Bauausschuss Lübbecke hält aber am Projekt an der Kreissporthalle fest
Kunstrasen ohne Kunststreu

Lübbecke (WB/fn). Die Planungen für einen Kunstrasenplatz an der Lübbecker Kreissporthalle laufen weiter, aber es soll Ausschau nach einem ökologisch unbedenklicherem Füllstoff gehalten werden. Das hat der Bauausschuss am Mittwoch beschlossen. Nur die Grünen verweigerten ihr Ja.

Freitag, 06.09.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 09:58 Uhr
Kunstrasenplätze erlauben Spielbetrieb auch in der »dunklen« Jahreszeit. Doch das Material, das in den Kunstflor eingestreut wird, ist umstritten. Lübbecke sucht nach Alternativen. Foto: dpa

Hintergrund der Diskussion ist ein Antrag der Grünen, die auf die Diskussion über Mikroplastik Bezug nehmen. Gängiges Einstreumaterial für Kunstrasenplätze gebe im Laufe der Zeit vergleichsweise viel Mikroplastik in die Umwelt ab, das in die Nahrungskette gelangen kann. Schon bei der ursprünglichen Beschlussfassung zum Kunstrasenplatz im Januar hatten die heimischen Grünen für Kork-Einstreu plädiert, konnten sich damit aber nicht gegen den »Mainstream« pro kunststoffhaltiger Füllung durchsetzen. Das Gegenargument: Schimmelbildung, wenn Kork feucht wird.

Im Juli hatten die Grünen den Antrag gestellt, den Beschluss vom Januar aufzuheben, weil die EU ein Verbot von mikroplastik-anfälligem Füllmaterial plane. Es sollten zunächst alternative Materialien geprüft werden. »Es kann nicht sein, dass heute etwas gebaut wird, was schon jetzt absehbar künftig unzulässig ist und nur mit einem hohen finanziellen Aufwand korrigiert werden kann«, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Herbert Vollmer. Die Antragsberatung wurde auf nach den Ferien vertagt.

»Stochern im Nebel«

Mittwoch nun stellte Baudezernent Ingo Ellerkamp den Vorschlag der Verwaltung zu diesem Thema vor. »Aus heutiger Sicht könnten wir diese beschlossene Ausführung auch nicht empfehlen«, räumte er ein. Beeinträchtigungen durch Mikroplastik würden immer stärker publik. Allerdings sei die Rechtslage derzeit noch nicht genau kalkulierbar, so Ellerkamp. Er sprach von einem »Stochern im Nebel«. Mutmaßlich drohte ein Verbot, auch wenn sich Genaueres wohl erst Mitte 2020 sagen lassen werde. »Aber wenn ein Kunstrasenplatz gewünscht wird, dann werden wir nicht bis Mitte 2020 warten wollen.«

Hersteller von Sportböden würden aktuell händeringend nach Alternativen zum sogenannten EPM-Füller suchen, so Ellerkamp weiter. Eine solche Alternative, Einstreu aus Quarzsand, werde im Herbst in Bremen ausgebracht. »Das würden wir uns gerne vor einer Entscheidung ansehen«, sagte der Dezernent. Deshalb plädiere er dafür, die Pläne für den neuen Platz weiter voranzutreiben und dann auf der Grundlage neuer Erkenntnisse das Einstreumaterial zu beschließen. Nach wie vor halte er Kork für keine Alternative. Ellerkamp nannte die Stichwörter Schimmel und Staub. Auf Nachfrage der CDU sagte Ellerkamp, dass sich die wahrscheinliche Verteuerung nicht abschätzen lasse. »Aber dann können wir immer noch entscheiden, gar nicht zu bauen«, sagte er.

Reinhard Thie (Grüne) stimmte als einziger für den Grünen-Antrag, den alten Beschluss aufzuheben: »Damit stehen uns alle Wege offen.« Den Grünen schwebt vor, entweder einen Naturrasenplatz zu bauen oder Kunstrasen mit Korkfüllung.

Mit Zustimmung aller anderen Ausschussmitglieder (und Enthaltung des Grünen) wurde aber der Verwaltungsvorschlag angenommen. Bürgermeister Frank Haberbosch: »Wir wollen einen Kunstrasenplatz bauen, aber mit unbedenklichem Einstreu.«

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