Vorbereitungen für Bürgermeisterwahl 2020 in Lübbecke laufen – Gesprächsangebot an SPD
CDU setzt auf gemeinsamen Kandidaten

Lübbecke (WB). Mit ihrem neuen Stadtverbandsvorsitzenden Matthias Werneburg will die CDU Rats- und Parteiarbeit enger verzahnen. Fest im Blick ist bereits das Programm zur Kommunalwahl 2020, und auch zur Bürgermeisterwahl gibt es Ideen. Fraktionschef Klaus-Jürgen Bernotat: »Wir können uns auch einen parteilosen Kandidaten vorstellen.«

Samstag, 02.03.2019, 08:34 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 09:00 Uhr
CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus-Jürgen Bernotat (63) hat mit dem Stadtverbandschef Matthias Werneburg (59) einen Ratskollegen an seiner Seite. Foto: Friederike Niemeyer

Werneburg, mit Unterbrechung seit 20 Jahren selbst Ratsmitglied, berichtet, dass es bereits eine Klausurtagung zum Wahlprogramm gegeben habe. »Was interessiert die Bürger?« Diese Frage sei für sie der Leitfaden. Froh sei die Lübbecker Union, schon sehr viele Ratskandidaten gefunden zu haben. »Es sind einige neue Gesichter dabei. Bis auf zwei Wahlbezirke sind alle besetzt«, sagte der 59-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung.

»Menschenfischer« gesucht

Bei der Bürgermeisterwahl stellen sich sowohl Werneburg als auch Fraktionsvorsitzender Klaus-Jürgen Bernotat darauf ein, dass Amtsinhaber Frank Haberbosch von der SPD wieder antritt. Bessere Chancen rechnen sie sich deshalb aus, wenn die CDU gemeinsam mit anderen Parteien einen Kandidaten aufstellt, ähnlich wie in Preußisch Oldendorf. Erste Kontakte mit anderen Ratsfraktionen seien aufgenommen worden. Bernotat: »Am liebsten hätten wir eine Frau oder einen Mann, der neben fachlicher Kompetenz auch so etwas wie ein Menschenfischer ist. Aus meiner Sicht muss so jemand auch nicht zwingend Lübbecker sein.«

Kritik am jetzigen Bürgermeister hatte Klaus-Jürgen Bernotat in der jüngsten Ratssitzung sehr zugespitzt formuliert. Er erläutert, dass für ihn Verwaltung und Politik mehr nach vorne schauen müssten, um sich auf das vorzubereiten, was – beispielsweise aufgrund wachsenden Fachkräftemangels – in fünf oder zehn Jahren auf die Stadt zukommen könne. Und das würde nicht nur das Gewerbe sondern auch die Stadtverwaltung selbst betreffen. Hier sei Innovation gefragt, um nicht weitere Mitarbeiter zu verlieren. Das würde ihm derzeit genauso fehlen, wie das soziale Herz, das CDU-Amtsvorgänger Witte etwa mit dem Dankeschön-Abend für Ehrenämtler gezeigt habe. »Da geht es weniger um Geld als um die Geste«, sagt Bernotat gerade mit Blick auf den enormen Einsatz, der von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe geleistet werde. »Da haben wir nicht den Bürgermeister, den ich mir für Lübbecke vorstelle.«

Mehr Zusammenarbeit gewünscht

Mit Interesse haben Matthias Werneburg und der CDU-Fraktionschef Klaus-Jürgen Bernotat den personellen Wechsel bei der SPD verfolgt. Sie loben auch die gute Zusammenarbeit als »Bündnis für Toleranz« bei der Aktion »Lübbecke sagt Ja zu Europa« am 15. März. Auch einige CDU-Kollegen aus Preußisch Oldendorf wollen dies gerne mit ihrer Teilnahme unterstützen, kündigt Werneburg an. »Das ist eine tolle Veranstaltung«, sagt auch Klaus-Jürgen Bernotat. »Wir würden das gerne als Auftakt für weitere parteiübergreifende Aktionen sehen.« Und direkt spricht er da die SPD an: »Wir müssen sehen, dass wir etwas für die Stadt Lübbecke tun, und wer kann das besser als die beiden Parteien, die von der Mehrheit der Bürger legitimiert sind?«

Es sei wichtig, Lübbecke gemeinsam gut voranzubringen, ist auch Stadtverbandsvorsitzender Matthias Werneburg überzeugt. Und Klaus-Jürgen Bernotat betont, er sei vor allem daran interessiert, gute Kommunalpolitik zu gestalten. »Parteipolitik ist eher zweitrangig.«

Lob für Weingarten-Engagement

Damit die vielbeschworene Bürgernähe auch gelebt wird, hat die CDU eine Bürgerbefragung zum Gehlenbecker Freibad gestartet. Die vielen Gespräche am Stand in der Fußgängerzone und die 159 ausgefüllten Fragebögen stimmen die CDU-Vertreter froh. Überwiegend gute Anregungen habe es gegeben, die die Union derzeit auswerte, so Matthias Werneburg. »Wenn man so ein Bad für die nächsten 20 bis 30 Jahre fit machen will, dann sollte man das mit dem Bürger machen.«

Zuspruch erhalte die Partei nach Angaben von Klaus-Jürgen Bernotat auch bei ihrem Engagement für den umstrittenen Weingarten-Ausbau (Bericht vom 16. Februar). »Der Tenor lautet: Wenn Ihr wollt, dass die Innenstadt belebt wird, dann müsst Ihr auch die Möglichkeit geben, schnell zur neuen Parkpalette Weingarten zu kommen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6434492?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
Tönnies übernimmt 6000 Werkvertragsarbeiter
Mitarbeiter in der Zerlegung des Tönnies-Stammwerks in Rheda-Wiedenbrück. Foto:
Nachrichten-Ticker