Standortförderung startet für den Kreis Imagekampagne gegen Fachkräftemangel
Sympathisch und wirtschaftsstark

Lübbecke/Minden (WB). Attraktive Unternehmen, aber auch »ziemlich weit ab vom Schuss« – wenn es um die Anwerbung von Fachkräften geht, steht der Kreis Minden-Lübbecke bei Nachwuchskräften nicht ganz oben auf der Liste. Eine Image-Kampagne soll nun neue Sympathien wecken.

Mittwoch, 06.02.2019, 07:04 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 07:30 Uhr
Hier lässt es sich gut leben und arbeiten – diese Botschaft soll die neue Imagekampagne »#Überlandflieger« der Interessengemeinschaft Standortförderung an junge Nachwuchskräfte verbreiten, vor allem über soziale Medien.

Die Interessengemeinschaft Standortförderung (IGS) beschäftigt sich aktuell – wie auch schon vor 25 Jahren bei ihrer Gründung – intensiv mit dem Thema Fachkräftemangel. In den vergangenen zwei Jahren ist dazu eine Imagekampagne entwickelt worden, die nun an den Start geht. Vielseitig, jung und aufgeschlossen, dabei aber sympathisch bodenständig soll die Region rüberkommen und von der Zielgruppe der jungen Fachkräfte besser wahrgenommen werden. Dabei geht es vor allem um einen emotionalen Zugang, sozusagen um einen Türöffner.

Schlagwort »Überlandflieger«

Die Texte und Fotos präsentieren eine schöne Landschaft mit freundlichen Menschen, die gerne hier leben und bei den heimischen Unternehmen arbeiten. Erkennungszeichen ist das von einer Werbeagentur entwickelte Schlagwort »Überlandflieger« (siehe Infobox) sowie die türkisfarbene Ecke links oben. Landrat Dr. Ralf Niermann begeistern vor allem die produzierten Filme der Werbebotschafter, die als Überlandflieger portraitiert werden: »Man spürt und ist begeistert, wie sehr sich die jungen Menschen mit unserer Region identifizieren.«

Die Unternehmen des Kreises können die Inhalte der Kampagne selbst kostenfrei nutzen, sei es auf der Webseite, ihren Social-Media-Kanälen, auf Jobmessen oder in Unternehmensbroschüren. Außerdem werden die Inhalte auf dem IGS-Standortportal www.standort-minden-luebbecke.de veröffentlicht und in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram verbreitet.

Vorteile der Region betonen

Holger Kleffmann von der Lübbecker Agentur K13 Marketing platziert die Kampagne in den sozialen Medien. Die anhaltende Landflucht treffe viele kleine Regionen Deutschlands, erläutert er den Hintergrund. Auch der Kreis Minden-Lübbecke bleibe von der Abwanderung der Fachkräfte nicht verschont. »Die beruflichen Möglichkeiten der Großstadt sind verlockend für Absolventen und Young Professionals – aber ist das wirklich so?«, fragt Kleffmann. »Aktuell steigt die Bedeutung von Freizeit und Familie im Bewusstsein der Bevölkerung – dieses und die Karrieremöglichkeiten müssen wir als schlagende Argumente nutzen.«

Ziel dieser Kampagne ist, den Menschen diese Vorteile näherzubringen, wobei insbesondere die Zielgruppe der 25- bis 35-Jährigen im Fokus ist. Diese sollen motiviert und bestärkt werden, der Region treu zu bleiben. Den zum Studium oder zur Ausbildung abgewanderten Lübbeckern oder Mindenern soll die Heimat als mögliche nächste Berufs- und Lebensstation schmackhaft gemacht werden.

Projekt von IGS und Kreis

IGS-Vorsitzender Christoph Barre begrüßt diesen Ansatz. »Neben der Nennung reiner Fakten müssen wir stets emotional Kontakt halten, um im Kopf der Absolventen zu bleiben«, sagt Barre. »Die Attraktivität voll umfänglich zu kommunizieren kann nur gelingen, wenn der gesamte Kreis und seine Unternehmen an einem Strang ziehen und Geschlossenheit zeigen.«

Kreis-Wirtschaftsförderer Oliver Gubela betont die partnerschaftliche Zusammenarbeit von IGS und Kreis: »Mit den Mitarbeitern der Wirtschaftsförderung beim Kreis werden die Inhalte des Standortportals entsprechend erarbeitet und mit der Kampagne abgestimmt.« Das eigens für die Region Minden-Lübbecke entwickelte Kampagnen-Logo und der Slogan »Wir lieben frischen Wind« sollen auch auf lokalen Berufsbildungsmessen platziert werden.

Weniger Tourismus, mehr Gewerbe

Peter Schmüser, Geschäftsführer von Lübbecke Marketing, hält den überörtlichen Ansatz bei der Fachkräfteanwerbung für sinnvoll. So sei die Region schlagkräftiger. »Vor Ort können wir dann einen Beitrag leisten, indem wir die Kampagne mit Informationen zu unseren einzelnen Wirtschaftsstandorten unterfüttern«, sagt Schmüser.

»Alles hilft weiter, was mehr Frische transportiert«, sagt Lübbeckes Wirtschaftsförderer Claus Buschmann. »Überlandflieger, das fühlt sich moderner an.« Die bisherige alleinige Marke »Mühlenkreis« sei touristisch orientiert. Davon könne gerade Lübbecke wenig profitieren, da der Tourismus hier eine untergeordnete Rolle spiele und man sich eher als Gewerbestandort präsentieren wolle. Buschmann weiß aus seinen Gesprächen: »Viele Unternehmer hier wünschen sich allerdings, dass ein Image für den Kreis aufgebaut wird, das vor allem auf Technologie setzt.«

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