Leicht veränderte Planung zum Einkaufsareal kommt an – Grüne bleiben bei Kritik Westertor wird luftiger

Lübbecke (WB). Der Applaus am Ende der Ausführungen der Planer hat es deutlich gemacht: Die Besucher der Ratssitzung am Donnerstag waren mit dem neuen Stand sehr zufrieden. Etliche Punkte, die im Frühjahr noch für Nachfragen in der Bürgerversammlung gesorgt hatten, konnten ausgeräumt werden.

Von Friederike Niemeyer
Eine offene Fläche mit Platz für Außengastronomie – so stellen sich die Planer den »Stadtbalkon« vor. Er soll die Verbindung zwischen Langer Straße und Parkplatz schaffen. Derzeit laufen Gespräche, welche Geschäfte in diesen Bereich einziehen.
Eine offene Fläche mit Platz für Außengastronomie – so stellen sich die Planer den »Stadtbalkon« vor. Er soll die Verbindung zwischen Langer Straße und Parkplatz schaffen. Derzeit laufen Gespräche, welche Geschäfte in diesen Bereich einziehen. Foto: RKW Architekten

Besonders zum Verkehr rund um das neue Einkaufszentrum, das im Wesentlichen die Deerberg-Immobilie und das Parkhaus West ersetzen soll, hatten Lübbecker bei der Bürgerinformation im April viele Fragen. Die neuen Details von Planer Reinhard Mussehl (Investor HBB) und Architekt Jens Thormeyer (Büro RKW) wurden sehr wohlwollend aufgenommen.

Verzicht auf überdachte Passage

Durch den Verzicht auf eine überdachte Passage wird ein jederzeit nutzbarer, heller Weg geschaffen, der auch Aufenthaltsqualität bieten soll. »Stadtbalkon« sagen die Planer dazu. Gleichzeitig wird das ganze Westertorareal auf der Ebene Lange Straße dadurch optisch kleinteiliger: Aus dem Einkaufszentrum wird ein Einkaufsquartier.

In Zusammenarbeit mit der Edeka wurde eine neue Lösung für den Lieferverkehr entwickelt. Das entlastet die Niedernstraße, die durch das Westertor ja zur Sackgasse wird. Dort wie auch auf der Wallstraße werden – wie bisher im Einbahnstraßen-Modus – nur noch Anlieger verkehren. Das neue Verbindungsstück zwischen Papendiek und Niedernstraße wird für Fußgänger attraktiver und eine weitere Verbindung zur Innenstadt für die Nutzer von Parkplatz und Busverkehr.

Acht Busbuchten und vier Querungen am Niederwall

Für Busnutzer soll es neben Wartebereichen und -häuschen an den acht Parkbuchten am Niederwall drei oder vier Querungen geben. Weil dort auch eine Trafostation, ein WC-Häuschen und mehr Fußgängerfläche untergebracht werden, verzichten die Planer auf etwa 20 Parkplätze: Es wird 140 Stellplätze mit einer durchgängigen Breite von 2,70 geben.

Die Fassade zur Wallstraße hin soll ohne Fenster auskommen, »ganz ruhig« auch optisch gestaltet sein. Bernd Sasse-Westermann (Lübbecker konkret) sprach hier von einem »richtig festen Block«, der Assoziationen an eine JVA wecke. »Es wird schöner als das Parkhaus, das sie heute vorfinden«, beruhigte Planer Mussehl. Wie genau die Wand gestaltet werde, sei zudem noch nicht fertig geplant.

Innenstadt-Edeka wird NP-Markt

Der jetzige Innenstadt-Edeka, nach dessen Zukunft Arnold Oevermann (SPD) fragte, soll voraussichtlich zum einem NP-Markt (ebenfalls Edeka) werden, sagte Heino Schmidt von Edeka.

Ob die HBB dauerhaft der Eigentümer des Komplexes bleibe, sei offen, sagte Reinhard Mussehl auf Nachfrage von Heinrich Stenau (Grüne). »Wichtig sind die guten, seriösen Mieter. Davon lebt das Projekt«, sagte Mussehl. Nach den Zusagen von Edeka und Woolworth liegt deshalb nun das Hauptaugenmerk auf der Gewinnung weiterer Händler. Parallel soll im Bauausschuss am 29. November das Bauleitverfahren eingeleitet werden. Noch im Dezember soll es eine neue Bürgerinformation geben. Der Rat entscheidet im ersten Halbjahr 2018 über die Grundstücksverkäufe. Baubeginn soll im ersten Halbjahr 2019 sein, Eröffnung Ende 2020.

Grüne wollen Verfahren nicht blockieren

Die Grünen hätte sich hier etwas mehr Ruhe gewünscht, erläuterte Fraktionschef Heinrich Stenau am Freitag das »Nein« seiner Fraktion zum Ratsbeschluss am Vorabend. Dies hatte für Unverständnis und Ärger bei den anderen Ratsmitgliedern, Verwaltung und Bürgermeister gesorgt, zumal so das gewünschte Signal der Geschlossenheit gestört wurde.

Der konkrete Beschlussvorschlag hätte vor der Sitzung zur Verfügung gestellt werden müssen, beharrte Stenau auf seinem Vorwurf, es sei formal unsauber gearbeitet worden. Zwar könne, wie die Verwaltung erklärte, jederzeit bei einem Mitteilungs-Tagesordnungspunkt ein Beschlussvorschlag eingebracht werden, aber eben nicht von einem Verwaltungsmitarbeiter, wie in diesem Fall geschehen. »Das fand ich unsauber«, so Stenau. Er befürchte, dass dieses wichtige Projekt so juristisch angreifbar werde. Allerdings räumte Stenau ein, dass eine Enthaltung die vielleicht weniger irritierende Abstimmungsweise gewesen wäre. Stenau: »Wir wollen das Verfahren nicht blockieren.«

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