Netzwerkerinnen machen Anforderungen für Gleichstellungbeauftragten-Stelle deutlich Herzblut und Rückrat sind gefragt

Lübbecke (fn). Die Nachricht, dass die Gleichstellungsstelle im bisherigen Umfang von 25 Stunden erhalten bleiben soll, hat die Frauen des Netzwerks L hoch erfreut.

Ingrid Liebs (Mitte) hat die Diskussion der Netzwerkerinnen im Gasthaus Borchard geleitet.
Ingrid Liebs (Mitte) hat die Diskussion der Netzwerkerinnen im Gasthaus Borchard geleitet. Foto: Friederike Niemeyer

Gut ein Dutzend engagierte Vertreterinnen dieses Frauennetzwerkes sowie Teilnehmerinnen des Programms »Politik braucht Frauen« und weitere politisch engagierte Frauen haben sich am Dienstagabend im Hotel Borchard getroffen, um sich für die Fortführung der Arbeit von Angelika Lüters-Wobker einzusetzen. Petra Walter-Bußmann, die zu dem Treffen eingeladen hatte, sagte: »Wenn wir nicht den Mund aufgemacht hätten, parteiübergreifend, hätten wir das nicht erreicht.«

Dennoch haben die Frauen weitere Forderungen. Ingrid Liebs, frühere Lübbecker Ratsfrau der Grünen, hatte sich vor Jahren sehr für die Schaffung der Stelle in Lübbecke eingesetzt. Jetzt will sie gesichert wissen, dass wieder eine Frau »mit Herzblut und Rückgrat« diese Position übernimmt und nicht irgendeine Verwaltungsangestellte, die untergebracht werden müsste, sagte sie. Nach ihrem Kenntnisstand solle die Stelle erst Anfang 2018 neu besetzt werden. Das sei zu spät.

Petra Walter-Bußmann plädierte für eine reine Gleichstellungsbeauftragte, die nicht noch weitere Stellenanteile in einem anderen Fachbereich habe. »Es besteht sonst die Gefahr, dass die Gleichstellungsarbeit hinten rüberfällt«, sagte sie. Inge Hoffmann von der SPD in Gehlenbeck wünscht zudem, dass die neue Gleichstellungsbeauftragte ein gutes Stück Lebenserfahrung mitbringt, um Rat suchenden Menschen auch angemessen helfen zu können. Sie kritisierte, dass eine neue Kraft nun quasi bei null anfange, Informationen und Kontakte erst wieder sammeln müsse. »Eine Einarbeitung von mindestens vier Wochen wäre gut gewesen.«

In ihrer Kritik an der jetzigen Situation waren sich die Anwesenden einig. Zwar gäbe es eine kommissarische Gleichstellungsbeauftragte – die bisherige Stellvertreterin Jutta Diekmann –, doch diese erledige nur die internen Aufgaben. Entsprechend forderte Ruth Schürmann, SPD-Kreistagsabgeordnete: »Die Vertreterin sollte entsprechend freigestellt werden, um ihre Aufgaben gut erledigen zu können.«

Jetzt wollen die Frauen das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen, um Informationen aus erster Hand zu erhalten und ihre Sichtweise zu verdeutlichen. »Wir wollen nicht, dass das Thema auf die lange Bank geschoben wird«, so Liebs. Die Netzwerkerinnen möchten eine schnellstmögliche und langfristige Neubesetzung der Stelle und wünschen sich, dass das Thema nicht nur als Geschäft der laufenden Verwaltung behandelt wird, sondern auch in einer der nächsten Ausschusssitzungen auf die Tagesordnung kommt.

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