Kommentar zum Projekt Leseförderung im Altkreis Lübbecke Engagement, das Mut macht

»Bei Euch auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung.« Dieser Seufzer aus dem Mund einer Bekannten aus einer Großstadt macht nachdenklich. Stimmt das wirklich? Schöne Landschaft, niedrige Arbeitslosigkeit und intakte Dörfer? Im Vergleich zu vielen Ballungszentren gilt das sicher. Aber so heil ist die Welt hier dann auch wieder nicht. Das zeigt die Initiative zur Leseförderung, die jetzt von heimischen Rotariern unterstützt wird .

Von Friederike Niemeyer
Das Projekt Leseförderung soll bei leseschwachen Kindern Lust auf Bücher wecken. Ehrenamtliche sind im Altkreis Lübbecke inzwischen auch immer mehr im Bildungsbereich tätig.
Das Projekt Leseförderung soll bei leseschwachen Kindern Lust auf Bücher wecken. Ehrenamtliche sind im Altkreis Lübbecke inzwischen auch immer mehr im Bildungsbereich tätig. Foto: Kai Wessel

Kinderarzt Dr. Wolfgang Adam macht es Sorgen, dass die Lesefähigkeit schwindet. Laut aktueller Studien sollen in Deutschland 20 Prozent der Viertklässler lese- und sprachschwach sein. Ein Armutszeugnis für unsere Bildungsnation. Und das hat Folgen nicht nur für die schulische Laufbahn eines Kindes, sondern auch für seine Denkfähigkeit und damit seinen Lebensweg insgesamt. Der engagierte Arzt vom Präventionsrat Rahden und viele Lesepaten wollen das nicht einfach hinnehmen.

Es zeichnet unsere Region aus, dass es für Projekte wie dieses so viel Unterstützung gibt. Genauso gibt es finanzielles und ehrenamtliches Engagement für die »Bildungspartnerschaften« in Lübbecke, für Jugendarbeit und Flüchtlingshilfe, für die Tafel und Krankenhauspatienten, für den Tier- und Naturschutz und, und, und. Vielfach springen Vereine oder Einzelne ein, wo eigentlich Staat und Gesellschaft gefordert wären. Es gibt sogar Initiativen, die weit über den eigenen Horizont vor Ort hinausgehen: »Stockhausen für Europa« .

Solange im Altkreis die Probleme so konstruktiv und engagiert angepackt werden, gilt in der Tat der Satz: »Bei Euch ist die Welt noch in Ordnung.«

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