Mitarbeiter können und sollen Beschwerden intern vorbringen – Sorge um Ruf der Mühlenkreiskliniken
MKK-Vorstand schreibt Brief

Lübbecke/Minden (WB/fn). Die Mühlenkreiskliniken (MKK) rufen ihre Mitarbeiter auf, mögliche Missstände und Unregelmäßigen im Arbeitsalltag an verschiedene interne Stellen – auch anonym – zu melden.

Freitag, 07.06.2019, 08:12 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 08:30 Uhr
Die Mühlenkreiskliniken bemühen sich um ein gutes Betriebsklima und fordern die Mitarbeiter auf, Missstände intern anzusprechen. Foto: MKK

Ein entsprechender Brief, den der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier im April den Mitarbeitern geschrieben hatte, ist jetzt auf der MKK-Internetseite veröffentlicht worden. Darin heißt es unter anderem: »Ich möchte Sie ausdrücklich dazu ermuntern, das offene Gespräch mit Ihren Vorgesetzten zu suchen, wenn Sie Hinweise darauf haben, dass etwas nicht gut läuft, oder Anregungen haben, wie etwas besser laufen könnte.« Die Einhaltung von rechtlichen Regelungen und ein gutes Betriebsklima seien ihm sehr wichtige Anliegen, heißt es weiter.

Imageschaden befürchtet

Hintergrund dieses Schreibens sind anonym erhobene Vorwürfe aus dem April , ein muslimischer Oberarzt am Mindener Klinikum würde sich weigern, mit Frauen im Operationssaal zu stehen und dies würde von den MKK toleriert. Dieses Gerücht konnte laut Mühlenkreiskliniken und Ärztekammer nicht erhärtet werden.

Solche in die Öffentlichkeit getragenen Vorwürfe seien ein Imageschaden, der »unmittelbare Auswirkungen auf unsere Attraktivität als Arbeitgeber hat«, schreibt Vorstandsvorsitzender Bornemeier in dem Brief. Alle seien aufgefordert, den guten Ruf der Mühlenkreiskliniken zu bewahren. Und weiter: »Dies soll nicht bedeuten, dass mögliche Missstände oder Unregelmäßigkeiten in Ihrem Arbeitsalltag nicht benannt werden dürfen. Im Gegenteil!« Fehler und Risiken sollten konstruktiv angegangen werden, so Olaf Bornemeier.

Vertrauliche Behandlung zugesagt

Er verweist auf die verschiedenen Möglichkeiten bei den Mühlenkreiskliniken, auf Missstände hinzuweisen. So gibt es im hauseigenen Intranet ein Fehler-Report-System. Auch die Betriebsleitungen, der Personalrat, die Rechtsabteilung, der Informationssicherheitsbeauftragte und der Vorstandsvorsitzende selbst stehen für Hinweise immer zur Verfügung, schreibt Bornemeier.

Außerdem gebe es die Möglichkeit, sich an den externen Vertrauensmann, eine Rechtsanwaltskanzlei, zu wenden. Dort würden die Hinweise vertraulich behandelt und könnten auch anonym abgegeben werden. Diese externe Hinweisstelle stehe allen Mitarbeitern des Konzerns (inklusive aus den Tochtergesellschaften) rund um die Uhr kostenlos zur Verfügung.

Zum Thema Frauendiskriminierung durch einen Arzt hatte es über alle diese Beschwerdewege keine Hinweise gegeben.

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