Reinhold Hahler (70) ist am Freitag seine letzte Tour mit der Barre-Kutsche gefahren Ein Pferdefreund sagt »tschüss«

Lübbecke (WB/wk). Als Christoph Barre in seiner Abschiedsrede von einer Legende der Brauerei spricht, kämpft Reinhold Hahler (70) mit den Tränen. Nach 27 Jahren hat der Stemweder am Freitagmorgen seine letzten Fässer als Fahrer der Barre-Kutsche ausgeliefert.

Abschied mit Wehmut: Reinhold Hahler ist am Freitag seine letzte Auslieferungstour mit der Pferdekutsche der Barre-Brauerei gefahren. Im Alter von 70 Jahren räumt der Stemweder seinen Platz auf dem Kutschbock. Auf dem Foto herzt der Pferdefreund ein letztes Mal den Kaltblüter Epos (10).
Abschied mit Wehmut: Reinhold Hahler ist am Freitag seine letzte Auslieferungstour mit der Pferdekutsche der Barre-Brauerei gefahren. Im Alter von 70 Jahren räumt der Stemweder seinen Platz auf dem Kutschbock. Auf dem Foto herzt der Pferdefreund ein letztes Mal den Kaltblüter Epos (10). Foto: Kai Wessel

Woche für Woche hat Reinhold Hahler die Lübbecke Wirte mit Bierfässern versorgt. Als er 1970 den Job auf dem Bock der Barre-Kutsche erhielt, hatte er seinen Traumberuf gefunden. »Auf meinem Hof in Destel haben wir auch Pferde. Ich bin mit Pferden groß geworden«, sagt der Rentner.

Rückkehr nach Herztransplantation

Eigentlich hätte für ihn schon im Jahr 2009 Schluss sein sollen. Damals musste sich Reinhold Hahler einer Herztransplantation in Bad Oeynhausen unterziehen. Doch der Mann, der so unendlich viel Herzblut im Umgang mit Pferden aufbringt, überstand den Eingriff und kehrte in die Dienste der Brauerei zurück.

Bis heute bereut Reinhold Hahler keine einzige Minute auf dem Kutschbock. Er kann sich noch an jedes Pferd erinnern: »Die ersten hießen Max und Moritz, dann waren da Nepomuk, Herkules, Heros und Epos. Ich habe sie alle gefüttert und gestriegelt.« Die Kaltblüter der Brauerei seien ideal für die Auslieferungsfahrten. »Die können schwere Lasten ziehen. Und die sind wirklich gutmütig. Die bleiben auch ruhig, wenn ein Betonlaster vorbeifährt.«

Pferde verweigern alkoholfreies Bier

Zu den besonderen Ereignissen hätten in jedem Jahr die Bierbrunnenfeste gehört. Dann erhalten die Kaltblüter ausnahmsweise auch einmal ein frisch Gezapftes. Das Experiment, den Tieren ein alkoholfreies Bier vorzusetzen, sei allerdings gescheitert: »Das mochten die nicht.«

Tradition der Kutsche bleibt

Christoph Barre betonte am Freitag, dass die Brauerei an den Auslieferungsfahrten mit der Kutsche festhalten wolle. »Wir sind die einzige Brauerei in Deutschland, die so etwas noch macht.« Der Brauereichef würdigte Reinhold Hahler als Sympathieträger, der es sogar auf Postkarten geschafft habe und wünschte ihm für die kommenden Jahre vor allem Gesundheit.

Reinhold Hahler bedankte sich für »eine tolle Zeit« und bat Christoph Barre, doch bitte an ihn zu denken, wenn Not am Mann sei...

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