250 Landwirte aus dem Mühlenkreis bei Großkundgebung in Münster dabei
Seit an Seit gegen neue Auflagen

Lübbecke/Münster (WB). Es ist 8 Uhr morgens. Eigentlich hätte Schweinebauer Thomas Winkelmann (53) zuhause im Stall und auf dem Acker einiges zu erledigen. Doch statt auf dem Trecker sitzt der Stemweder nun im Bus zur Kundgebung nach Münster. Im Gepäck haben er und seine Kollegen Proviant und Protestschilder.

Samstag, 06.04.2019, 05:00 Uhr
250 Landwirte aus dem Mühlenkreis demonstrieren in Münster mit, unter ihnen auch Joachim Schmedt (von links), Thomas Winkelmann, Christian Melcher, Kreislandwirt Rainer Meyer und Klaus-Günther Huebert. Foto: Forian Hemann

250 Landwirte aus dem Kreis demonstrieren

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Foto: Florian Hemann
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  • Foto: Wilhelm Gülker/Landwirtschaftsverband
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Etwa 6000 Landwirte werden später vor dem Paulus-Dom stehen und ein Zeichen für ihren Berufsstand setzen (Bericht von Freitag). Mit dabei sind auch 250 Landwirte aus dem Mühlenkreis. Es geht ihnen um die überbordende Bürokratie, um immer mehr Kontrollen, das schlechte Bild in der Öffentlichkeit – aber vor allem auch um die neue Düngeverordnung.

Fünf Fahrzeuge aus dem Mühlenkreis

Mit fünf Fahrzeugen fahren die Landwirte aus dem Mühlenkreis nach Münster. Die Plätze waren zur Freude von Kreislandwirt Rainer Meyer aus Dehme fast alle belegt. »Und das obwohl eigentlich Hauptsaison ist«, sagt Thomas Winkelmann. »Wenn die Situation nicht so dringend wäre, würde man die Kundgebung nicht im April machen«, so der Stemweder. Er nennt wie viele andere Kollegen auch die Düngeverordnung als den Tropfen, der das Fass für die Landwirte nun endgültig zum Überlaufen gebracht habe. »Das geht auf Dauer nicht gut«, sagt er mit Blick auf die jährlichen Hofaufgaben. Doppelt so viele wie sonst waren es etwa 2018.

Die ersten heimischen Landwirte treffen gegen 9.45 Uhr auf dem Schlossplatz in Münster ein. Da ist der schon gut gefüllt mit Bussen und Traktoren. Mit Schildern ziehen die Bauern aus dem Mühlenkreis zu Fuß zum Domplatz. Auch Thomas Winkelmann hat zuhause noch sechs Schilder bemalt. Die Kreativität der Transparente ist fast genauso groß wie die Anzahl, auch wenn später auf einigen die Farbe verlaufen wird. Denn es regnet im Grunde die gesamte Kundgebung über, mal mehr, mal weniger. »So verpassen wir zuhause wenigstens nichts«, scherzt einer.

»Die Politik steht an Ihrer Seite«

Nach den Reden von einigen Landwirtschaftsvertretern tritt um 11.15 Uhr die Frau ans Mikro, auf die alle gewartet haben: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wird mit einer Mischung aus Applaus und Pfeifkonzert begrüßt. »Wenn Sie meine Meinung hören wollen, müssen Sie mir auch die Chance dazu geben«, sagt sie. Insgesamt verteidigt sie ihre Politik und die EU. Sie betont die Wichtigkeit des Gewässerschutzes. Lobende Worte für die Landwirtschaft findet sie aber auch: »Die Politik steht an Ihrer Seite und weiß, dass Sie systemrelevant sind.«

Kreislandwirt Rainer Meyer aus Bad Oeynhausen steht mit etwas gemischten Gefühlen auf dem Domplatz: »Auf unsere Anliegen ist sie eigentlich kaum eingegangen. Aber wir wissen auch, dass sie in einer schwierigen Situation ist. Die EU ist bei der Nitratbelastung knallhart.« An seiner Seite stehend bewertet die heimische CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann unter der Kapuze ihrer Daunenjacke die Reden von Julia Klöckner und NRW-Landwirtschaftsministerin Ulla Heinen-Esser etwas positiver: »Beide Ministerinnen haben nichts schön geredet, sondern die Probleme offen angesprochen, auch die Fehler der Vergangenheit.« Heinen-Esser forderte in ihrer Rede beispielsweise die Überprüfung der Nitrat-Messstellen. »Ein wichtiger erster Schritt«, findet Winkelmann.

»Es war super«

Kurz vor 13 Uhr ist die Kundgebung zu Ende. Es geht zurück in die Heimat. Im Bus gibt es Bier, Mettwürste, Schnaps und erste Fazite. »Es war super«, findet Cord Peitsmeyer aus Gestringen. Die Redner hätten sich zwar fachmännisch geäußert, aber auch so, dass Außenstehende es verstehen können. »Das ist für uns als Branche ja auch wichtig.« Und Kreislandwirt Rainer Meyer freut sich vor allem über die große Beteiligung: »Und das nicht nur aus Westfalen, sondern auch aus Ostfriesland und Bayern. Das zeigt die Betroffenheit.«

Kurz nach vier kommen die fünf Busse wieder im Mühlenkreis an. Für die meisten Landwirte geht es dann noch an die Arbeit. Einige werden am nächsten Tag Gülle zum Düngen ausbringen müssen. Wie sagte doch gleich Thomas Winkelmann: »Es ist Hochsaison.«

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