Heimatverein Babilonie kümmert sich um Kennzeichnungen im Wiehengebirge
Frisches Make-Up für die Wegmarken

Obermehnen (WB). Damit Wanderer im Wiehengebirge nicht vom rechten Weg abkommen, gibt es farbige Markierungen an Bäumen. Diese Kennzeichen müssen regelmäßig überprüft und erneuert werden – ein Job für den Heimatverein Babilonie.

Montag, 13.08.2018, 08:00 Uhr

Bereits im Frühjahr hatte Heimatvereinsvorsitzender Klaus Bernotat zu dieser zuletzt vor vier Jahren in Obermehnen durchgeführten Aktion aufgerufen. Am vereinbarten Termin wurden die ehrenamtlichen Helfer jedoch durch starke Regenfälle ausgebremst. Nun hatte sich die Gruppe für vergangenen Samstag erneut verabredet.

Aktive im Alter von 19 und 76 Jahren

Bei angenehmen Temperaturen um 22 Grad finden sich 16 Vereinsmitglieder im Alter von 19 bis 76 Jahren am Kummerbrink ein. In Zweiergruppen geht es mit Farben und Pinseln bewaffnet in den Wald, zu Fuß und auf den längeren Wanderwegen rund um Obermehnen mit kleinen Traktoren.

Michael Owsianski und Ernst Nolte haben sich den Wanderweg »A2« vorgenommen. Owsianski ist sozusagen ein »alter Hase«: Seit 18 Jahren wohnt er in Obermehnen und war vor vier Jahren bereits einmal dabei, als die Wege geprüft und neu markiert wurden. Nolte ist dagegen ein Neuling. Obwohl er seit 1966 im Dorf ansässig und mit 76 Jahren der älteste Mitstreiter an diesem Tag ist, nimmt er zum ersten Mal an der Kennzeichnungsaktion teil. Aber er hat durch zahlreiche Exkursionen durch das Waldgebiet in den vergangenen Jahrzehnten viel Wissenswertes über die Gegend rund um die ehemalige Wallburg Babilonie angesammelt.

Burg aus vorchristlicher Zeit

Die Burg, welche hier etwa 300 bis 150 vor Christus auf 255 Metern Höhe entstanden sein soll, dürfe man sich nicht als gemauerte Festung vorstellen, berichtet Ernst Nolte. Sie sei auf Pfählen gebaut gewesen. Große Teile der Wallanlage sind noch heute sichtbar und säumen den Weg des Wanderers – doch ohne ausdrückliche Hinweise werden die meisten Wanderer diese Wälle wohl für natürliche Bodenerhebungen halten.

Oben auf der Kuppe des Berges am Friedrich-Langewiesche-Denkmal konnte man laut Nolte vor 50 Jahren auch die tiefer liegenden Wege sehen. Heute versperrt der Wald die Sicht. Nolte mit einem Augenzwinkern: »Früher haben sich die jungen Leute hier oben gern zum Poussieren getroffen.«

Weiße Rahmen, rote Wegnummern

Von diesem höchsten Punkt der Wanderung geht es durch zahlreiche ehemalige Wallanlagen wieder bergab, dem Waldrand entgegen. Die Babiloniequelle hält aufgrund der anhaltenden Trockenheit in den vergangenen Wochen allerdings keine Erfrischung für das Team bereit.

Immer wieder unterbrechen Michael Owsianski und Ernst Nolte ihren Gang, um dessen eigentlichen Zweck zu erfüllen. Mit einem Zugmesser glättet Nolte die oft raue Rinde der Bäume, an denen die Markierungen des Wanderweges prangen. Ist diese Vorbereitung erfolgt, nimmt Michael Oswianski den Pinsel zur Hand und malt akribisch den weißen Rahmen um die Wegmarkierung und verpasst der Wegnummer ein frisches, leuchtendes Rot.

 

Wanderer wissen Markierungen zu schätzen

Nachfolgende Wanderer werden dies zu schätzen wissen, denn schließlich gibt es allein in Obermehnen neun verschieden lange, ausgewiesene Wanderstrecken. Die Farben für die Arbeit stellt Lübbecke Marketing zur Verfügung, lediglich die Ausführung der Markierungsarbeiten liegt in der Hand von Vereinen in den verschiedenen Lübbecker Ortsteilen. Und gibt es Hindernisse auf den Wegen, werden diese natürlich auch gleich beseitigt – oder dokumentiert, damit sie später weggeräumt werden können.

Nach zweieinhalb Stunden erreicht das »A2-Team« wieder den Ausgangspunkt am Kummerbrink, wo nach und nach alle Ehrenamtlichen nach erfolgreicher Arbeit eintreffen und der Tag für die fleißigen Helfer mit einem gemütlichen Grillabend ausklingt.

Neue Mitglieder stets willkommen

Wer diese Wege-Pflege der Obermehner spannend und wichtig findet, kann sich übrigens beteiligen, auch wenn er oder sie in einem anderen Ortsteil wohnt: Eine Mitgliedschaft im Heimatverein Babilonie steht allen offen. Neue Mitglieder jeder Altersgruppe sind dem aktuell 170 Personen starken Verein stets willkommen. Am 2. September um 12 Uhr findet deshalb auf dem Kummerbrink die Veranstaltung »Der Heimatverein stellt sich vor« statt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5970600?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
Nach Innenstadt-Attacke: Tatverdächtiger wieder frei
Im Krankenhaus haben Polizisten der Familie Hammoud eine Gefährderansprache gehalten. Foto: Ruthe
Nachrichten-Ticker