Frank Haberbosch (Lübbecke) und Kai Abruszat (Stemwede) verstärken Zusammenarbeit Bürgermeister wechseln die Plätze

Lübbecke/Stemwede (WB). Seit den Kommunalwahlen am 13. September 2015 haben beide ihr Amt inne, nun tauschten sich Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch (SPD) und Amtskollege Kai Abruszat aus Stemwede (FDP) auf ungewöhnliche Art und Weise aus: Die beiden Politiker verbrachten jeweils einen halben Arbeitstag im Amtssitz des Kollegen. Dabei begutachteten sie die Arbeitsweise und Stärken der anderen Kommune.

Von Philipp Bülter
Ein engerer Austausch ist eingeläutet: Die Bürgermeister Frank Haberbosch (Lübbecke, links) und Kai Abruszat (Stemwede) haben im Sitzungssaal des Lübbecker Rathauses Platz genommen. Die Politiker wollen die interkommunale Beziehung ausbauen.  
Ein engerer Austausch ist eingeläutet: Die Bürgermeister Frank Haberbosch (Lübbecke, links) und Kai Abruszat (Stemwede) haben im Sitzungssaal des Lübbecker Rathauses Platz genommen. Die Politiker wollen die interkommunale Beziehung ausbauen.  

So entstand die Idee

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Art interkommunaler Zusammenarbeit sei bei einem privaten Treffen entstanden, verriet Abruszat im Gespräch mit dieser Zeitung. Man kenne sich seit besagter Wahl vor zweieinhalb Jahren, »und wir verstehen uns sehr gut. So ist es natürlich leicht, mit einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen beiden Kommunen zu beginnen, für die wir jetzt den Grundstein legen wollen. Wir sind die Macher und wollen viel bewegen«, erklärte Frank Haberbosch. Gesagt, getan: Stemwedes Gemeindeoberhaupt Kai Abruszat weilte bis zum Nachmittag in Lübbecke, Haberbosch erhielt im Anschluss Einblicke in die Arbeit der Verwaltung in Stemwede.

Die Aktion ist in der Region wohl einmalig. Die Mobilität der Bürger, Verwaltungsdienstleistungen, die Wärmeflächenentwicklung, der digitale Bürgerservice, die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die Sportflächenpflege: viele Themen kamen in den Gesprächen der Politiker – auch mit den Mitarbeiten des jeweiligen Kollegen – zur Sprache. Weisungsbefugt waren am fremden Standort indes weder Abruszat noch Haberbosch.

»Gemeinsamer Sozialraum Lübbecker Land«

Bereits vor sieben Jahren wurde mit dem Umzug des Stemweder Archivs ins Lübbecker Stadtarchiv der interkommunale Austausch eingeleitet, der nun intensiviert werden soll, damit sowohl Lübbecke als auch Stemwede profitieren. »Zum Beispiel werden bestimmte Finanzzuschüsse nur noch vergeben, wenn eine solche Kooperation besteht. Für diese wollen wir auch in Zukunft im gemeinsamen Sozialraum Lübbecker Land in Frage kommen«, sagte Kai Abruszat. Es gelte, sich stets zu hinterfragen, ob bestimmte Vorgänge optimiert werden könnten.

Aktuell störe ihn, dass die Verwaltung der Gemeinde Stemwede über keinen Sitzungssaal verfüge, sagte der 48-Jährige. Sie definierten sich beide nicht nur als Bürgermeister, sondern seien auch privat »immer gerne mit Menschen aus der Region im Gespräch«, sagte Haberbosch.

Lübbeckes Stadtoberhaupt informierte sich bei seinem Besuch im Leverner Rathaus gestern im Gespräch mit den beiden Fachbereichsleitern Jörg Bartel (Bildung/Generationen/Zentrale Dienste) und Werner Bahnemann (Ordnung & Soziales) unter anderem über das Digitale Bürgerbüro. Der 60-Jährige inspizierte außerdem den »Patcher«, das Spezialfahrzeug des Stemweder Bauhofes, das hilft, das kommunale Straßennetz nachhaltig instandzuhalten. Haberboschs abschließendes Urteil: »Beeindruckend!«

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