Weihnachtskonzert in der Gehlenbecker St.-Nikolaus-Kirche Ein Fest der Harmonien

Gehlenbeck(WB). Eine Fülle von weihnachtlichen Konzerten werden in diesen Tagen im Lübbecker Land geboten. Ein besonders hochkarätiges konnten am Samstag die Zuhörer in der St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck genießen.

Von Arndt Hoppe
Ein beeindruckendes Weihnachtskonzert haben die Zuhörer in Gehlenbeck erleben können. Ein besonderer Genuss war der Gesang der Solisten (vorne von links) Eike Tiedemann, Johanna Grube, Julia Dadkoush, Ansgar Kreutz und Heiko Schulz.
Ein beeindruckendes Weihnachtskonzert haben die Zuhörer in Gehlenbeck erleben können. Ein besonderer Genuss war der Gesang der Solisten (vorne von links) Eike Tiedemann, Johanna Grube, Julia Dadkoush, Ansgar Kreutz und Heiko Schulz. Foto: Arndt Hoppe

Dem gut aufgelegten Gehlenbecker Kirchenchor standen zahlreiche Mitglieder des Lübbecker Sinfonieorchesters und fünf ausgezeichnete Gesangs-Solisten zur Seite, die zum Gelingen dieses wunderbaren musikalischen Abends beitrugen. Unter der Gesamtleitung von Jeannette Krügel glänzten Julia Dadkoush (Sopran), Johanna Grube (Mezzosopran), Ansgar Kreutz (Tenor), Heiko Schulz (Bass) und Eike Tiedemann (Alt). Letztere war kurzfristig für die erkrankte Nina Doormann eingesprungen, was aber in keiner Weise die Souveränität ihres Vortrags schmälerte.

Zwei Werke im Zentrum

Zwar wartete das Konzert auch mit einigen klassischen weihnachtlichen Chorliedern auf wie »Macht hoch die Tür«, »Herbei, o ihr Gläubigen« und zwei Stücken von John Rutter. Im Mittelpunkt standen jedoch zwei etwas längere Werke für Chor und Orchester: das »Magnificat in C-Dur« von Johann Christian Bach und das »Oratorio de Noël« (Weihnachtsoratorium) von Camille Saint-Saëns.

Schon beim Magnificat kam das Wechselspiel zwischen Chor und den Solopassagen eindrucksvoll zur Geltung. Wer den eingängigen Melodien aus der Feder des ältesten Sohns Johann Sebastian Bachs lauschte, konnte gut nachvollziehen, wieso dessen Werk den jungen Mozart nachhaltig beeinflusst haben soll. Der Zusammenklang der Stimmen mit den Streichern und Trompeten entwickelte bei aller Leichtigkeit eine große Strahlkraft.

Oratorium ist der Höhepunkt

Doch den Höhepunkt des Abends bildete ohne Zweifel das »Oratorio de Noël« in seiner Vielschichtigkeit und seinem Abwechslungsreichtum. Gleich die ätherische Prélude schlug im Einklang der Streicher mit dem Orgelspiel von Andreas Bock die Zuhörer spürbar in ihren Bann.

Doch besonders stimmungsvoll gerieten Soli, wie die »Air«, gesungen von Eike Tiedemann, und die »Air et choeur« von Tenor Ansgar Kreutz. Darauf folgte der Chor mit einem mitreißenden »Quare fremuerunt gentes?« (übersetzt: Warum toben die Nationen?). Besonders anrührend gelangen die Stücke, in denen die Solisten erst im Trio, dann im Quartett und zuletzt im Quintett harmonierten, bevor die Sänger in voller Chorstärke die Freudenbotschaft der Ankunft Christi überbrachten.

Das Publikum, das sich einige Male geradezu zurückhalten musste, um nicht spontan zwischen den einzelnen Stücken zu applaudieren, konnte sich nach diesem Schlusspunkt schließlich mit lang anhaltendem Applaus bei den Akteuren bedanken. »Freue dich, Welt, der Herr ist da« gab den begeisterten Zuhörern zum Schluss noch einmal Gelegenheit, in den Gesang mit einzustimmen.

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