Änderung der Einbahnstraßenregelung in der Obernfelder Allee stößt auf Kritik Test bringt Anwohner in Rage

Lübbecke (WB). Vor einer Woche hat die Stadt die Verkehrsführung an der Obernfelder Allee testweise geändert. Jetzt laufen die Anwohner der Obernfelder Allee Sturm. Sie sprechen von einer vorsätzlichen »Verunsicherung der Autofahrer«.

Von Christian Busse
Kaum ein Durchkommen auf der Obernfelder Allee. Dieses Foto wurde von Anwohnern zu Trainingszeiten aufgenommen.
Kaum ein Durchkommen auf der Obernfelder Allee. Dieses Foto wurde von Anwohnern zu Trainingszeiten aufgenommen.

Seit 2013 darf die Obernfelder Allee – bis auf ein kurzes Teilstück – nur noch in eine Richtung befahren werden. Die Regelung soll dem Schutz der etwa 150 Jahre alten Stileichen rechts und links der Fahrbahn dienen.

Nun hat sich die erlaubte Fahrtrichtung auf der Allee geändert. Statt wie gehabt von der Osnabrücker Straße in Richtung Krankenhaus, ist die Allee nun in der Gegenrichtung befahrbar. Durch den sechsmonatigen Test sollen die Verkehrsmengen in den umliegenden Straßen analysiert werden. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Bauausschuss im August des vergangenen Jahres gefällt.

Sechsmonatiger Test

14 Anwohner der Obernfelder Allee haben sich jetzt in einem offenen Brief an den Bürgermeister Frank Haberbosch gewendet. Sie sprechen von gezielter »Verunsicherung der Autofahrer« durch den Test. Die seit 2013 geltende Einbahnstraßenregelung sei endlich von allen akzeptiert und den meisten Autofahrern auch respektiert worden. Und nun würde die Stadt durch den Test alles wieder in Frage stellen. »Hat sich die zuständige Stelle eigentlich mal kundig gemacht, was in der Obernfelder Allee abgeht?«, fragen die Anwohner in dem offenen Brief den Bürgermeister. Sie berichten von chaotischen Zuständen auf den Straßen – besonders zu Trainingszeiten auf dem nahen Sportplatz. »Es wird auf Teufel komm raus alles zugeparkt, was nur so geht: Einfahrten der Anlieger, Fußwege, Kreuzungsbereiche. Ein Durchkommen ist weder für Anlieger, geschweige denn für den Rettungsdienst, möglich«, so die Anwohner in dem offenen Brief. Als Beleg haben sie dem Schreiben einige Bilder beigelegt, auf denen die chaotische Verkehrssituation zu sehen ist. Das Ordnungsamt habe bislang auf die Beschwerden der Anwohner nicht reagiert.

Nach Meinung der Anwohner wird sich die Situation nach der geänderten Verkehrsführung nochmals verschärfen, weil viele Autofahrer die Änderung der Einbahnstraßenregelung ignorieren werden. Außerdem nutzen jetzt auch große Lastwagen die Obernfelder Allee um vom Krankenhaus zur Osnabrücker Straße zu gelangen.

Gesamtkonzept gefordert

Die 14 Anwohner fordern in ihrem Brief ein Gesamtkonzept für den Verkehr in dem gesamten Raum. Darin sollten auch die Anliegerstraßen (Kleistraße, Goebenstraße, Wittekindstraße und Ferdinand-Sauerbruch-Straße) integriert werden Durch Einbahnstraßenregelungen in allen Straßen könne man die Verkehrsströme lenken und verteilen, so die Anlieger der Obernfelder Allee. Den Anliegern der übrigen Straßen, die sich aus Angst vor einem vermehrten Verkehrsaufkommen auf ihren Straßen, gegen Änderungen wehren, empfehlen die Bewohner der Allee einen Besuch zu den Trainingszeiten. »Wo bleibt der Schutz der alten Eichen«, fragen sie zum Abschluss.

2009 drohte den Bäumen die Säge

Den ökologisch wertvollen 120 Bäumen an der Obernfelder Allee drohte bereits 2009 die Säge. Der Verkehr gefährde die Standsicherheit, hieß es damals. Es folgte ein Aufschrei vieler Bürger in Lübbecke. Die einhellige Meinung war, dass die Bäume unter allen Umständen gerettet werden müssten. In einem Pflegekonzept wurde ein Rückbau der Straße beschlossen sowie eine Einbahnstraßenregelung, um die Belastung zu reduzieren. Die Maßnahmen verlängern nach Einschätzung der Experten die Lebenserwartung der 150 Jahre alten Bäume um etwa 60 bis 80 Jahre. Einzelne Bäume müssen allerdings immer wieder gefällt werden, weil sie umsturzgefährdet sind. Die Bäume werden nachgepflanzt. Die Einbahnstraßenregelung ist nach der Einführung von vielen Bürgern nicht befolgt worden. Erst nach etlichen Aufrufen in der LÜBBECKER KREISZEITUNG und nach Kontrollen durch die Polizei wurde die Einbahnstraßenregelung weitestgehend eingehalten.

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