Rat entscheidet sich aus Kostengründen gegen Neubau Alte Bäder werden saniert

Lübbecke (WB). In absehbarer Zukunft wird es in Lübbecke kein neues Kombibad geben. Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend mit großer Mehrheit für die Sanierung von Hallenbad und Gehlenbecker Freibad ausgesprochen.

Von Friederike Niemeyer
Der Rat will hat beschlossen, das Hallenbad an der Bohlenstraße (Foto) und das Gehlenbecker Freibad zu sanieren.
Der Rat will hat beschlossen, das Hallenbad an der Bohlenstraße (Foto) und das Gehlenbecker Freibad zu sanieren. Foto: Clara Werdin

An einer Kombibad-Lösung hielten einzig die Vertreter von Lübbecke konkret (Lk) und den Grünen fest. Sie stimmten gegen den Sanierungsbeschluss. Die Wählergemeinschaft WL, im Wahlkampf Befürworter eines neuen Bades, enthielt sich.

Sanierung soll 11,5 Millionen Euro kosten

Wie berichtet, hatte eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Wirtschaftsbetriebe (WBL) den Sanierungsbedarf der beiden Standorte untersucht und die Kosten für einen Neubau ermittelt. Auf dieser Grundlage hatte die WBL-Gesellschafterversammlung einen Neubau abgelehnt.

Das Gutachten listet detailliert alle Mängel in Frei- und Hallenbad auf: von der defekten Lampenfassung über Schäden an der Außenfassade bis zur Technikmodernisierung. Außerdem werden Optimierungsmöglichkeiten vorgeschlagen, beispielsweise ein Planschbecken im Hallenbad, eine Verkleinerung der Wasserfläche in Gehlenbeck, eine neue Rutsche oder eine Beckenauskleidung mit Edelstahl. Demnach würde eine Sanierung inklusive aller aufgeführten Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität gut 11,5 Millionen Euro kosten, ein Neubau (inklusive Abriss der alten Bäder) gut 17 Millionen Euro.

»Risiken würden unsere Stadt überfordern.«

In der Aussprache im Rat verwiesen sowohl CDU als auch SPD darauf, dass zusätzlich noch etwa zwei bis drei Millionen Euro für ein Grundstück ausgegeben werden müssten, das zudem schwer zu finden sein werde. Außerdem müsse mit etwa zweieinhalb mal so hohen Betriebskosten gerechnet werden wie bisher, fügte Klaus-Jürgen Bernotat (CDU) an. »Wir sollten uns für die wirtschaftlichste Lösung entscheiden«, plädierte er dafür, nur das »unumgänglich Notwendige« umzusetzen. Denn eigentlich könne sich Lübbecke weder ein Kombibad noch die Sanierung leisten. Doch sei es natürlich sinnvoll, den Bürgern Bäder anzubieten.

Arnold Oevermann (SPD) sah sich durch die Studie bestätigt: »Die Utopie für Lübbecke, ein neues Kombibad zu bauen, haben wir als SPD nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Die finanziellen und planerischen Risiken würden unsere Stadt überfordern.« Er forderte, die Optimierungsmaßnahmen kritisch zu hinterfragen.

»Kombibad übersteigt unsere Möglichkeiten.«

Die FDP warnte angesichts der Investitionskosten vor drohender Haushaltssicherung. Dieter Fette: »Wir sollten die Bäder erhalten und weiter optimieren – aber mit Augenmaß.« Neben dem geplanten baubegleitenden Arbeitskreis sollte auch der Bauausschuss das Vorhaben kritisch begleiten. Dieter Wiegmann (WL) begründete die Enthaltung seiner Fraktion: »Aus Sorge um die Finanzierung sind wir zu der Ansicht gekommen, nicht für ein Kombibad zu kämpfen.«

WL-Fraktionskollege Martin Klee stimmte allerdings für den Sanierungsplan, und auch Bürgermeister Frank Haberbosch (SPD) plädierte für die konservative Lösung: »Wenn wir das bezahlbar gestalten wollen, ist die Sanierung der einzige Weg. Ein Kombibad übersteigt unsere Möglichkeiten. Der Betrieb würde unsere laufenden Kosten verdoppeln.«

Zweifel an Kostenschätzungen

Die ganzen Kostenschätzungen bezweifelte Bernd Sasse-Westermann (Lk). Er machte sich zum Anwalt derjenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten darauf vertraut hätten, dass es in Lübbecke ein zentrales Bad geben werde. Die Menschen seien immer wieder vertröstet worden. »Bei einer Reparatur und Sanierung der alten Bäder werden es immer die alten Bäder bleiben«, sagte er.

Herbert Vollmer begründete das Nein der Grünenfraktion zur Sanierung mit den »unglücklichen Standorten« außerhalb und an der Bundesstraße. »Eigentlich gibt es keine Alternative als neu zu bauen«, sagte er.

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