Verbraucherzentrale Minden stellt Jahresbericht vor
Fiese Kostenfallen

Lübbecke/Minden (WB/hjA). Die Beratungstätigkeit der Verbraucherzentrale Minden nimmt kontinuierlich zu. Im Jahr 2018 verzeichnete die Beratungsstelle Anfragen von 7323 Ratsuchenden, 280 mehr als ein Jahr zuvor.

Samstag, 01.06.2019, 11:00 Uhr
Mit einer Fußbodenzeitung werben die Beraterinnen der Verbraucherberatung Minden, Ursula Thielemann (von links), Michaela Pralle, Cornelia Franke-Röthemeyer, Pina Rennegarbe und Anke Schiermeyer an Aktionstagen für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln.

Wie vielfältig die Themen sind und wo die Schwerpunkte der Beratung liegen, das erläuterten Leiterin Ursula Thielemann, die Umweltberaterinnen Cornelia Franke-Röthemeyer und Pina Rennegarbe, Energieberaterin Michaela Pralle sowie Anke Schiermeyer, die im Bildungsbereich tätig ist, bei der Vorstellung des Jahresberichts »Zwanzig 18«. Die häufigsten Verbraucherprobleme fanden sich bei den Dienstleistungen, gefolgt von den Bereichen Energie, Telefon, Finanzen und Konsumgüter. Aber auch bei Veranstaltungen im Mühlenkreis war das Team stark gefragt. 6138 Kontakte zählte die Verbraucherberatung Minden im vergangenen Jahr. 8841 Ratsuchende griffen auf das Internetangebot zu und holten sich hier die gewünschten Informationen.

Schwerpunktthema blieben die Telefonverträge. Besonders die Gruppe der Geflüchteten sei begehrtes Opfer der Anbieter. »Viele werden in den Geschäften überrumpelt«, schildert Ursula Thielemann. Ihnen würden häufig teure Mobilfunkverträge mit Handy angedreht, die später dann nicht mehr bezahlt werden können.

Kritik an Kreditvermittler

Gezielt an Geflüchtete richtet sich zudem das Projekt »Get in«. Bei mehr als 40 Veranstaltungen informierte die Verbraucherberatung in einfacher Sprache über Kostenfallen, aber auch, wie der Verbraucheralltag erleichtert werden kann. Geschult wurden außerdem Multiplikatoren, die in ihrer Arbeit Flüchtlinge unterstützen.

Auf der Hitliste der zweifelhaften Angebote stand an oberster Stelle der »blitzschnelle Kredit« des Kreditvermittlers blitz.credit. Der versprach den unproblematischen Zugang zum bargeldlosen Bezahlen. Aber statt eines Kredits erhielten die Anfragenden für teures Geld eine Prepaid-Kreditkarte, auf die erst einmal Geld eingezahlt werden musste, bevor mit ihr bezahlt werden konnte. Wurde nach der Bestellung die Annahme der zweifelhaften Kreditkarte verweigert, folgten Mahnungen, die sich dann auf mehr als 550 Euro an Kosten summierten.

Ohnehin ist das Interesse der Ratsuchenden bei den Verbraucherfinanzen groß. Der Widerruf von Lebens- und Rentenversicherungen bildete hier ein weiteres zentrales Thema. Rechtsirrtümern war die Verbraucherberatung ebenfalls auf der Spur. Dabei ging es unter anderem um den Warenumtausch im Geschäft. »Darauf besteht kein Anspruch«, sagt Ursula Thielemann. Auch wenn die Beraterinnen feststellen, dass sich die Geschäfte zunehmend kulant zeigen. Das sei auch der Konkurrenz im Internet geschuldet.

Elektroschrott zu wertvoll für Tonne

Die Umweltberatung war im vergangenen Jahr besonders in Fragen des Abfalls und des Ressourcenschutzes tätig. Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz bildeten weitere Schwerpunkte. Deutlich machte die Verbraucherberatung, dass Elektroschrott viel zu wertvoll für die Mülltonne ist. Denn davon fallen jährlich weltweit etwa 50 Millionen Tonnen an. Viel von diesem »Schrott« enthält knappe und äußerst teure Rohstoffe, die recycelt werden können.

So steht der Müll und dessen Vermeidung bei der Verbraucherberatung ohnehin hoch im Kurs. Besonders mit Blick auf die junge Generation. Ob der kleine Roboter Rob, der auf Müllmission ist, oder das Kaninchen Moppel, welches das richtige Näschen für die Müllvermeidung hat – vom Kindergarten bis in die Schule reicht das Beratungsangebot.

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