CDU, in der das Thema Freibad auf der Tagesordnung stand.

Somit waren die Schwimmer frühzeitig im Bilde. Zwischen drei verschiedenen Modellen konnte der Rat am 19. September entscheiden. Mit 22 zu 13 Stimmen stimmte die Mehrheit für die Variante 3a, die auch die Möglichkeit bietet, an vollen Tagen im Schwimmerbecken ein flacheres Stück für Nichtschwimmer abzutrennen – und sechs 25-Meter-Bahnen vorsieht. Geheizt werden soll mit regenerativen Energien. »Wir hätten den dritten Entwurf gewählt, der keine Brücken zwischen den drei Becken vorsieht«, sagt Jerome Haake. Aber auch mit der nun gewählten Variante kann der SV Neptun gut leben.

Haake freut sich auf den Umbau des Freibades. »25 Jahre wurde nichts getan. Es ist wichtig, dass wir das Bad am Leben erhalten und familienfreundlich ausgestalten.« Dazu gehörten Liegeflächen und eine neue Struktur. Haake bezeichnet die beschlossene Lösung als »kompakter und nicht so weitläufig wie bisher«.

Ersparnis von bis zu 40.000 Euro

Die Maßnahme wird nicht nur aus dem städtischen Haushalt, sondern auch mit einem vom Bund bereitgestellten Fördergeld in Höhe von knapp drei Millionen Euro finanziert. Um das Geld abrufen zu können, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. »Die Förderung greift nur, wenn die Wasserfläche verkleinert wird. Alle Bäder, die in Deutschland saniert werden, gehen auf Kurzbahn«, erklärt der Schwimmwart.

Ein großer Vorteil sei der reduzierte Energieverbrauch. »Wird die Wasserfläche halbiert, wie in diesem Fall, viertelt sich das Volumen. Ein Freibad mit 25-Meter-Bahnen ist a) wirtschaftlicher und b) interessanter«, so der Experte. Damit stimmt er mit Torsten Stank (SPD) überein, der von der »aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvollsten Variante« sowie einem »Freibad der Zukunft« gesprochen hatte. Jährlich ließen sich so 30.000 bis 40.000 Euro Betriebskosten sparen.

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