Stefanie Holsing ist als Quereinsteigerin in Lübbecke zum Lehrerberuf gekommen
Aus der Wirtschaft in die Klasse

Lübbecke (WB). Vor ihrer ersten Stunde als Lehrerin ist Stefanie Holsing ziemlich nervös gewesen, inzwischen ist das Unterrichten für die 32-Jährige Routine geworden. Als Quereinsteigerin hat sie vor zwei Jahren ihren Job als Unternehmensberaterin gegen den der Lehrerin eingetauscht.

Freitag, 08.03.2019, 18:08 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 18:10 Uhr
Stefanie Holsing hat an der Stadtschule ihr berufliches Glück gefunden. Als Quereinsteigerin hat sie vor knapp zwei Jahren den Sprung ins kalte Wasser gewagt und unterrichtet seitdem Mathe, Wirtschaft und Informatik. Foto: Viola Willmann

Nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften arbeitete Stefanie Holsing für Axel Springer in Düsseldorf und war viel im Ausland unterwegs. Doch mit der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 2013 kam der Wunsch auf, nach Lübbecke zu ziehen. »Mein Mann und ich haben uns sehr bewusst entschieden, in unsere Heimat zurückzukehren«, erzählt Stefanie Holsing. Ihr Mann kommt aus Lübbecke, sie selbst aus Hille.

2017 – nach ihrem zweiten Kind – habe sie überlegt, wie es beruflich in der Region für sie weitergehen könnte. »Ich wollte mich mit dem einbringen, was ich gut kann.« Da sie in ihrem Beruf als Unternehmensberaterin immer auch gerne Schulungen gegeben hat, wollte sie es als Lehrerin probieren. An der Stadtschule Lübbecke konnte Stefanie Holsing im Mai 2017 als Vertretungslehrerin starten. Seitdem unterrichtet sie dort Mathe, Wirtschaft und Informatik in den Klassen fünf bis zehn. »Es hat sofort gepasst«, sagt die 32-Jährige, die ihren Schritt nie bereut hat.

Ausbildung in pädagogischen Grundlagen

»Vor meiner ersten Stunde war ich natürlich sehr nervös. Man ist vom ersten Tag an voll dabei. Ich sehe das als Vorteil, weil man schnell merkt, ob der Beruf zu einem passt oder nicht«, sagt Stefanie Holsing. Nach der befristeten Stelle als Vertretungskraft konnte sie auch eine dauerhafte Stelle besetzen. »Das ging allerdings nur, weil sich kein ausgebildeter Lehrer auf die Stelle beworben hatte.« Es folgte zunächst ein halbes Jahr der , und anschließend eineinhalb Jahre Referendariat. Im September will Stefanie Holsing planmäßig damit fertig sein.

Vier Tage pro Woche ist sie an der Schule, einen Tag ist sie am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Bielefeld. »An der Stadtschule habe ich schnell gemerkt, dass es mir der Lehrerberuf wert wäre, mich nochmal ausbilden zu lassen«, erzählt sie. Das Fachliche hatte sie eh parat. An den Tagen in Bielefeld geht es um alles rund um das Lehrer-Dasein. »Man sitzt eben nicht nur von 8 bis 12 Uhr in der Schule und hat dann frei.«

In ihrem Jahrgang am ZfsL sind derzeit acht Quereinsteiger aus der Region. Stefanie Holsing fühlte sich von Anfang an vom Kollegium der Stadtschule sehr positiv aufgenommen. Für sie hat sich der Umstieg auf jeden Fall gelohnt. Ein Beruf, der ihr Spaß macht und der sich gut mit dem Familienleben vereinbaren lässt. »Es ist ein schöner Beruf. Ich bin total gerne Klassenlehrerin und entwickele einen Draht zu den Schülern. Wenn man merkt, dass man ihnen etwas mitgeben kann, fühlt sich das sehr gut an.«

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