Städtepartnerschaft: B-Jugend-Team von 1967 treffen sich in Bayeux Sportfreunde seit Jahrzehnten

Lübbecke(WB). Der FC Lübbecke hat 1967 mit einem Freundschaftsspiel den Grundstein für die Städtepartnerschaft zwischen Lübbecke und Bayeux gelegt, die ein Jahr später besiegelt wurde. Zum diesjährigen Jubiläum fahren zwei Busse vom Wiehen in die Normandie. Mit dabei: fast alle Spieler der damaligen B-Jugend-Mannschaft des heimischen Fußballclubs.

Von Arndt Hoppe
Deutsch-französische Freundschaft (von links): Michel Lecoq, Yves Neveu und Daniel Danjou (vom FC Bayeux) mit »Dolmetscher« Leonard Kauffmann, Ernst Ober-Entgelmeier, Horst Haake, Hans Hagemann und Günter Pöttger (FC Lübbecke).
Deutsch-französische Freundschaft (von links): Michel Lecoq, Yves Neveu und Daniel Danjou (vom FC Bayeux) mit »Dolmetscher« Leonard Kauffmann, Ernst Ober-Entgelmeier, Horst Haake, Hans Hagemann und Günter Pöttger (FC Lübbecke). Foto: Arndt Hoppe

»Es wird eine Begegnung geben, die meines Wissens in ganz Europa ihres Gleichen sucht«, sagt Ernst Ober-Entgelmeier. »Zwei Mannschaften aus Deutschland und Frankreich, die sich nach mehr als 50 Jahren in nahezu kompletter Aufstellung wiedertreffen.«

Die Truppe ist fast komplett

Auch der damalige Mannschafts-Kapitän Hans Hagemann fährt mit: »Ernst war derjenige, der als Vereins-Chronist die Anregung dazu gab, die Truppe von 1967 wieder zusammenzutrommeln.« Zusammen mit Günter Pöttger und Klaus Sperling begann er das Team von damals zu kontaktieren. Mit Erfolg, wie jetzt feststeht. Denn zehn von seinerzeit 15 Fußballern sind mit dabei, wenn es am 23. Mai in Richtung Bayeux losgeht. »Die weiteste Anreise haben Dieter Stürze, der heute in Lausanne in der Schweiz lebt, und Peter Steiger aus Berlin.«

Was mit dem Freundschaftsspiel der Jugendlichen begann, hat sich zu einer Jahrzehnte langen Verbindung zwischen den Vereinen entwickelt. »Zwar gab es von 1970 bis ‘72 keine gegenseitigen Besuche, aber danach haben sich alljährlich im Wechsel Mannschaften der Vereine zu Freundschaftsspielen getroffen. Im Moment sind wieder Gäste aus Frankreich beim FC. Heute Nachmittag um 16.30 Uhr treten zwei Jugend-Teams auf dem Sportplatz an der Obernfelder Allee gegeneinander an. Begleitet werden die Jungkicker von 20 Erwachsenen aus Bayeux, zu denen unter anderem drei Spieler der B-Jugend von 1967 gehören.

Erstes Freundschaftsspiel endete 2:1 für Lübbecke

Der damalige Mannschaftskapitän Daniel Danjou und seine Teamkollegen Michel Lecoq und Yves Neveu erinnern sich gemeinsam mit Hans Hagemann, Günter Pöttger und Horst Haake an ihre erste Begegnung. »Für uns Jungs war die Reise einfach ein Riesenabenteuer«, sagt Hagemann. »Es war ein sehr enges Spiel, das wir am Ende mit 2:1 gewannen.« Das Rückspiel 1968 sei sogar mit 7:2 für Lübbecke ausgegangen. Einer der Gründe für den Erfolg könne Harald Nickel gewesen sein, der auf Seiten der Lübbecker kickte. »Er spielte später für Borussia Mönchengladbach und wurde sogar Nationalspieler«, berichtet Ex-Kapitän Hagemann. »Aber bei den meisten weiteren Begegnungen hatten unsere Freunde aus Bayeux die Nase vorn.«

Die Spieler von einst erinnern außerdem an zwei wichtige Persönlichkeiten im Zusammenhang mit der ersten Reise. »Als Betreuer waren Walter Hillringhaus und Herbert Stürze dabei« sagt Hagemann. Sie hätten viel dazu beigetragen, dass die Jungen in Frankreich einen guten Eindruck hinterließen. »Wir wurden sehr herzlich und freundlich empfangen«, weiß auch Günter Pöttger zu berichten. 22 Jahre nach Kriegsende sei das nicht selbstverständlich gewesen.

Freude, Respekt und Dankbarkeit

Hagemann betont, dass er als junger Mensch nicht so viel von der Historie und der Landung der Alliierten in der Normandie wusste. »Mit diesem Wissen reise ich heute mit großem Respekt, aber auch mit Dankbarkeit und Freude zu dem Besuch nach Bayeux.« Auf ein Fußballspiel müssen die Sportler beim Besuch in der Partnerstadt diesmal alters- und gesundheitsbedingt verzichten. Doch der damalige Mannschaftsführer kündigt eine Überraschung an. »Außerdem könnten wir in einer Partie Boule gegeneinander anstoßen«, schlägt er den ehemaligen vor. Und diese Herausforderung nehmen die »Gegner« aus Frankreich lachend an.

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