Nicole Zeisler (42) ist Lübbeckes einzige Sondengängerin – LWL: »Wichtige Partner« Äcker stecken voller Überraschungen

Lübbecke (WB/wk). »Was machen Sie denn da?« Die Frau mit dem piepsenden Gerät kennt diese Frage. Seit drei Jahren sucht Nicole Zeisler (42) die Äcker von Lübbecke auf Schätze ab, die einige Zentimeter unter der Oberfläche verborgen sind. Und manchmal findet sie auch was.

Auf einem Acker in Blasheim: Nicole Zeisler ist mit Metalldetektor und Klappspaten unterwegs. Das Gerät spürt Gegenstände auf, die bis zu 30 Zentimeter tief unter der Erde liegen. Dazu gehören allerdings auch Alu-Fetzen und Spirituosen.
Auf einem Acker in Blasheim: Nicole Zeisler ist mit Metalldetektor und Klappspaten unterwegs. Das Gerät spürt Gegenstände auf, die bis zu 30 Zentimeter tief unter der Erde liegen. Dazu gehören allerdings auch Alu-Fetzen und Spirituosen. Foto: Kai Wessel

Vor drei Jahren hat Nicole Zeisler ihren Metalldetektor erhalten. Das Einsteigergerät war das Weihnachtsgeschenk einer Freundin. Nach der ersten Verwunderung las sich die Vertriebsassistentin die Gebrauchsanweisung durch, beschaffte sich amtliche Genehmigungen und zog los.

Erster Fund

Ihre ersten Wochen mit der Sonde wird Nicole Zeisler nie vergessen. Es dauerte nämlich gar nicht lange, da piepste das Gerät auf einem Acker in Blasheim. Nicole Zeisler setzte den Spaten an, grub die Erde um und entdeckte eine alte Patronenhülse. »Schrott. So ging das tagelang. Ich buddelte und buddelte und fand immer nur Schrott. Irgendwann tat mir der Rücken weh.«

Mit Schwielen an den Händen machte sie weiter, immer in der Hoffnung, eines Tages etwas von Wert zu finden. »Aber da waren immer nur leere Capri-Sonnen und Jägermeister-Flaschen.« Der Deckel der Spirituose ist aus Metall. »Und dann piepst das Gerät natürlich.« Es dauerte, bis ihr auffiel, dass die Sonde unterschiedliche Töne von sich gibt.

Erste Münze

Eines Tages war der Ton anders. Nicole Zeisler schaufelte los und entdeckte eine Münze. Es waren 10 Rentenpfennig, geprägt im Jahr 1929. »Ich habe sofort ein Foto mit dem Handy gemacht und auf Facebook gepostet.« Es sollte nicht das letzte Foto bleiben.

Der Wert der meisten Fundstücke ist überschaubar. Zu den Ausnahmen im Münzkoffer von Nicole Zeisler gehört ein Silberpfennig des Bistums Osnabrück aus dem Mittelalter. Sein Wert wird unter Sammlern auf etwa 200 Euro taxiert.

72 Sondergänger in OWL

Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat die kulturgeschichtlich wertvollen Funde von Nicole Zeisler in den vergangenen Jahren dokumentiert: »Die Sondengänger sind für uns wichtige Partner«, sagt die Archäologin. In Ostwestfalen-Lippe gibt es derzeit 72 lizenzierte Sondengänger. Im Jahr 2008 führten Funde eines Sondergängers in Porta Westfalica-Barkhausen zur Entdeckung eines römischen Feldlagers.

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