Musiker interpretieren »Stabat Mater« – Zugang zu den Leiden Jesu Konzert geht unter die Haut

Lübbecke (WB). Der Inhalt des mittelalterlichen Gedichtes »Stabat Mater« ist am Sonntagabend in der Andreaskirche musikalisch interpretiert worden. Hier haben Sänger mit Sopran- und Tenorstimmen, Chorgesang und Orchesterklang eine Geschichte über die Leiden Jesu erzählt.

Von Jessica Eberle
Die Kantorei erfüllte die Andreaskirche mit ergreifenden Klängen.
Die Kantorei erfüllte die Andreaskirche mit ergreifenden Klängen. Foto: Jessica Eberle

Vor vollen Rängen griffen Kantorei und Sinfonieorchester Lübbecke zu Gesangbuch und Geigenbogen. Schon zu Beginn des Konzerts wurde die Kirche mit einer Melodie aus dutzenden Stimmen erfüllt, die durch das Gotteshaus drangen und die Zuschauer andächtig verstummen ließen.

»Was am Kreuz geschehen«

Vor der Kanzel dirigierte Kreiskantor Heinz-Hermann Grube die Musiker. Er erklärte, was es mit »Stabat Mater« auf sich hat: »Hinter der schwülstigen Sprache steht doch die schlichte Frage, wie wir Zugang finden können, zu dem, was am Kreuz geschehen ist.«

Begleitet wurde das Werk von Antonín Leopold Dvořák. Der tschechische Komponist hatte einst selbst den Tod seines Kindes verarbeiten müssen. Das mag wohl der Grund sein, warum die Vertonung des Gedichtes in die Tiefen der Gefühlswelt zu dringen schien. Berührend war der Gesang der Kantorei, der tröstend wirkte wie ein Wiegenlied.

Im Gegensatz dazu erfüllte das Solo des Tenors Stephen Chambers in Kombination mit dem Männerchor die Kirche mit einer Grausamkeit, wie sie durch die gewaltsame Kreuzigung von Jesus in der Bibel beschrieben wird.

Schmerz der Mutter stimmlich eingefangen

Derweil sangen Sopranistin Catalina Bertucci und Altistin Janina Hollich im Duett. Bertucci gelang es, den Schmerz der Mutter stimmlich einzufangen, und auch Hollich sang passend zu der unerbittlich wirkenden Streicherbegleitung des Sinfonieorchesters. Andreas Jören als Solo-Bass komplettierte das Quartett mit einer von Blechbläsern umrahmten Phrase.

An den dramatischen Einstieg schloss sich ein ebenso dramatischer Ausstieg, der den Rahmen des Stücks bildete.

Danach folgte für einige Sekunden Stille, bis begeisterter Applaus losbrach.

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