Polio-Hilfsaktion: Lübbecker Rotarier freuen sich über Sammeleifer 1,5 Millionen Deckel für guten Zweck gesammelt

Lübbecke (WB). 1,5 Millionen Kunststoffdeckel sind im Altkreis Lübbecke innerhalb eines knappen Jahres bei der Sammelaktion »Deckel gegen Polio – 500 Deckel für 1 Leben ohne Kinderlähmung« zusammengekommen.

Mit dem Zwischenergebnis ist der Rotary Club Lübbecke/Westfalen, der die Aktion in der heimischen Region koordiniert, sehr zufrieden. »Damit können bereits 3000 Polio-Impfungen finanziert werden, sagt Projektleiter Georg Droste. 500 Deckel reichen aus, um eine Impfung zu ermöglichen.

Kleine Sache wird ganz groß

»Es geht um eine kleine Sache, aus der etwas Großes werden kann«, sagte Andreas Winkelmann, der amtierende Lübbecker Rotary-Präsident. Er dankte allen, die die Aktion tatkräftig unterstützen, und hofft, dass sich im Laufe der Zeit noch mehr Menschen am Sammeln beteiligen. Denn mitmachen könne jeder.

Seit Anfang des Jahres kümmern sich die Lübbecker Rotarier um die Logistik im Altkreis, haben Zwischenlager in den Städten und Gemeinden installiert und koordinieren den Abtransport der Deckel zum Wertstoffhof Budde nach Hille. »Aber nicht nur bei uns, sondern bundesweit werden Deckel gesammelt«, sagte Droste. In ganz Deutschland organisieren Rotary-Clubs die Sammlung von Kunststoffverschlüssen. Die Deckel werden an Recyclingbetriebe verkauft und die gespendeten Erlöse durch die Bill-Gates-Stiftung verdreifacht. Der Gesamterlös kommt der Rotary-Kampagne »End Polio Now«, dem Kampf gegen Kinderlähmung, zugute.

Es kostet keine Mühe

»Es ist so einfach. Es kostet kein Geld und keine Mühe: Abschrauben, sammeln, fertig«, sagte Heidi Freudenstein, die bereits im März 2016 als damalige Schulleiterin das Sammeln an der Grundschule Preußisch Oldendorf initiiert hat. Durch einen Pressebericht war der Rotary Club auf die Sammelaktion in Preußisch Oldendorf aufmerksam geworden. »Seitdem läuft auch die Logistik supergut«, sagt sie. Ihr Engagement ist so groß, dass sie im Lenkungsausschuss der Lübbecker Rotarier mitarbeitet. Zu diesem gehören neben Freudenstein, Droste und Winkelmann auch Holger Brand, Markus Hannig und Thomas Struckmeier. Um die Beantwortung eintreffender Fragen kümmert sich Eberhard Richter.

Auch wenn Freudenstein seit August dieses Jahres im Ruhestand ist: Das Sammeln der Deckel an der Grundschule Preußisch Oldendorf betreut sie weiterhin. Von den gemachten Erfahrungen berichtete sie zusammen mit drei Viertklässlern bei einem rotarischen Treffen im Gasthaus Rose. Die Rotarier erfuhren, dass auch in den Familien der Grundschüler fleißig gesammelt werde. Eine Schulklasse habe sogar in einem Getränkehandel Deckel von den Flaschen geschraubt.

Schulen im Altkreis sind aktiv

Neben der Grundschule Preußisch Oldendorf sind auch andere Schulen in der heimischen Region beim Sammeln von Kunststoffdeckeln aktiv. Dazu gehören die Grundschule Bad Holzhausen und die Grundschule Rahden, die Sekundarschule Preußisch Oldendorf, die Stadtschule Lübbecke, das Wittekind-Gymnasium Lübbecke und das Söderblom-Gymnasium in Espelkamp.

Die gesammelten Deckel können entweder direkt zum Werkstoffhof Budde nach Hille gebracht werden oder in die Zwischenlager nach Espelkamp (Harting Technologie-Gruppe, Marienwerder Straße 3), Lübbecke (Hanning Getränke, Wiehenweg 3), Preußisch Oldendorf (Grundschule) oder Rahden (Adolf Meier Wertstoffhof, Eisenbahnstraße 7). Interessenten melden sich via E-Mail: deckel-gegen-polio@luebbecke-westfalen.rotary1900.de. Schulen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich zwecks Erfahrungsaustausch direkt an Heidi Freudenstein wenden. E-Mail heidi.freudenstein@t-online.de, Telefon 05742/2428.

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