Wasser in Lübbecke: Keine Engpässe auch bei hohen Temperaturen
Genügend Trinkwasser für alle

Lübbecke (WB). Die vergangenen heißen Tage haben in vielen Städten wie Bad Oeynhausen oder Löhne für eine extreme Trinkwasserknappheit gesorgt. In Lübbecke ist das nicht der Fall: »Wir haben ausreichend Grundwasser und freie Trinkwassergewinnungs- und Verteilungskapazitäten«, sagt Siegfried Lang, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Lübbecke (NGL).

Mittwoch, 07.08.2019, 06:00 Uhr
Weil das Trinkwasser stets einwandfrei sein muss, gibt es mehrere Vor- und Nachfilteranlagen im Wasserwerk. Siegfried Lang, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Lübbecke, testet, wie hoch der Chloroformgehalt im Wasser ist. Foto: Freya Schlottmann

Die Stadt Lübbecke verfügt über vier Gewinnungsgebiete mit mehreren Quellen, in denen Quell- oder Grundwasser gefördert und in das Wassernetz gespeist werden. »Fünf Quellfassungen gibt es in Obermehnen und eine in Gehlenbeck«, sagt Lang. Dazu kommen sechs Grundwasserbrunnen am Wasserwerk Kutscherweg sowie vier Brunnen am Wasserwerk Masch. Für die Versorgung der etwa 26.000 Einwohner von Lübbecke reiche das dadurch gewonnene Trinkwasser absolut aus, erklärt Siegfried Lang.

2,2 Millionen Kubikmeter neu gebildetes Grundwasser sind verfügbar

Weil die Regenniederschläge das entnommene Grundwasser stetig erneuern, gibt es laut einer Statistik des Landesumweltamtes alleine im Einzugsgebiet des Wasserwerkes Kutscherweg jährlich etwa 2,2 Millionen Kubikmeter neu gebildetes Grundwasser, das der Stadt zur Verfügung steht. »Verbraucht werden davon im Schnitt nur etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser«, erklärt der Diplom-Ingenieur für Versorgungstechnik. In diesen Verbrauch seien neben der Versorgung aller Haushalte auch bereits der Bedarf an Wasser in der Industrie oder auch von der Feuerwehr eingerechnet. Und eine Prognose für 2044 besagt, dass der Wasserverbrauch in Lübbecke nur auf etwa 1,6 Millionen Kubikmeter – trotz zunehmend heißerer Sommer – steigen wird.

Bis zu 400 Kubikmeter Wasser werden im Wasserwerk Kutscherweg pro Stunde aufbereitet, die unter dem Werk entlangfließen.

Bis zu 400 Kubikmeter Wasser werden im Wasserwerk Kutscherweg pro Stunde aufbereitet, die unter dem Werk entlangfließen. Foto: Freya Schlottmann

Ein großer Vorteil für eine sichere Versorgung in Lübbecke sei laut Siegfried Lang, neben der direkten Lage am Wiehengebirge und den damit verbundenen Quellen, das sehr gut ausgebaute Versorgungsnetz in die einzelnen Stadtteile. Das Wasser kann dadurch vom zentral gelegenen Hauptwasserwerk Kutscherweg aus über eine Transportringleitung in alle Versorgungsbereiche gepumpt werden. »Nicht genutztes Wasser wird in verschiedenen Bereichen in Hochbehälter geleitet«, sagt Lang.

Dadurch könne gewährleistet werden, dass zum einen der Wasserdruck aufrechterhalten wird und zum anderen in Notfällen auch genügend Reservewasser in den Stadtteilen vorhanden ist. »Wir haben sechs solcher Hochbehälter im Stadtgebiet. Auch wenn einer davon mal ausfällt, reichen die anderen auch für eine Notversorgung aus«, erklärt Lang. Und durch das eng vermaschte Leitungsnetz sind im Falle eines Rohrburchs nur wenige Haushalte von einem Ausfall der Versorgung betroffen.

Die letzte Wasserknappheit gab es vor etwa 30 Jahren

Vom Wasserwerk am Kutscherweg aus kann durch das Versorgungsnetz Wasser bis in alle Stadtteile geleitet werden.

Vom Wasserwerk am Kutscherweg aus kann durch das Versorgungsnetz Wasser bis in alle Stadtteile geleitet werden. Foto: Freya Schlottmann

Eine wirkliche Wasserknappheit habe es das letzte Mal vor etwa 30 Jahren in Lübbecke gegeben, als das Hauptwasserwerk am Kutschwegweg komplett ausgefallen war. »Damals war das Versorgungsnetz aber noch nicht so gut ausgebaut wie heute«, sagt Siegfried Lang. Für die kommenden Jahre vermutet er, dass sich die Verfügbarkeit von Wasser in Lübbecke nicht dramatisch ändern wird. Die Jahres-Niederschlagsmenge sei statistisch gesehen nämlich bislang konstant geblieben, auch wenn die Sommer in diesem und vergangenem Jahr besonders heiß waren. »Nur die Art der Niederschläge hat sich verändert. Der Sommerregen insbesondere der anhaltende Langregen bleibt eher aus, dafür gibt es mehr Niederschläge im Winter und kurzfristige Starkregenniederschläge nehmen zu«, erklärt Lang.

Das ausreichende Trinkwasser in Lübbecke sei aber kein Grund, verschwenderisch damit umzugehen, betont der Geschäftsführer der NGL. Nicht nur, weil Wasser eine kostbare Ressource sei, sonder auch, weil beispielsweise durch unnötiges Pumpen des Wassers Energie verschwendet würde. Zudem müsse das Wasser auch wieder aufbereitet werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6831726?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
Vergewaltigung im Krankenhaus: Anzeige gegen Chefarzt
Eine der vergewaltigten Frauen fand eine Flasche eines Narkosemittels in ihrem Bett und machte ein Foto davon. Foto: Christian Althoff
Nachrichten-Ticker