Nabu-Kreisverband blickt auf ein arbeitsreiches Jahr 2017 zurück Fledermausschutz ist erfolgreich

Lübbecke  (WB). Sei es für Fledermäuse, Eulen oder Streuobstwiesen – die Arbeit des Nabu-Kreisverbandes Minden-Lübbecke ging auch im abgelaufenen Jahr weit über das Engagement im Großen Torfmoor hinaus.

Das Große Mausohr ist im Kreis regelmäßig anzutreffen.
Das Große Mausohr ist im Kreis regelmäßig anzutreffen. Foto: Sandra Meier

Ein besonderer Höhepunkt für den Nabu-Kreisverband war die Landesförderung des Besucherzentrums Moorhus. Langfristiges Ziel ist der Aufbau stabiler Strukturen in der Umweltbildung. Neben dem ehrenamtlich getragenen Bildungsangebot besteht nun die Möglichkeit, mit Hauptamtlichen das Angebot zu erweitern.

Durch ein weiteres Förderprojekt mit der Stiftung Umwelt und Entwicklung wurde es möglich, einen Moorgarten anzulegen. Durch ihn können Kindern oder auch weniger mobilen Besuchern die wesentlichen Aspekte des Großen Torfmoores direkt am Moorhus selbst nähergebracht werden.

Ausstelungen, Vorträge und Familienfest

Wie in den Vorjahren hat der Nabu im Moorhus Ausstellungen, Vorträge, Familienfeste und Führungen angeboten. Ein Höhepunkt war der mystische Weihnachtsmarkt am 10. Dezember.

Das Angebot von Führungen im Großen Torfmoor wird maßgeblich von den zertifizierten Natur- und Landschaftsführern (ZNL) getragen. 2017 wurden im Moorhus 18 weitere ZNLer ausgebildet, die nun das Nabu-Programm mit eigenen Veranstaltungen ergänzen. Das Moorhus ist darüber hinaus Anlaufstelle für Anfragen zum Artenschutz oder auch für Anzeigen von Verstößen. Diesen Meldungen versucht der Nabu mit ehrenamtlichen Kräften nachzugehen und zu helfen.

Ein Großteil der ehrenamtlichen Arbeit bezieht sich auf den Arten- und Biotopschutz. So hat der Nabu von der RWE drei Trafostationen übernommen und für Vögel wie Turmfalken, Dohlen, Schwalben und Mauersegler sowie Fledermäuse als Wohnstätte hergerichtet. Die Arbeitsgruppe praktischer Naturschutz, die sich samstags am Moorschutzhof in Nettelstedt trifft, hat sich der Pflege und Pflanzung von Streuobstwiesen, Strauchhecken und Kopfweiden gewidmet. Auch die Betreuung des Großen Torfmoores gemeinsam mit der Biologischen Station gehört dazu.

Kreisweit brachte der Nabu zehn Schleiereulenkästen an und baute mit Kindern Nistkästen. Darüber hinaus unterstützte der Kreisverband die Aktion des Landesverbands zum »schwalbenfreundlichen Haus«.

Mehr als 100 Nisthilfen für Eulen

Auf die Betreuung von drei Eulenarten legt der Nabu besonderen Wert. So werden die jungen Uhus in den Steinbrüchen am Wiehen- und Wesergebirge regelmäßig beringt, mehr als 100 Nistkästen und -röhren für Schleiereule und Steinkauz kontrolliert, Kästen ergänzt und auch hier die Jungvögel beringt. Damit ist der Nabu in der Lage, über viele Jahre Bestandsentwicklungen zu beurteilen. Diese Ergebnisse werden 2018 in einer Eulenausstellung im Moorhus präsentiert. Mit dem Aktionskomitee betreut der Nabu die Weißstorchhorste im Altkreis Lübbecke.

Zum Arbeitsfeld Artenschutz gehört auch die Unterstützung des Unkenprojektes in Porta Westfalica und Bad Oeynhausen, in dessen Zusammenhang auf einer Nabu-eigenen Fläche am »Fuchsloch« ein Gewässer offen gelegt wurde, zu dessen Einweihung Bundesumweltministerin Barbara Hendricks begrüßt werden konnte.

386 Große Mausohren

Vom Fledermausschutz gab es ebenfalls gute Nachrichten. So wurde im Juni in Lübbecke eine Ausflugszählung durchgeführt. Hier konnten 386 Große Mausohren erfasst werden, die abends ihr Quartier in der Innenstadt verließen. Darüber hinaus wurden auch in der Rahdener Kirche wieder mehr als 30 Tiere angetroffen. Anfang März wurden darüber hinaus wieder einige der bekannten Winterquartiere im Wiehen- und Wesergebirge auf ihre Fledermausbestände hin kontrolliert. Auch hier scheinen die Bestände stabil. Auf großes Interesse stieß die alljährliche Fledermausexkursion, die dieses Jahr im Sielpark in Bad Oeynhausen stattfand. Großes und kleine Fledermausfreunde waren begeistert von den quirligen Flugkünstlern, die sich ideal beobachten ließen.

Große Freude löste im November ein Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung aus. Mit Mitteln des Landes NRW und eines privaten Sponsors kann der Nabu erneut eine 2,5 Hektar große Fläche für den Artenschutz in Frotheim erwerben.

Kampagne gegen Vogelschlag an Fenstern

Gemeinsam mit dem BUND Minden-Lübbecke und der AG Natur aus Bad Oeynhausen führte der Kreisverband eine Kampagne gegen den Vogelschlag an Glasfronten durch. Hierbei wurde die Öffentlichkeit über effektive Vermeidungsmaßnahmen an Fenstern informiert und Projektleiterin Dr. Judith Förster referierte zum Thema in der Fachhochschule in Minden.

In zahlreiche Gremien wie dem Naturschutzbeirat, den Begleitarbeitskreisen der Landschaftspläne oder dem Maßnahmenplan Weseraue entsendet der Nabu Ehrenamtliche. Allein 73 Stellungnahmen wurden vom Nabu zu großen Planverfahren abgegeben, Verfahren, zu denen meist mehrere Aktenordner durchgearbeitet werden müssen.

Insektensterben neuer Schwerpunkt

Ein neuer Schwerpunkt, der sich aus dem sich zuspitzenden Problem des Insektensterbens ergibt, liegt darin, einen ökologischeren Umgang mit Straßen und Wegerändern zu initiieren. Dazu wurde ein Positionspapier entwickelt und zu einem runden Tisch mit vielen Akteuren im Januar 2018 eingeladen.

Für 2018 hofft der Nabu Minden Lübbecke, noch mehr Mitglieder für eine Mitarbeit zu gewinnen.

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