Kommentar zum Beschwerdemanagement an den Mühlenkreiskliniken
Chance zum Dialog ist da

Von Friederike Niemeyer

Samstag, 08.06.2019, 11:14 Uhr aktualisiert: 08.06.2019, 11:30 Uhr
An den Mühlenkreisklinken diskutieren die Mitarbeiter über einen Brief des Vorstands. Darin werden sie aufgefordert, Beschwerden intern anzusprechen. Foto: MKK

Ist das Vertrauen gestört, werden auch gut gemeinte Angebote negativ ausgelegt. Nur so ist es zu deuten, dass die externe Anlaufstelle bei einem Rechtsanwalt in Teilen der Belegschaft der Mühlenkreiskliniken eher als zusätzlicher Druck wahrgenommen wird, denn als Entgegenkommen des Vorstands.

Die harten Zeiten des Sanierungsprozesses haben Spuren hinterlassen und wirken nach, obwohl längst wieder Mitarbeiter eingestellt werden. Aber der Kostendruck wächst unerbittlich – wie an allen Krankenhäusern – und das Nervenkostüm ist dünn geworden bei den Pflegern und Ärzten.

Der MKK-Vorstand scheint verstanden zu haben, dass es wichtig ist, die Ohren für die Probleme auf den Stationen zu öffnen. Nur so ist es zu erklären, dass über das normale Maß an Beschwerdemöglichkeiten hinaus, auch externe Anwälte zur Verfügung stehen, um vertraulich Probleme anzusprechen.

Das ist keine reine Nettigkeit, denn es liegt im ureigensten Interesse von Vorstand und Verwaltungsrat, Ärger möglichst rasch zu erkennen und auszubremsen. Denn die Liste der Negativ-Schlagzeilen für die MKK in den vergangenen Monaten – vom gescheiterten Medizinkonzept bis zum geschassten Chefarzt – ist lang. In Zeiten von Fachkräftemangel sind solche Diskussionen nicht gerade förderlich.

Das Werben des Vorstandsvorsitzenden für interne Kritik lässt sich als »Maulkorberlass« interpretieren – aber eben auch als Werben um einen konstruktiven Dialog zwischen Mitarbeitern und Funktionsträgern. Nur wer sich darauf einlässt, wird sehen, ob es ernst gemeint ist. Die Chance ist da.

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