Gemeinde setzt ein Zeichen für Inklusion: Thomas Kuzia (26) arbeitet beim Bauhof Der Mann im Grünen

Hüllhorst (WB). Deutlich ist das Knattern der Motorsense zu hören. In seiner orangenen Sicherheitsjacke und mit seinem gelben Gehörschutz ist Thomas Kuzia aus Hüllhorst in den Grünanlagen der Gesamtschule schon von weitem deutlich zu sehen. Dort pflegt der 26-Jährige gerade die Rabatten rund um den Schulparkplatz.

Der Hüllhorster Thomas Kuzia ist beim Bauhof als Helfer für den Grünbereich tätig. Er schneidet Hecken, mäht Rasen oder befreit die Rabatten der Gemeinde von Unkraut. Auf dem Bild kümmert er sich um die Grünanlagen der Gesamtschule.
Der Hüllhorster Thomas Kuzia ist beim Bauhof als Helfer für den Grünbereich tätig. Er schneidet Hecken, mäht Rasen oder befreit die Rabatten der Gemeinde von Unkraut. Auf dem Bild kümmert er sich um die Grünanlagen der Gesamtschule.

Schon seit zwei Jahren ist Kuzia in Hüllhorst unterwegs. Er ist beim Bauhof als Helfer für den Grünbereich angestellt. Meistens arbeitet er mit seinem Kollegen Christian Wellensiek zusammen und schneidet Hecken, mäht Rasen oder befreit die Rabatten der Gemeinde von Unkraut. Gerade im Bereich der Hüllhorster Schulen trägt er mit seiner Arbeit nicht nur viel zum positiven Straßenbild bei, sondern sorgt auch für Sicherheit.

Sorgt für mehr Sicherheit

Die steht auch in seinem Arbeitsalltag an erster Stelle. »Bevor Herr Kuzia von der Gemeinde Hüllhorst übernommen worden ist, haben wir ihn intensiv auf seine Arbeit vorbereitet«, erklärt Daniel Heinrichs, Qualifizierungsbegleiter der Lübbecker Werkstätten. In dieser Einrichtung der Lebenshilfe Lübbecke hatte Kuzia zuvor sein gesamtes Berufsleben verbracht. »Die zwei Jahre, die er auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz beim Hüllhorster Bauhof eingesetzt worden ist, haben wir für seine berufliche Qualifizierung genutzt. Herr Kuzia hat verschiedene Qualifizierungsbausteine abgeschlossen. Diese Teilqualifizierungen sind von der Landwirtschaftskammer Münster auf Grundlage der Berufsausbildung zum Gärtner/in im Garten- und Landschaftsbau zertifiziert. Für Menschen mit Behinderung bedeutet das die Anerkennung ihrer beruflichen Bildung.«

Erster Ansprechpartner für Kuzia ist Jörg Hoffmeister. »Wie alle meine Kollegen finde ich es super, dass jemand, der mit Benachteiligungen zu kämpfen hat, im Berufsleben gefördert wird«, erklärt der Leiter des Bauhofs. Der Kollegenkreis sei sehr offen. Der Umgangston sei freundlich und von Kollegialität geprägt.

Politische Entscheidung

Möglich wurde die Einstellung Kuzias auch durch eine politische Entscheidung des Hüllhorster Gemeinderates, wie Kämmerer Elmar Vielstich erläutert. »Hintergrund vor zwei Jahren war die Landesinitiative, 1000 Außenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Die guten Erfahrungen mit Herrn Kuzia haben uns dann ermutigt, dauerhaft eine Stelle für einen Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit einzurichten und als Verwaltung bei der Inklusion mit gutem Beispiel voranzugehen«, sagt er.

In der zweijährigen Qualifizierungsphase wurde Kuzia im Rahmen des Projektes »Rotary Inklusiv« durch Daniel Heinrichs von den Lübbecker Werkstätten betreut. Mit der Übernahme in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung obliegt nun dem Integrationsfachdienst Westfalen im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die weitere Betreuung. »Sowohl für den Beschäftigten als auch für den Arbeitgeber ist es wichtig, weiterhin einen Ansprechpartner zu haben, mit dem Probleme und Fragen schnell und kompetent gelöst werden können«, erklärt Sylvia Rose. Die Diplom-Sozialarbeiterin wird die Gemeinde Hüllhorst und Thomas Kuzia in den nächsten Jahren begleiten. »Außerdem sollen die Arbeitgeber wissen, dass die Beschäftigung eines Menschen mit Behinderung gefördert wird.« Für die ersten fünf Jahre im Beschäftigungsverhältnis stünden diese Gelder pauschal zur Verfügung. Danach könne die Förderung auf Antrag des Arbeitgebers fünf Jahre weitergeführt werden. Je nach Leistungseinschränkung könne die Förderung maximal 75 Prozent des Arbeitslohnes betragen.

Arbeitgeber werden unterstützt

Der Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt kann für Menschen mit Behinderungen über ein Praktikum und einen ausgelagerten Arbeitsplatz in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung münden. »Das ist jedoch keine Einbahnstraße«, stellt Rose fest. »Ein Mensch mit Behinderung kann jederzeit wieder in die beschützende Werkstatt zurückkehren.« Auch der Arbeitgeber könne die Entscheidung einen Menschen mit Behinderung zu beschäftigen revidieren, wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniere. Für Kuzia hat es sich gelohnt, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Er hat Anerkennung gewonnen und sich beruflich und persönlich weiterentwickelt.

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