Alter Trecker wird im Lübbecker Förderzentrum aufwändig restauriert
Fast wie neu!

Lübbecke (WB). Passend zu seinem 50. Geburtstag erstrahlt der rote Güldner Toledo Schnellläufer wieder in altem Glanz. Zu verdanken hat er das insgesamt 30 Teilnehmern des Lübbecker Förderzentrums, die den Trecker in einem besonderen Gemeinschaftsprojekt restauriert haben.

Dienstag, 03.09.2019, 08:48 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 08:50 Uhr
Sie haben mitgeholfen, den 50 Jahre alten Oldtimer-Trecker aus Stemwede-Levern zu restaurieren: Claus Schlingmann (Jobcoach und Ausbilder für Metall, von links), Siegfried Sonnenburg (Ausbilder für Elektrotechnik), Faruk Hazi, Dorel Malai, Tzenti Mehmet Kechagia, Mazin Aljadiri, Shawali Osmani, Taiwo Adyeiri, Bravely Osokoso und Salmay Amini. Foto: Freya Schlottmann

Mehr als ein Jahr hat es gedauert, um jede Schraube, jedes Kabel, jeden Bolzen und jedes weitere Teil des 38 PS-starken Oldtimers auszubauen, zu restaurieren und schließlich wieder zusammenzusetzen. »Wir haben alles originalgetreu wieder hergestellt«, sagt Claus Schlingmann. Er ist Ausbilder im Bereich Metall und arbeitet am Lübbecker Förderzentrum. Er hat den Trecker für das Gemeinschaftsprojekt organisiert.

Jahrelang stand der Trecker in dieser Scheune. Jetzt wurde nahezu jede Schraube des Oldtimers aus- und später wieder eingebaut.

Jahrelang stand der Trecker in dieser Scheune. Jetzt wurde nahezu jede Schraube des Oldtimers aus- und später wieder eingebaut.

Teil der Praxiserprobung

Das Lübbecker Förderzentrum, das Olaf Glaser 2005 als sogenanntes Profiling-Büro gegründet hatte, unterstützt Menschen, die sich in einem laufenden Asylverfahren befinden oder eine Duldung haben, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. »Neben einem Deutschkurs versuchen wir, die Berufsinteressen der Teilnehmer herauszufinden und bieten einen Kompetenzcheck an«, erklärt Schlingmann das Vorgehen des Unternehmens. Die Teilnehmer bekommt das Förderzentrum von der Agentur für Arbeit vermittelt. Aktuell werden in Lübbecke zwölf Männer und Frauen aus verschiedenen Ländern betreut und auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.

Für eine Praxiserprobung dürfen die Teilnehmer, die zwischen sechs Monaten und einem Jahr das Programm des Förderzentrums nutzen, zwischen den Bereichen Metall und Elektrotechnik wählen. »Neben kleineren Einzelarbeiten bieten wir auch ein Gemeinschaftsprojekt an. Das war seit Juni 2018 die Restaurierung des Treckers«, sagt Schlingmann.

In Leverner Scheune gefunden

Ein Bekannter von ihm hatte den alten Trecker in einer Scheune in Levern gefunden und dem Förderzentrum als Erprobungsobjekt zur Verfügung gestellt. An ihm konnten die Teilnehmer unter realen Bedingungen ihr handwerkliches Geschick ausprobieren. Viel zu tun gab es an der Karosserie, an der Elektrik und am Motor. Nach einer professionellen Säuberung galt es, den Trecker im Originalfarbton zu lackieren. »Viele Teilnehmer haben bereits Erfahrungen beispielsweise als Schlosser oder im Karosseriebau. Andere kennen alte Treckermodelle bereits aus ihrer Heimat«, sagt der Jobcoach.

Dass die Restaurierung des 1969 erbauten Treckers so zügig voran ging, liegt laut Schlingmann an einem tadellosen Teamwork: »Trotz der unterschiedlichen Kulturen und Erfahrungen haben alle Hand in Hand gearbeitet.«

Den »Restaurateuren« hat die praktische Arbeit gefallen. »Es hat uns Spaß gemacht. Als Team war es einfach, den Trecker zu reparieren«, sagt Shawali Osmani. »Es war ein tolles Arbeiten. Wir sind traurig, wenn der Kurs vorbei ist«, sagt Tzenti Mehmet Kechagia.

Rückführung am Freitag

Am 6. September kehrt der Trecker zurück auf den Hof nach Levern. Vorher durften die Teilnehmer, denen der Trecker ans Herz gewachsen ist, noch eine kleine Runde auf dem ehemaligen Schulhof der Jahn-Realschule drehen. Hier hat das Förderzentrum seinen Standort.

Bereits in der kommenden Woche steigen bereits neue Teilnehmer in das Programm des Förderzentrums ein. Der Trecker steht als Versuchsobjekt dann nicht mehr zur Verfügung. Aber auch die Neuen sollen während ihrer Zeit am Förderzentrum an einem Gemeinschaftsprojekt arbeiten. »Wir überlegen, normale Fahrräder in E-Bikes umzubauen«, sagt Claus Schlingmann.

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