Veterinäramt des Kreises ruft heimische Landwirte und Jäger zu Vorsichtsmaßnahmen auf Schweinepest soll draußen bleiben

Lübbecke/Minden (WB). Die Afrikanische Schweinepest hat zwar Deutschland noch nicht erreicht. Dennoch macht sie auch den Behörden im Kreis Minden-Lübbecke Sorgen. Das Kreis-Veterinäramt ruft deshalb Land- und Fleischwirtschaft zu Vorsichtsmaßnahmen auf.

Auch Mastschweine könnten sich mit der Afrikanischen Schweinepest anstecken.
Auch Mastschweine könnten sich mit der Afrikanischen Schweinepest anstecken. Foto: dpa

Seit 2014 grassiert die Afrikanische Schweinepest im Baltikum und in den östlichen Regionen Polens. Seit Juni 2017 hat sich die Seuchenlage drastisch verschärft, nachdem auch in Tschechien ein Ausbruch dieser Tierseuche festgestellt wurde. Einschleppungsursache waren vermutlich mit dem Virus infizierte Lebensmittel, die von Menschen dort fortgeworfen und von Wildschweinen aufgenommen wurden.

Wildschweine spielen Schlüsselrolle

Eine Schlüsselrolle bei der Seuchenausbreitung nehmen die Wildschweine ein. Deren Bestände haben sich in den vergangenen Jahren drastisch erhöht, so dass das Virus sich leicht in der Population ausbreiten kann. Um dieser Gefahr zu begegnen, müssen Strategien zur stärkeren Bejagung diskutiert werden, um vorbeugend wirken zu können.

Darüber hinaus muss jedem Halter von Hausschweinen klar sein, dass er seinen Bestand durch geeignete Maßnahmen (Biosicherheit) so schützen muss, dass das Virus der Afrikanischen Schweinepest möglichst nicht in den Betrieb eindringt, erklärt das Veterinäramt. »Treten in einem Schweinebestand akute Symptome auf, die nicht klar einer anderen Erkrankung zugeordnet werden können, und sprechen Antibiotika bei den betroffenen Tieren nicht an, sollten geeignete Proben an die zuständigen Untersuchungseinrichtungen weitergeleitet werden, um eine mögliche Schweinepestinfektion abzuklären«, sagt Dr. Detlef Grote, stellvertretender Amtsleiter des Veterinäramts des Kreises. »Der beste Seuchenschutz ist ein funktionierendes Frühwarnsystem, an dem alle Schweinehalter aktiv mitwirken.«

Landwirte und Jäger

Landwirte sollten zudem den Zutritt von betriebsfremden Personen in ihren Schweinebeständen auf das unbedingt notwendige Maß reduzieren und die Hygienemaßnahmen strengstens beachten.

Neben den Landwirten haben die Jäger eine zentrale Bedeutung bei der Seuchenvorbeuge. Sie sind aufgefordert, verstärkt auf Funde von toten Wildschweinen (Fallwild) zu achten, diese zu melden und Proben von solchen Tieren amtlich untersuchen zu lassen. Auch Fragen der Jagdhygiene sind zu beachten: Jagdkleidung, Schuhwerk und Gerätschaften sind streng von Schweinehaltungen zu trennen.

Schwere Schäden befürchtet

Sollte die Seuche nach Deutschland eingeschleppt werden, greift die Verordnung zum Schutz gegen Schweinepest und Afrikanische Schweinepest. Als Maßnahmen werden Sperrbezirke errichtet, Schweine in den betroffenen Beständen getötet und Transport und Handel stark beschränkt. Fachleute rechnen in diesem Fall mit verheerenden wirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe.

Weitere Informationen unter www.minden-luebbecke.de (unter Service/Tiere und Lebensmittel/Aktuelles) oder www.fli.bund.de (unter Aktuelles/Tierseuchengeschehen/Afrikanische Schweinepest).

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