Stipendiat Jan Eric Wiemann (21) aus Lübbecke geht für ein Jahr in die USA Mit der Kamera zum Pazifik

Lübbecke (WB). Als eine Berliner Nummer auf seinem Handy erscheint, ahnt er, dass es geklappt hat. Kurz darauf hüpft der sonst so cool und gelassen wirkende junge Mann durchs Büro. Für Jan Eric Wiemann (21) aus Lübbecke geht ein großer Traum in Erfüllung. Ein ganzes Jahr wird er in den USA verbringen – mit einem Stipendium des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms des Bundestages.

Von Kathrin Kröger
Er packt für zwei Wochen und bleibt für ein Jahr. Nur an seiner Kameraausrüstung hat Jan Eric Wiemann Einiges zu schleppen. 15 Kilogramm wiegt der Rucksack.
Er packt für zwei Wochen und bleibt für ein Jahr. Nur an seiner Kameraausrüstung hat Jan Eric Wiemann Einiges zu schleppen. 15 Kilogramm wiegt der Rucksack. Foto: Kathrin Kröger

Dabei hatte der Mediengestalter für Bild und Ton, der jetzt seine Ausbildung abschloss, schon nicht mehr mit einer Zusage gerechnet. »Es war der 15. Februar, der letzte Tag, an dem man Feedback bekommen konnte. Um 18 Uhr hat mein Handy geklingelt«, erinnert sich Jan Eric im Gespräch mit der LÜBBECKER KREISZEITUNG, für die er als freier Mitarbeiter viele tolle Bilder geschossen hat.

Seine Leidenschaft gehört nämlich der Fotografie. Und die Spannung ist riesengroß, was für Motive ihm während seines USA-Jahrs vor die Kameralinse geraten.

Erste Station ist New York

»Amerika ist einfach geil«, sagt Jan Eric und schwärmt von seinem bisher einzigen Aufenthalt dort – als er 14 war. Eine zweiwöchige Reise mit seinen Eltern führte unter anderem nach Las Vegas, San Francisco, Phoenix und Los Angeles. Mit dem Auto hat die Familie damals das Land erkundet.

Das ist auch Jan Erics Plan. Gleich nach seiner Ankunft will er sich ein gebrauchtes Auto kaufen, um die großen Entfernungen in den USA problemlos bewältigen zu können. Natürlich auch, um unabhängig zu sein und das Freiheitsgefühl zu genießen. Bestimmt wird er unzählige Male auf Fototour gehen.

»Es gibt da mega-viele Berge, Steilküsten und den Pazifik. Im Winter kann man Snowboard fahren. Ich will einfach ganz oft draußen sein«, sagt der sportliche Jan Eric, der zunächst eine Woche lang mit den anderen Stipendiaten in New York verbringen wird.

Gasteltern leben im Nordwesten

Sein Zuhause für die nächsten zwölf Monate wird bei seinen Gasteltern in Sedro Woolley sein – ein beschaulicher Ort, der gut 20 Meilen von Mount Vernon entfernt im Bundesstaat Washington liegt. Mount Vernon hat etwa so viele Einwohner wie Lübbecke und ist für seine Tulpenzucht bekannt. Diese Blumen gedeihen hier besonders gut, da das Klima ähnlich wie in Holland ist.

Mit seinen Gasteltern hat Jan Eric schon ein paar E-Mails ausgetauscht. »Sie sind Ende 50, die Kinder sind aus dem Haus und sie züchten Hunde.« Im ersten halben Jahr seines USA-Abenteuers wird der Lübbecker das »Skagit Valley College« besuchen. »Was ich da genau mache, wird sich zeigen«, sagt Jan Eric.

Ganz entspannt blickt er seiner Reise entgegen, will die Dinge auf sich zukommen lassen. Keinerlei Angst oder Bedenken? Nein, pure Vorfreude, versichert der 21-Jährige, der sich für das zweite Halbjahr einen Job suchen will. In einer Marketing- oder Werbeagentur.

15-Kilo-Fotorucksack im Gepäck

Seine Eltern begleiten ihn am Montag nach Frankfurt, von wo aus er am Dienstagvormittag mit dem Flieger Richtung New York reist. Von seinen Kumpels hat sich Jan Eric auf einem gemeinsamen Italien-Trip verabschiedet, von dem er gerade erst zurückkehrte. Freundin Friederike Grube, Slawistik-Studentin und derzeit für sechs Wochen in Russland, will ihn an Silvester besuchen in seiner Heimat auf Zeit.

Kurz vor seiner Abreise schaute der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Post bei dem Lübbecker und seinen Eltern vorbei. Er fungiert als Pate für den USA-Austausch.

Sollten Probleme auftauchen, könne er sich immer an ihn wenden, so Post. Dank seiner unkomplizierten Art, dabei immer höflich und freundlich, dürften jedoch keine Schwierigkeiten entstehen. Die sieht Jan Eric nur beim Gepäck. Der Fotorucksack wiegt 15 Kilogramm.

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