Junge Union rät Kommunen, die Ergebnisses des Klimaschutzkonzeptes abzuwarten
»Angst ist kein guter Ratgeber«

Lübbecke/Minden (WB). Viele Kommunen stehen oder standen bereits vor der Frage, ob sie einen Klimanotstand ausrufen. Auch im Kreis Minden-Lübbecke gehen die Anträge durch die kommunalen Räte. Dazu äußert sich jetzt die Junge Union Minden-Lübbecke.

Montag, 08.07.2019, 15:55 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 16:48 Uhr
Was lässt sich in den Städten und Gemeinden für den Klimaschutz tun? Die heimische Junge Union rät dazu, zunächst das Kreis-Klimaschutzkonzept abzuwarten. Foto: dpa

Kreisvorsitzender Jonas Horstmann teilt Folgendes mit: »Der Klimawandel ist real und er ist menschengemacht. Die Folgen sind schon heute spürbar. Glücklicherweise ist sich dessen nicht nur die große Mehrheit der demokratischen Parteien bewusst, sondern auch die Bevölkerung hat die Gefahren des Klimawandels erkannt und räumt dem Thema eine noch nie so groß dagewesene Rolle ein.«

Schon viel geleistet

Auch im Mühlenkreis hätten die Kommunen schon viel in Sachen Klimaschutz geleistet, so Horstmann. So werde der Fokus inzwischen deutlich stärker auf den öffentlichen Personennahverkehr gelegt. Der Kreis verfüge über einen eigenen Klimamanager. Außerdem werde derzeit an einem Klimaschutzkonzept für den Kreis und die dem Kreis angehörenden Kommunen gearbeitet. Minden, Bad Oeynhausen und Porta Westfalica verfügten bereits über ein solches.

Jonas Horstmann ist JU-Kreisvorsitzender.

Jonas Horstmann ist JU-Kreisvorsitzender.

Horstmann: »Das sind nur einzelne Beispiele. Und sie sind ein Anfang, auf den man mit weiteren Maßnahmen aufbauen muss. Ein symbolischer Klimanotstand, wie er nun von vielen Kommunen ausgerufen wird, ist dafür jedoch der falsche Weg. Denn Angst ist kein guter Ratgeber. Vielmehr sollten wir uns ernsthaft mit sinnvollen Maßnahmen auseinandersetzen und uns gleichzeitig über die Folgen eines Klimanotstandes klar werden.«

Bei Notstand müssten Freibäder schließen

Erkläre eine Stadt den Klimanotstand, müssten die Räte und Verwaltungen jede Entscheidung auf die Klimaauswirkungen herunterbrechen. Ganz konkret würde ein Klimanotstand für den Mühlenkreis bedeuten, dass die Mindener Messe und der Blasheimer Markt bald Geschichte seien – der Energieverbrauch von Fahrgeschäften und Festzelten wäre viel zu hoch und nicht mit einem Klimanotstand zu vereinen. Rahden, Espelkamp, Porta Westfalica und alle anderen Kommunen müssten ihre Freibäder schließen, da die Umwälzpumpen nicht den ganzen Tag laufen dürften.

»Zu guter Letzt müssen wir uns auch klar darüber werden, dass Klima- und Umweltschutz zwei unterschiedliche Ziele sind. Denn im Sinne des Klimaschutzes wären Maismonokulturen für eine effektive CO2-Fixierung als Substrat und für die Energiegewinnung aus Biogas der beste Weg. Der Zusammenbruch der Biodiversität inklusive Bienensterben aufgrund drastischen Nahrungsmangels ist dabei zweitrangig«, so Horstmann weiter.

Nachhaltig, nicht nur symbolisch

Die Junge Union plädiere im Sinne der kommenden Generationen für nachhaltigen Klimaschutz, »der seinen Namen verdient und nicht auf Symbolik reduziert ist«. Horstmann schlägt vor, dass die Kommunen und der Kreis ihre Informationsangebote zur CO2-Einsparung verbessern, den ÖPNV weiter ausbauen, bessere Fahrradinfrastruktur schaffen und nicht zuletzt die Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes abwarten, um darauf aufbauen zu können.

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